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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/moodle-info/seminar/, Stand 29. Jul. 2016

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
LehrerInnen Fortbildungs-Server

Moodle am Seminar

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Blended-Learning-Einsatz in Pädagogik/Pädagogische Psychologie an Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung (Berufliche Schulen)

Die Referendarinnen und Referendare sollen ab 2008 in der Veranstaltung Pädagogik/ Pädagogische Psychologie im Umfang von ca. 20 Stunden (workload) im Rahmen eines Blended-Learning-Konzepts ausgebildet werden. Dazu hat im Auftrag des Kultusministeriums eine Arbeitsgruppe eine Reihe von Aufgaben entwickelt, die im Rahmen dieses Konzepts eingesetzt werden können.

Blended-Learning – eine Begriffsbestimmung

Die Arbeitsgruppe versteht unter Blended-Learning ein Etikett für Lehr-Lernkonzepte, bei dem E-Learning-Elemente mit Präsenzlernen in verschiedenen Arrangements miteinander kombiniert werden (siehe Anlage 1). Dabei findet Lernen unter Einsatz neuer Informations- und Kommunikationsmedien (E-Learning) in einer didaktisch sinnvollen Verknüpfung von Präsenzveranstaltung und PC- bzw. internetbasiertem Lernen statt. Es werden individuelle Lernwege und Präferenzen der Lernenden berücksichtigt. Die jeweilige Entscheidung ist zu begründen und unterliegt somit keiner Beliebigkeit.

Ausgangpunkt der Überlegungen: Medienkompetenz und Individualisierung

Je nach Lernsituation, Zielsetzung und Voraussetzungen erfordert effektives Lernen den Einsatz verschiedener Lernmedien. Es werden Materialien über eine Lernplattform oder über das Internet zur Verfügung gestellt und Online-Arbeitsaufträge sowie Präsenz-Workshops/Seminare angeboten. Einzelne Teilaufgaben werden mit Hilfe interaktiver Instrumente (z.B. Foren, Chat, Wikis... ) bearbeitet.

Die Online-Kurse sind speziell für die Lernsituation im Seminar und am Computer entwickelt.

Vorteile: Sie berücksichtigen verschiedene Lernstile, individuelles Lerntempo, Einzelarbeits- und kooperative Phasen mit aktuellem Material und gewährleisten ein hohes Maß an Aktivität und Selbstkontrolle der Lernenden. Diese können ebenfalls ihren Wissensstand überprüfen und werden durch Moderatoren betreut. Ort und Zeitpunkt des Lernens (und Lehrens) und die Arbeitsschritte und -geschwindigkeit können vom Nutzer selbst bestimmt werden (selbstreguliertes Lernen).

Die Aufgaben nutzen die Vielfalt der Schulen konstruktiv und praxisnah und regen dazu an, konkrete eigene Erfahrungen vor einem theoretischen Hintergrund zu reflektieren, unterschiedliche Konzepte zu erproben und so das Handlungsspektrum auszuweiten sowie Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln.

Visualisierungen (z.B. über Animationen) und Simulationen machen komplexe Sachverhalte verständlicher, Wettbewerbe und zeitnahe Rückmeldungen zu Arbeitsschritten helfen Erfolge und Wertschätzung ausdrücken. Multimediale Techniken erleichtern den Zugriff auf Informationen in selbst erstellten Materialspeichern. Internationale aktuelle Datenbanken und elektronische Bibliotheken können zusätzliche Suchfunktionen bieten.

Neue Formen der Telekooperation zwischen Lehrenden und Lernenden, aber auch zwischen Lernenden bzw. Lehrenden untereinander (in virtuellen Diskussionsforen oder Arbeitsgruppen) können Kreativität beim Lernen freisetzen und ermöglichen einen Austausch unter den Beteiligten.

Insgesamt eröffnen sich Chancen für vernetztes Lernen und Arbeiten durch den Einsatz des Medienverbundes, der neben den rein technologischen Vorteilen vor allem verbesserte Möglichkeiten im Bereich der Information (Recherchieren, Dokumentieren), aber auch im Bereich der Kommunikation (Interagieren, Kooperieren) sowie der Kognition (Simulieren, Visualisieren, Animieren) mit sich bringt.

Den Vorteilen stehen folgende Nachteile gegenüber:

Soziale Austauschmöglichkeiten über Datennetze erreichen nicht die Qualität der Diskussion und die Interaktionsangebote in Seminaren (fehlender persönlicher Kontakt zum Dozenten, keine Teilhabe am "sozialen Erlebnis Lernen"). Modellhaftes Lehrerverhalten, vor allem durch die Erfahrung und Thematisierung der Beziehungsgestaltung und der Lehrerrolle in den gruppendynamischen Prozessen in den Seminarveranstaltungen (z.B. Bildung von Vertrauen) ist nur eingeschränkt möglich.

Es entstehen zusätzliche Kosten für die Lernenden und Lehrenden für die Datenbearbeitung und -übertragung (Hardware und Onlinegebühren).

Vorhandene Aufgaben, die für Unterricht an der Schule oder am Seminar erstellt wurden, können nicht übernommen werden. Die Erstellung von Onlinekursen erfordert zusätzlichen Zeit- und Geldaufwand.

Blended-Learning fördert Lernen und Kompetenzen

Den E-learn-Arrangements liegt ein nicht instruktionistisches und gemäßigt konstruktivistisches Lernverständnis zugrunde. Die Lernenden arbeiten zunehmend selbstgesteuert einzeln oder im Team an Zielen, Inhalten, Kontexten. Lernen findet hier individualisiert, aber auch kollektiv statt. Selbstorganisation führt zu mehr Verantwortung für den persönlichen Lernerfolg. Die Lernenden erwerben mediendidaktische, sozial-kommunikative und fachliche Kompetenzen durch die selbstständige und kooperative Arbeit.

Durch das E-learning geht manches leichter:

E-learning braucht Dienste und Infrastruktur

Der virtuelle Seminarraum wird als Kurs auf einer Lernplattform (z.B. Moodle) bereit gestellt und enthält diverse Funktionalitäten/Module, die je nach Kenntnisstand der Lehrenden und Lernenden eingesetzt werden. Als Kommunikationstools dienen Foren, Aufgaben, Dateien, Ordner, Links, Chat und Wikis (ein digitaler, von jedem Leser änderbarer Text), Lektionen, Glossare, Kalender, Test, Umfrage, Abstimmung usw.. Alle Teilnehmer legen ein Profil mit den persönlichen Daten (mit Bild) an. Der Online-Zugriff erfolgt aus dem Seminar, der Schule und von zu Hause aus über einen Breitbandanschluss (DSL). Dazu werden benötigt: aktuelle Hardware (PC, Grafik-, Soundkarte, Drucker) und aktuelle Software (Office-Programme, Bild- und Video-Viewer/-bearbeitung, PDF-Reader, Internetbrowser, E-Mail-Programm). Die Lehrenden/Moderatoren/Teletutoren führen in einer Präsenzveranstaltung in die Technik und das Vorgehen mit der Lernplattform ein, initiieren, moderieren und begleiten die Lernprozesse, beantworten Fragen und setzen Fixpunkte für die Termineinhaltung. Weitere Informationen, siehe: weiter Moodle

Eine Lernplattform als virtueller Kursraum

Moderatoren/Teletutoren richten einen passwortgeschützten Kursraum ein und gestalten ihn übersichtlich (farbig, freundlich, klar, nur wesentliches, Bilder). Der Startbildschirm enthält: Anrede, Begrüßung, wichtige Hinweise/Aktuelles (z.B. als Forum), einen Kalender mit Veranstaltungs- und Aufgabenterminen, Kurzvorstellung der Teilnehmer. Es empfiehlt sich bei der Einrichtung der Plattform das Themenformat zu wählen. Ein Thema wird durch eine große farbige (evtl. mit Hintergrundfarbe) Überschrift eingeführt. Es folgen Dateien (nur vom Moderator zu bearbeiten), ein Forum zur Diskussion oder zum Materialaustausch, Aufgaben, Chat, Wiki, Glossar, Lektion, Textbausteine, Links. Da Einträge in ein Forum eine Benachrichtigung per E-Mail an alle Teilnehmer nach Hause zur Folge haben, können diese zur aktuellen Information verwendet werden.

Achtung! Es gibt persönliche Rechte

Erstens Log-Files: Moderatoren/Teletutoren können Zeitpunkte, die Häufigkeit der Aktivitäten und die aufgerufen Seiten im Kursraum eines Teilnehmers auf der Plattform einsehen. Alle Zugriffe werden aufgezeichnet und auch nach Bedarf statistisch ausgewiesen. So können z.B. Informationen gewonnen werden über das Arbeitsverhalten bei der Bearbeitung von Aufträgen oder bei der Häufigkeit von Lösungsversuchen bei Multiple-Choice-Aufgaben.

Zweitens: Urheberrecht: Unbedenklich sind Links zu anderen legalen Internetseiten, eigenes Material, eigene Beiträge, Aufgaben, eigene Fotos, eigene Videos. Problematisch wird es, wenn Fotos anderer Personen oder Gegenstände, Materialien, Texte aus Zeitschriften oder Büchern oder ausgeschnittenes Material aus anderen Internetseiten (z.B. Texte, Bilder, Musik oder Videos) auf der Plattform zur Verfügung gestellt werden. Achtung: Schulbuchverlage untersagen oft bereits die Digitalisierung von Printmedien. Informieren Sie sich genauer: weiter Recht / Schule

E-learn-Arrangements und Aufgabentypen

Die Arbeitsgruppe hat fünf Arrangements zur Umsetzung des Blended-Learning-Konzepts (mit Präsenz- und E-learn-Phasen) unterschieden (Übersicht, siehe Anlage 1):

Alle Arrangements setzen sich aus diversen Aufgabentypen zusammen. Diese unterscheiden sich durch die Sozialform (einzeln, Partner- oder Gruppenarbeit), dem Ersteller (Aufgabe von ...), der Art/ dem Charakter (z.B. Text-/Fallbearbeitung oder Material selber erstellen) und nach der Art und dem Ort der Rückmeldung (Übersicht, siehe Anlage 2). Es wird empfohlen, mit diesen Arrangements und Aufgabentypen kreativ umzugehen, d.h. diese zu mischen oder durch neue Ideen zu erweitern, um die besonderen Stärken des Blended-Learning-Konzepts zu nutzen.

7 Beispielaufgaben beschreiben einen möglichen Weg der Umsetzung und sollen weiterentwickelt werden.

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

Arbeitsgruppe:

Dr. Werner Faustmann, Prof., SSDL (BS) Stuttgart
Jörg Heckendorf, OSR, SSDL (BS) Karlsruhe
Mathias Scholz, Prof, SSDL (BS) Freiburg
Robert Ziller, OSR, SSDL (BS) Weingarten

Anmerkung:

Die Einführung in die E-learning-Plattform soll nicht im Rahmen der Veranstaltungen der Pädagogik/Pädagogische Psychologie erfolgen, sondern vorgeschaltet werden.

Anhang:

weiter E-learning-Arrangements mit Beispielen für den Einsatz in Pädagogik/Pädagogische Psychologie

weiter Aufgabentypen mit Beispielen für den Blended-learning-Einsatz in Pädagogik/Pädagogische Psychologie

weiter Vordruck

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Letzte Änderung: 11.11.2014