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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/co/service/lektuere/co_07/co_07_42.htm, Stand 23. Aug. 2014

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Rezension

Ender, Bianca, Strittmatter, Anton: Personalentwicklung als Schulleitungsaufgabe
Wien; München; Bozen: Studienverl., 2001
(Werkstatt Schulentwicklung; Bd.1)
ISBN 3-7065-1686-1


Die Autoren Bianca Ender und Anton Strittmatter haben in diesem Heft eine Reihe von praktischen Instrumenten, die sich in der Personalarbeit in der Schule bewährt haben, zusammengestellt. Beide, die langjährige Erfahrung in der Ausbildung von Schulleiter/innen und in der Begleitung von Team- und Schulentwicklungsprozessen haben, was man dem Buch im positiven Sinne anmerkt, geben keine Rezepte, sondern bieten Anregungen zur eigenen Personalarbeit und in der Praxis erprobte Konzeptionen zur Umsetzung. Welche Anregung man aufgreift und welchen Weg der Umsetzung man einschlägt, muss von den Gegebenheiten in der jeweiligen Schule abhängen.

Positiv hervorzuheben ist die von den Autoren vorgenommene klare Darlegung der Grundvoraussetzungen, die Personalentwicklung und damit auch Teamentwicklung und Schulentwicklung erst gelingen lassen, nämlich die Frage des Menschenbildes, das die Führungskraft hat und nach der sie handelt und das im Kollegium vorherrscht. Nur ein positives Menschenbild, das Vertrauen in die Menschen, ihre Kreativität, Motivation und Leistungsbereitschaft setzt, ermöglicht Personalentwicklung in der Schule, denn es braucht dazu ein Klima des Vertrauens und funktionierende Kommunikationsstrukturen, um das für Personalentwicklung so wichtige Feedback geben und einholen zu können.

Personalentwicklung erfordert ein auf die Schule abgestimmtes Konzept, das sowohl die Berufsphasen der einzelnen Lehrkräfte als auch die Gender-Situation berücksichtigen kann. Personalarbeit ist Individualarbeit und eine einfache Übernahme von Konzepten anderer Institutionen ist zum Scheitern verurteilt. Die Schulleiterin/der Schulleiter sollte nach einer Ist-Analyse der Situation im Kollegium sich zunächst die Handlungsfelder der Personalentwicklung

- Da sein und Anteil nehmen

- Für Räume der Unterstützung und Zusammenarbeit sorgen

- Weiterbildung stimulieren und zum gemeinsamen Thema machen

- Für Impulse und ein konstruktives Feedback sorgen

- Coaching/Interventionen in kritischen Situationen durchführen bzw. veranlassen

- Begleitung in biographisch kritischen Phasen

- Personalportfolio-Arbeit/Teamentwicklung

vergegenwärtigen, um zu sehen, welche schon eingeschlagenen Wege fortentwickelt werden könnten und wo erste Schritte möglich sind. Wichtig für die Führungskraft ist es, kluge Annäherungen zu wählen, denn es gibt von Seiten der Kollegen, wie Ender und Strittmatter ausführen, genügend Gründe, Personalentwicklung abzulehnen.

Die Gesprächsführung ist bei der Personalarbeit unerlässlich oder anders ausgedrückt, ohne Gespräche geht es nicht. In dem vorliegenden Band finden sich neben generellen Hinweisen für das Führen von Personalgesprächen, die verschiedenen Gesprächsformen. Die Autoren begnügen sich nicht mit einer summarischen Beschreibung, sondern gehen ganz praxisorientiert vor. Jede Gesprächsform ist aufgegliedert nach Zweck, Voraussetzung, Anlass/Setting, besonderen Kommunikationsgrundsätzen und einem weiteren gesprächsspezifischen Aspekt. Der Band eignet sich hervorragend zur Vorbereitung dieser verschiedenen Gesprächsformen, denn er enthält knapp und präzise das Wesentliche.

Da in Baden-Württemberg das Thema Fortbildung und Fortbildungsplanung an Schulen zunehmend Thema wird, denn häufig mangelt es noch an der Nachhaltigkeit der Fortbildungsmaßnahmen, weil das Kollegium und damit das System Schule nicht von der Fortbildungsmaßnahme profitiert, dürfte der Exkurs für Schulleiter/innen interessant sein, denn er verdeutlicht, dass die Weitergabe der in der Fortbildung erworbenen Kenntnisse zu den orginären Aufgaben der Lehrkräfte zählen sollte.

Die langjährige Erfahrung der Autoren auf dem Gebiet der Ausbildung von Schulleiter/innen ist unverkennbar, denn es dominieren Stringenz, klare Vorstellungen vom Machbaren, ein Blick für kritische Punkte und in der Praxis erprobte Vorschläge zur Umsetzung. Der vorliegende Band ist kurz und knapp, aufs Wesentliche beschränkt, klar formuliert, also das richtige Arbeitsmittel für Schulleiter/innen. Man darf gespannt sein, was die weiteren Bände bringen.

Birgit Jaeger-Gollwitzer, Akademiereferentin


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Letzte Änderung: 16.12.2013