Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/co/service/lektuere/co_07/co_07_01.htm, Stand 13. Feb. 2012
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Gislinde Bovet; Helmut Frommer Die seit den 80-er Jahren andauernde Stellenknappheit im öffentlichen Schuldienst ließ die Beurteilung von Lehrerinnen und Lehrern zu einem viel diskutierten Thema werden. Fragen wie "Wer von den Referendaren wird so gut beurteilt, dass er eine Chance auf Übernahme hat? Wer erhält nach mehr als zehn Jahren Wartezeit eine der seltenen Oberratsstellen und aufgrund welcher Kriterien?" wurden zunehmend aufgeworfen. All diese Fragen münden in die Frage nach der "richtigen" Beurteilung und Beratung von Lehrern. Diese Frage kann auf zwei Ebenen diskutiert werden, auf der inhaltlichen und der formalen. Die formale Ebene betrifft die Art und Weise, wie Beratung und Beurteilung konkret durchzuführen sind, und versucht Antworten auf Fragen wie: Wie beurteilt man eine "Lehrperson" fair und sachgerecht? Wie berät man, so dass der Rat auch angenommen wird? zu geben. Die Autoren, Dr. Gislinde Bovet, Fachberaterin für Pädagogik/Psychologie am Staatl. Seminar für Schulpädagogik (Gymnasien) Rottweil und in der Lehrerfortbildung des Landes Baden-Württemberg im Bereich Beratung und Beurteilung tätig und Prof. Dr. Helmut Frommer, der, nachdem er bis 1994 Direktor des Staatl. Seminars für Schulpädagogik (Gymnasien) Rottweil war, nun am Erziehungswissenschaftlichen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena lehrt, wollen in diesem Buch der Frage nach dem WIE beim Beraten und Beurteilen nachgehen. Beide Autoren verfügen aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Beratung und Beurteilung - waren sie doch maßgeblich an der Neukonzeption der Fachberaterausbildung für das Land Baden-Württemberg beteiligt über eine hohe Fach- und Sachkompetenz. Die in zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen gesammelten Erfahrungen veranlassten sie, sich noch intensiver mit Fragen und Problemen bei Beratung und Beurteilung auseinanderzusetzen . Ihre Vorstellungen lassen sich in drei Hauptbereiche unterteilen:
Für die Verwirklichung ihrer Konzeption führten sie zwei Projekte durch, eines am Seminar Rottweil mit Fachleitern, Lehrbeauftragten und Referendaren, und eines am Schulamt in Jena. Das Institut für Erziehungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Abteilung Schulpädagogik) führte dazu ein einjähriges Forschungsprojekt durch, an dem Schulleiter, Fachberater/Fachberaterinnen und Lehrerinnen/Lehrer beteiligt waren. Die Ergebnisse der Projekte fanden Eingang in die Kapitel 4 bis 6 des Buches:
Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen bei verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen und unter Berücksichtigung der Projektergebnisse machen die Autoren Vorschläge für ein mögliches Vorgehen bei der Beurteilung auf allen Ebenen des schulischen Bereichs.
Die Autoren leisten mit ihrer Art des Hinterfragens und durch das Aufzeigen von jeweils möglichen alternativen Vorgehensweisen einen Beitrag, um den gegenwärtigen tief greifenden Veränderungen in Schule und Unterricht gerecht zu werden. Ihrer Ansicht nach sind "Schulaufsicht und Lehrerausbilder herausgefordert, passende Wege zu finden, die den tatsächlichen Notwendigkeiten Rechnung tragen." Das Buch besticht durch seinen stringenten Aufbau, seine klare Sprache und die an der Praxis orientierten Vorschläge zur Durchführung von Beratung und Beurteilung und zur Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen zu diesem Thema. Dieses Buch bietet dem Adressatenkreis, den mit dem diffizilen Geschäft des Beratens und Beurteilens Betrauten, "Anregungen, Tipps und Gestaltungsvorschläge, die sich in der Praxis bewährt haben."
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