Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/co/standort/geschichte/, Stand 26. May. 2012
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| Der Name Comburg geht wahrscheinlich auf ein keltisches Wort zurück, das Fels oder Stein bedeutet. Graf Burkhard von Comburg-Rothenburg, der älteste von vier Brüdern, wohl um 1040/1050 geboren, wandelte 1078 die Burg in ein benediktinisches Kloster um und wurde Mönch in seiner eigenen Stiftung. Nach nur zehnjähriger Bauzeit wurde 1088 die romanische Pfeilerbasilika eingeweiht. Der dritte Abt des Klosters, Hartwig, stiftete im 12. Jahrhundert ein wertvolles Antependium (Altarvorsatz) und einen reich gestalteten Radleuchter. Diese Kunstwerke sind vermutlich in den Klosterwerkstätten entstanden. | |
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| Das Antependium in der Stiftskirche Sankt Nikolaus besteht aus einem hölzernen Rahmen und ist mit Kupferblech, das zuvor getrieben und feuervergoldet wurde, geschmückt. Die Leisten, die es in zwölf Kassetten aufteilen, sind mit filigranen Emailarbeiten verziert. In den rechteckigen Feldern sind die Apostel dargestellt, in der Mandorla in der Mitte sieht man Christus. Es handelt sich um eine Weltgerichtsdarstellung, wie die Inschrift bezeugt, die das Antependium umläuft. | |
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In Deutschland gibt
es insgesamt nur drei Radleuchter (Aachen , Comburg, Hildesheim). Den Comburger
Radleuchter kann man unter drei Aspekten betrachten:
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| Aus der ersten Blütezeit des Klosters zeugen die noch stehenden Teile der ältesten Bauten, nämlich der Torbau mit der Michaelskapelle, die Türme der Kirche und die axial im Westen liegende Klausur, die bis zum Dachtrauf romanisches Mauerwerk aufweist. Hier liegen die Gebäude nahe beieinander, in denen die Mönche ihr gemeinsames Leben führten: Kirche, Refektorium (heute Adelmannbau) und Dormitorium (heute Vikarienbau). | |
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| In der Alten Abtei war die Wohnung des Abtes. In diesem Gebäudeteil ist der Empfangssaal des Abtes mit einer schönen, wieder freigelegten Zwerggalerie zu sehen. Heute wird der Saal als Seminar- und Konzertsaal genutzt (Kaisersaal). Im 15. Jahrhundert war ein allmählicher Sittenverfall zu spüren. Sämtliche Reformbemühungen von außen schlugen fehl und schließlich wurde das Kloster im Jahr 1488 in ein adeliges Chorherrenstift umgewandelt. | |
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| Diese Zeit spiegelt sich heute in den verschiedenen Gebäuden wider, denn die Chorherren hatten das Recht auf eigene Wohnungen und eigene Hauswirtschaft. So wurden weitere Gebäude errichtet, z.B. die Neue Dekanei, der Wamboldbau, der Gebsattelbau, der Reischachbau, die bis heute die Namen ihrer letzten Inhaber tragen. | |
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| Viele der Chorherren gehörten gleichzeitig dem Chorherrenstift Ellwangen oder Würzburg an. In ihrem Gefolge wurden auch Chorvikare eingestellt, die im Vikarienbau untergebracht waren und zusammen mit den Chorherren die Gottesdienste gestalteten. Aus dieser Chorherrenzeit müssen zwei herausragende Persönlichkeiten erwähnt werden. Dekan Erasmus Neustetter(1551-1594) lässt viele Gebäude bauen, instand setzen, verändern oder ausmalen. Sein Hauptwerk ist die 460 m lange Ringmauer, die fast völlig erhalten ist. Er baute sich sein Wohnhaus (Alte Dekanei) in die Baulücke neben den romanischen Torbau und ließ sich durch den Turm einen Zugang zur Michaelskapelle schaffen. So schuf er sich ein privates Oratorium. | |
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Das Baufieber der
Zeit lässt bei Dekan Wilhelm Ulrich von Guttenberg(1707-1735) große Vorsätze
reifen, die Comburg soll als Barockstift umgebaut werden. Nach dem Bau einer
neuen Kirche, für die er 43 000 Gulden stiftet, und seines Wohnhauses (Neue
Dekanei) geht aber das Geld aus. Die barocke Kirche wurde von Joseph Greissing
gebaut, die Innenausstattung von Balthasar Esterbauer ausgeführt. Im Jahr
1802/1803 wurde bei der Säkularisierung die Comburg dem württembergischen Staat
übereignet und diente in den folgenden beinahe einhundert Jahren als Sitz des
Königlich-Württembergischen Ehreninvalidencorps, das alten, kriegsverletzten
Soldaten eine Heimstatt bot. 1926 wurde in der Comburg unter Theodor Bäuerle die erste Heimvolkshochschule eingerichtet. 1936 musste diese Volksbildungseinrichtung auf Druck der Nationalsozialisten aufgegeben werden. In den folgenden Jahren wurden Bauhandwerker- und Steinmetz - Kurse abgehalten, in späteren Jahren diente die Comburg auch als Hitlerjugend-Heim und zuletzt als Kriegsgefangenenlager. Am 16. Mai 1947 eröffnete der Kultminister Theodor Bäuerle als Initiator und Mitbegründer der Akademie Comburg den ersten Kurs für Lehrerfortbildung. In den angebotenen ersten Fortbildungsmaßnahmen ging es vor allem um "re-education“, politische Schulung und Erziehung zur Demokratie sowie um eine neue Struktur des Unterrichtsstoffes. Geschult wurden neben Lehrerinnen und Lehrern auch angehende Juristen. Ärzte hielten Fachtagungen auf der Comburg ab, bis schließlich die Akademie Comburg ausschließlich für die Lehrerfortbildung genutzt wurde. Seit 1947 haben über 200 000 Lehrerinnen und Lehrer die Comburg für Fortbildungszwecke besucht.
Verfasst von Hildegard Stadelmaier, Akademiereferentin (1993-2003) |
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Copyright für die Bilder, wenn nicht anders vermerkt: Hans-Reiner Soppa,
Akademie Comburg |
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