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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/co/service/lektuere/co_07/co_07_08.htm, Stand 13. Feb. 2012

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Rezension

Christine Demmer
Mitarbeitergespräche erfolgreich führen
1998 ISBN 3-478-36070-6


Mitarbeitergespräche erfolgreich führen - was heißt das? Ist ein Gespräch dann erfolgreich, wenn der Mitarbeiter danach tut, was ich will?

Wesentlich für die Beantwortung dieser Frage ist die Grundeinstellung der Führungskraft zum Mitarbeiter. Da zukünftig die Bedeutung der Teamfähigkeit und die Aspekte des betrieblichen Miteinanders immer mehr an Bedeutung gewinnen werden, ist Führung in erster Linie Beziehungsarbeit, über deren Erfolg oder Misserfolg die Kommunikation und Kommunikationsfähigkeit entscheiden. Führungskräfte müssen von daher ihre Mitarbeiter ernst nehmen, d.h. sich mit ihren Interessen, Anliegen und Problemen auseinandersetzen. Entscheidend ist dabei die Schaffung einer partnerschaftlichen Basis durch die Führungskraft und die Feedback-Kultur im Betrieb bzw. in einer Organisation.

Christine Demmer legt überzeugend dar, dass Führen auch heute in erster Linie miteinander Reden bedeutet. Die gute alte Besprechung“, der direkte menschliche Kontakt, kann nicht durch Technik oder Schriftform ersetzt werden, die Distanz schaffen und den Menschen die Möglichkeit nehmen, spontan und nuanciert zu reagieren.

Doch wie komme ich zu dem dafür nötigen Know-how? Dieses Know-how liefert kein noch so leicht zu installierendes Softwareprogramm. Erfolgreiche Manager oder Führungskräfte zeichnen vor allem die so genannten soft skills“ aus wie

  • Kontrolle der eigenen Stimmungen
  • die Fähigkeit zuhören zu können
  • die Fähigkeit sich und andere zu motivieren
  • Empathievermögen.

Außerdem brauchen sie ein Gespür für das richtige Timing“, um etwas anzusprechen.

Die Autorin, Christine Demmer, versucht mit ihrem Buch Mitarbeitergespräche erfolgreich führen“ Führungskräften Anregungen und Anstöße zu geben, Gesprächsanlässe rechtzeitig zu erkennen.

Ihr praxisorientiert aufgebautes Buch ermutigt den Benutzer, sich auf Gespräche einzulassen, denn richtige Gesprächsführung ist ihrer Meinung nach erlernbar, sofern man ein paar elementare Grundregeln der Gesprächsführung wie z.B.

  • Sagen Sie klar und deutlich, was Sie möchten
  • Begrenzen Sie das Thema
  • Hören Sie zu
  • Fordern Sie den Mitarbeiter zur Suche nach einer Lösung auf
  • Vermeiden Sie Pauschalaussagen

beherzigt. Gleichzeitig dämpft sie übertriebene Erwartungen an ihr Buch, indem sie ausdrücklich betont, man habe mit seinem Erwerb weder ein neues Managerkonzept noch eine Vision 2005 erworben.

Die Autorin schätzt ihr Buch selbst richtig ein, wenn sie es als Leitfaden für den Firmenalltag bezeichnet. Dieser Realitätssinn zeichnet das ganze Buch aus.

Führen bedeutet nach Meinung der Autorin Mitarbeiter zu fordern und zu fördern“, eine Dienstleistungsaufgabe, die das Ziel hat, die besten Rahmenbedingungen für eine optimale Leistung des Mitarbeiters zu schaffen. Führungskräften kommt damit die Aufgabe zu demotivierende Faktoren, die die Leistung beeinträchtigen, auszuräumen.

Mit diesen Anforderungen und Aufgaben sind auch Schulleitungen von heute konfrontiert. Auch im Schullalltag gilt es demotivierende Faktoren auszuräumen, um die Leistung, d.h. den Bildungs- und Erziehungsauftrag zu erfüllen, voll zu erbringen. Dabei kommt der Kommunikation als Führungsinstrument nicht nur in der Industrie, sondern auch im Bildungssektor eine zentrale Rolle zu.

Christine Demmers Buch liefert auch für Schulleiterinnen und Schulleiter praktische Hinweise, Hilfen und Tipps zur Gesprächsführung. Die alphabetische Gliederung erleichtert die Orientierung, denn sie führt die Gesprächsanlässe isoliert auf, jedoch mit Querverweisen zu verwandten Aspekten. Die klare Gliederung der einzelnen Kapitel, die nach der Fünf-Schritt-Methode

1. Die Situation: Worum geht es?

2. Das Ziel des Gesprächs: Was wollen Sie erreichen?

3. Mögliche arbeitsrechtliche Aspekte: Woran müssen Sie denken?

4. Der Gesprächsleitfaden: Wie fangen Sie an?

5. Die Checkliste: Was können/sollten Sie tun?

und die präzise Ausdrucksweise machen das Buch gleichzeitig leserfreundlich und lesenswert.

, Akademiereferentin
 


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Letzte Änderung: 21.08.2006