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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/co/service/lektuere/co_07/co_07_35.htm, Stand 26. Jul. 2014

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Rezension

René Tissen, Daniel Andriessen, Frank Lekanne Deprez
Die Wissensdividende Unternehmenserfolg durch wertorientiertes Wissensmanagement
 

Ein Buch über Wissensmanagement und den daraus resultierenden Unternehmenserfolg unter dem Label "Financel Times Deutschland" als Lektüretipp für Lehrer/innen, Schulleiter/innen und Schulaufsichtsbeamte/innen?

Ja, weil...

  1. ... Lehrer/innen, Schulleiter/innen und Schulaufsichtsbeamte/innen per Definition Wissensmanager sind und sich deshalb mit dem Managen von Wissen auseinandersetzen müssen.
  2. ... sich Lehrer/innen - speziell dann, wenn sie Führungsaufgaben wahrzunehmen haben - Gedanken darüber machen müssen, wie mit der Vielfalt an Informationen, die in ihren Institutionen vorhanden sind – sei es eine einzelne Schule, ein Schulverbund oder eine übergeordnete Behörde – umzugehen ist, wie sie aufbereitet und anderen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden kann
  3. ... wir uns immer bewusst machen sollten, welche Anforderungen auf unsere Schüler zukommen. (Zitat zum "intelligenten Mitarbeiter": "Dank ihrer Informationskompetenz wissen sie, wo sie Informationen finden, wie viel diese Information wert ist... und welche Fragen sie stellen müssen" – das könnte auch ein Zitat aus einem IT - Bildungsplan sein)
  4. ... dieses Buch gerade mit seinen ökonomischen Zukunftsszenarien ungeheuer spannend ist.

Aber zu den Inhalten:

In 12 Kapiteln (ca. 250 Seiten) geben die drei Autoren – allesamt führende Köpfe von KPMG Knowledge Management The Netherlands – einen theoretischen, mit vielen Beispielen aus der Wirtschaft angereicherten Überblick über die Aspekte des Wissensmanagements in einem Unternehmen.

Im Teil I "was heißt wertorientiertes Wissensmanagement" werden die Begrifflichkeiten aufgearbeitet. Dabei wird großer Wert auf die Unterschiede zwischen Operativem Wissensmanagement, also wie verwalte ich das in der Organisation vorhandene Wissen und Strategischem Wissensmanagement, also wie kann mit Wissensmanagement der Erfolg des Unternehmens verbessert werden, gelegt. Dahinter steckt die Überlegung, dass das Wissen über die Risiken des Rauchens offensichtlich niemand vom Zigarettenkauf abhält. Daraus folgt: "Jedes neue Wissen muss im Unternehmen eine einfache Bedingung erfüllen: zur Wertschöpfung beitragen".

Teil II "Wozu wertorientiertes Wissen" zeigt die ökonomischen Entwicklungen unter dem Einfluss der elektronischen Medien auf. Einige Überschriften: "E-Commerce revolutioniert das Einkaufserlebnis", "Internetfirmen: Fressen und gefressen werden" oder das doch sehr spekulative Kapitel 6 "Keine Pause – Wie die Wissensökonomie von der Quantenökonomie überholt werden wird". Zwei für mich wichtige Thesen werden in diesem Teil des Buches erörtert

  1. "Die Wissenswirtschaft ist keine rein innerökonomische Angelegenheit".
  2. "Die Schlacht um die Begabten hat begonnen"

Teil III "Wie erreichen wir wertorientiertes Wissensmanagement" stellt in den vier Kapiteln "Intelligente Strategien, Organisationen, Mitarbeiter und intelligentes Wissen" die zentralen Ideen des Buches vor. Wie wichtig sind Unternehmensstrategien für die Bindung der Mitarbeiter? Wie formuliert man das Unternehmensleitbild ("Eine erfolgreich formulierte Mission regt die Fantasie aller am Unternehmen interessierten Gruppen an")? Wie wichtig ist die Teamorientierung für Wissensunternehmen ("Die praktischen Anforderungen zwingen Unternehmen zur Teamstruktur, ob es ihnen nun passt oder nicht")? Auch der Gedankengang vom Team zum virtuellen Wissensteam und letztlich zur Knowledge Communitie wird hier durchgespielt.

Bei der Untersuchung des "Intelligenten Mitarbeiters" werden die Kernkompetenzen dieser Wissensarbeiter – Lernen aus Informationen, analytisches Denken und soziale Kompetenz – herausgearbeitet. Und wie man diesen Mitarbeitertyp motiviert ("Wissensarbeiter sind mit den klassischen Mitteln nur schwer zu begeistern......Das einzige, was sie antreibt, ist der Spaß am Job.").

Der Teil IV "Die drei Schritte auf dem Weg zum operativen Wissensmanagement" weist Wege zum Ziel des Buches: Unternehmenserfolg durch wertorientiertes Wissensmanagement auf. Da der übliche Unternehmenserfolg sich doch sehr stark vom Erfolg des Systems Schule unterscheidet, sind diese Szenarien nur sehr bedingt übertragbar, es ist aber immer lohnend, sie zu durchdenken, z.B. "Hochqualifizierte Mitarbeiter heranziehen und ihnen vertrauen"

Der Anhang enthält neben den ausführlichen Anmerkungen und dem Literaturverzeichnis ein für mich sehr nützliches Glossar.

Fazit: Ein interessantes Buch, das dem Wissensarbeiter "Lehrer" bewusst macht, wie oft im System Schule das Rad schon erfunden worden ist. Und nicht jedes drehte sich besser als das bereits vorhandene.

Hans-Peter Otterbach, Akademiereferent


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Letzte Änderung: 21.08.2006