Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/co/service/lektuere/co_07/co_07_38.htm, Stand 13. Feb. 2012
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Fredmund Malik Führen - Leisten - Leben. Wirksames Management für eine neue Zeit 2001, 10. Aufl., ISBN 3-453-19684-8
Zehn Auflagen sprechen bei einer Flut von Literatur zum Thema Management eine deutliche Sprache. Fredmund Malik, ; Unternehmer, Managementberater und u. a. Professor in St. Gallen und Wien scheint mit seinem Werk - einer Handlungsanweisung für Manager in nahezu allen Bereichen - gut anzukommen. Er legt Wert auf die Feststellung, für den Alltag einer Führungskraft die notwendigen Verhaltensweisen zu vermitteln, um den beruflichen Erfolg zumindest wahrscheinlich werden zu lassen. Dabei ist sein schon im Vorwort formulierter Anspruch hoch: "Für die Kopf- und Wissensarbeiter ist Management, wie ich es in diesem Buch darstelle, nicht nur erfolgsentscheidend, es ist existenzentscheidend." (XIII, Vorwort zur 10. Auflage). Malik reduziert sein Lernprogramm für "wirksame" Führung auf vier Teile, die seiner Ansicht nach notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten einer modernen Führungskraft:
1. Professionalität Im Gegensatz zu Autoren wie Warren Bennis geht Malik nicht vom Gedanken der "Leadership" aus, sondern von einem erlernbaren grundlegenden Instrumentarium, das schlussendlich zur angestrebten wirksamen Führung hinleitet. Nahezu jeder, der in irgendeiner Weise mit Führung zu tun hat – vom Chefarzt über den Studienrat bis zum Museumsleiter kann sich von Malik angesprochen fühlen, da in einer modernen Dienstleistungsgesellschaft überall Managementbedarf besteht, andererseits aber die potentiellen Manager nur unvollkommen auf ihren Beruf vorbereitet sind. Malik sucht dabei nicht die "ideale", sondern ganz praktisch die "wirksame Führungskraft"(18). Malik, stark von Peter Drucker beeinflusst, geht von einem konstitutionellen Ansatz aus. Die Kernfrage dafür lautet: "Was ist richtige Führung?" (45). Management ist hier als ein Beruf zu sehen, der ebenso gut wieder andere erlernt werden kann. Nicht der ‚geniale’, sondern der eher pragmatische Manager wird propagiert. Dabei wird der Managerberuf durch Aufgaben definiert, als zweites Element kommen spezifische Werkzeuge hinzu, die zur Erfüllung der Aufgaben eingesetzt werden sollen. Drittes Element von Berufen sind nach Malik Grundsätze, die man bei der Erfüllung von Aufgabe einhält. Als viertes und letztes Element kommt die Verantwortung hinzu – der Autor umschreibt sie mit dem Begriff "Alltagsethik" (60). Während die ersten drei Elemente erlernbar sind, verhält es sich mit der Verantwortung anders. Der Verantwortung misst der Autor einen hohen Stellenwert zu, denn: wer "nicht zu seiner Verantwortung steht, ist kein Manager, auch dann nicht, wenn er in die höchsten Positionen der Gesellschaft gelangen sollte – und er wird nie ein Leader sein können" (61). 2. Grundsätze wirksamer Führung Malik geht von sechs Grundsätzen aus:
Die Grundsätze bilden die Basis erfolgreichen Führungsverhaltens, mehr sind nach Malik nicht nötig. Ohne diese Grundsätze ist erfolgreiche Führung nicht möglich. Nur durch dauerhafte Beherzigung der Axiome, die nicht isoliert gesehen werden dürfen, sondern stets im Zusammenhang und –spiel bedacht werden wollen, lässt sich ein langfristiger Erfolg erzielen.
3. Aufgaben wirksamer Führung Fünf Basisaufgaben unterscheidet Malik für die wirksame Führungskraft:
a. "Die präzise Bestimmung des Problems b. Die Spezifikation der Anforderungen, die die Entscheidung erfüllen muss c. Das Herausarbeiten der Alternativen d. Die Analyse der Risiken und Folgen für jede Alternative... e. Der Entschluss selbst f. Der Einbau der Realisierung in die Entscheidung g. Die Etablierung von Feedback: Follow-up und Follow-through"(212) IV. Werkzeuge wirksamer Führung Malik begreift seine sieben vorgeschlagenen Werkzeuge als unabdingbar für jede Führungskraft. Häufig haben die Manager/innen kein Verständnis darüber, was denn ihre "Werkzeuge" zur Bewältigung der Alltagsarbeit sind, auch wenig Bewusstsein darum, dass zum sinnvollen Gebrauch eines Werkzeugs auch die ständige Übung damit gehört. Die Aufzählung erscheint zunächst wenig spektakulär:
Der Reiz an Maliks Aufzählung liegt darin, dass er die Werkzeuge sparsam, aber eben wirksam gebraucht sehen will. Das heißt z. B. Sitzungen reduzieren und auf das Mindestmaß beschränken - diese dann aber gut vor- und nachbereitet (u. a. mit Tagesordnung, straffer Sitzungsleitung, Protokoll usw. vgl. S. 280ff). Energisch wird der Sinn von klarer schriftlicher Kommunikation (Bericht, Protokoll usw.) als Zeitsparmodell betont, da sie im Gegensatz zum Telefonat zum vorherigen Nachdenken zwingt. Sehr wichtig ist Malik das dritte Werkzeug. Von der richtigen Gestaltung der Aufgaben und Stellen (Job design) hängt der Erfolg eines Unternehmens ganz wesentlich ab. Interessant sind die Hinweise zur "Jobgestaltung". Malik warnt vor zu kleinen oder zu großen Jobs, verweist darauf, dass Jobs zwar wirklich fordern müssen, um Mitarbeiter/innen auch zufrieden zu stellen, aber nicht so "groß" zugeschnitten werden dürfen, dass die Person darunter zusammenbricht. Zu der richtigen Jobbeschreibung muss die Einsatzsteuerung hinzukommen ("Assignment control"). Sie entscheidet letztlich darüber, ob eine Sache effektiv erledigt wird oder nicht. Interessant ist Malik Ansatz der systematischen Müllabfuhr. Er geht von biologischen Systemen aus, die alle von der Zelle bis zum ganzen Körper über ein systematisches und kontinuierliches Entgiftungs- und Entsorgungssystem verfügen. Dieses fordert er auch für den Arbeitsalltag ein. Regelmäßig sollen Führungskräfte überprüfen, was überfällig, überkommen und überflüssig ist. Davon gilt es sich zu trennen. Insgesamt sind Maliks Ratschläge für den (Führungs-)Berufsalltag auch in Schulen und Schulverwaltung gut zu gebrauchen. Seine unprätentiöse Sprache ist wohltuend. Die gewählten Beispiele sind stets treffend und überzeugend, auch wenn sie zu häufig aus dem militärischen Bereich gewählt werden. Der einzige - übrigens auch von ihm selbst wahrgenommene Mangel des Buches besteht darin, dass die Bereiche Führen und Leisten gegenüber dem "Leben" ein zu starkes Gewicht haben, hier wäre eine deutlichere Akzentuierung in den nächsten Auflagen wünschenswert.
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