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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/faq_ds/, Stand 28. Sep. 2016

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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FAQ Datenschutz an Schulen

Stichworte

1. Anlage 1- Fragen zur Nutzung privater IT-Ausstattung 17. Nutzung von privaten Datenverarbeitungsgeräten
2. Aufbewahrungs- und Löschungsfristen 18. Personenbezogene Daten
3. Auftragsdatenverarbeitung 19. Rahmendienstvereinbarung
4. Authentifizierung im pädagogischen Netz 20. Schließanlagen
5. Cloud Computing 21. Schülermitverantwortung
6. Datenschutz 22. Schulcomputer und private Internetnutzung
7. Datenschutzbeauftragter 23. Schulhomepage
8. Datenübermittlung von Funktionsträgern der Schule 24. Schulintranet
9. Datenübermittlung an Kirchen 25. Schulnoten
10. Domain 26. Verfahrensverzeichnis
11. Einwilligung 27. Veröffentlichung im Internet
12. E-Mail-Konten im Unterricht 28. Verschlüsselung
13. Fördervereine 29. Vertretungspläne
14. Handy 30. Video- und Tonaufnahmen mit privaten Handys
15. Klassenelternvertreter 31. Videoüberwachung an Schulen
16. Netzbrief - Pädagogisches Netz    

 

  1. Fragen zur Anlage 1- Nutzung von privater IT Ausstattung durch Lehrkräfte (Anlage 1 zur VwV Datenschutz an öffentlichen Schulen)

    1. Müssen alle im Formular aufgeführten Datenschutzmaßnahmen getroffen werden?

      In Ausnahmefällen: Nein!

      Maßgebend ist alleine die Summe aller Maßnahmen, um insbesondere einen unbefugten Zugriff auf die Daten zu verhindern.
      Die Verneinung einer getroffenen technischen und organisatorischen Maßnahme ist per se noch kein Ablehnungsgrund für die Schulleitung. Sie ist jedoch Anlass für eine besondere Prüfung der Verhinderung des Zugriffs von unbefugten Personen auf die personenbezogenen Daten.
      Es kann nämlich im Einzelfall auch vorkommen, dass nicht jede Maßnahme getroffen werden muss: So muss eine allein lebende Lehrkraft selbstverständlich den Raum, in dem sich ihr Computer befindet, nicht abschließen, solange der Computer in einer abgeschlossenen Wohnung steht. Zudem kann diese Maßnahme durch Verschlüsselung und passwortgeschützten Zugang zum Computer ersetzt werden. Sollte also nicht jede der im Formular dargestellten technischen und organisatorischen Maßnahmen getroffen worden sein, muss sich die Schulleitung im Einzelfall damit befassen.

      Das Formular dient als Grundlage für eine Genehmigung durch die Schulleitung. Es soll eine Basis bieten, um die Entscheidung zu erleichtern und dafür sorgen, dass alle Maßnahmen bedacht werden. Auf eine konkrete Darstellung der getroffenen Maßnahmen wurde verzichtet, da diese vom Einzelfall abhängen. Beispiele zur Umsetzung sind in der Anlage 1 zur VwV "Datenschutz an öffentlichen Schulen" aufgeführt.

    2. Muss ich meinen Computer zur Kontrolle bei der Schulleitung abgeben?

      Nein!

      Eine solche Kontrolle muss ohnehin die Ausnahme sein und sollte nur im begründeten Einzelfall (z.B. um einen Missbrauch bzw. eine Dienstpflichtverletzung aufzuklären) durchgeführt werden. Das Verhältnis von Schulleitung zu Lehrkraft sollte von Vertrauen geprägt sein.

      Die Kontrolle erfolgt grundsätzlich im 4-Augen Prinzip in Gegenwart der betroffenen Lehrkraft. Die Lehrkraft bringt hierzu das Gerät in die Schule. Das Kontrollrecht ergibt sich aus der Rolle der Schulleitung als verantwortliche Stelle nach § 9 Abs. 2 i.V. § 3 Abs. 3 LDSG.

      Tipp: Das Kultusministerium empfiehlt, sämtliche dienstliche Daten auf einem USB-Stick zu speichern (bitte immer verschlüsselt). Durch die Nutzung eines USB-Sticks muss im Fall einer solchen Kontrolle nur der USB-Stick an die Schule gebracht werden.
      Im Übrigen besitzt die Schulleitung keine Befugnis zum Betreten der Privatwohnung einer Lehrkraft um dort ggf. eine Kontrolle durchzuführen.

    3. Müssen auch bei papiergebundenen Daten (z.B. Notenbücher oder Schülerakten) Datenschutzmaßnahmen getroffen werden?

      Ja!

      Werden personenbezogene Daten in Akten, Notenbücher, usw. verarbeitet, dann müssen Maßnahmen getroffen werden, um sicherzustellen, dass Unbefugte auf diese Daten bei der Bearbeitung, der Aufbewahrung, dem Transport und der Vernichtung nicht zugreifen können (z.B. verschlossene Schublade, abgeschlossenes Zimmer, verschlossene Tasche).

    4. Was geschieht, wenn eine Lehrkraft sich weigert, die Datenschutz-Erklärung zur Anlage 1 zur VwV Datenschutz an öffentlichen Schulen zu unterschreiben?
    5. Dann muss die Schulleitung ihr verbieten, schulische personenbezogene Daten auf ihren Privatgeräten elektronisch zu verarbeiten.
      Damit ist die Lehrkraft auf eine Verwaltung von Schülerdaten in Papierform (z.B. per Notenbüchlein) beschränkt, und muss - wie jede Lehrkraft - immer und auf jeden Fall dafür sorgen, dass auf ihr Notenbüchlein und anderen Unterlagen mit schulischen personenbezogenen Daten nicht von Unberechtigten zugegriffen werden kann.

  2.  

  3. Aufbewahrungs- und Löschungsfristen
    1. Welche Aufbewahrungsfristen (Löschungsfristen) gelten für schulische Unterlagen (siehe auch II. Nr. 5.2, 6.4 der VwV Datenschutz an öffentlichen Schulen)?

    Die Aufbewahrungsfristen gelten für alle an der Schule gespeicherten Daten in elektronischer (PC, Laptop, Tablet, Speichermedien) oder in gedruckter Form, also unabhängig davon, ob die Daten digital oder analog gespeichert werden. Für die Löschung von personenbezogenen Daten von Schülerinnen und Schülern gelten folgende Fristen:

    • Schülerkarteikarten und Schülerlisten in Papierform sowie Abschluss- und Abgangszeugnisse müssen spätestens nach 50 Jahren, nachdem die Be-troffenen die Schule verlassen haben, gelöscht werden.
    • Klassen- und Kurstagebücher sind nach Ablauf der jeweils folgenden fünf Schuljahre zu löschen.
    • Schriftliche Einwilligungserklärungen zur Veröffentlichung von Fotos in einem Druckwerk sind fünf Jahre nach der Veröffentlichung zu löschen.
    • Schriftliche Einwilligungserklärungen zur Veröffentlichung von Fotos auf der Homepage sind fünf Jahre nach der Herausnahme aus der Homepage zu löschen.
    • Notenlisten und Klassenarbeiten sind nach dem Ende des jeweils nächsten Schuljahres zu löschen, sofern keine Rechtsmittel eingelegt worden sind.
    • Prüfungsunterlagen wie Prüfungsniederschriften und Prüfungsarbeiten müssen fünf Jahre nach Feststellung des Prüfungsergebnisses gelöscht werden.
    • Personenbezogene Daten von Schülerinnen und Schülern auf privaten Datenverarbeitungsgeräten der Lehrkräfte nach I. 11.1 sind spätestens nach dem Ende des jeweils nächsten Schuljahres auf dem privaten Datenverarbeitungsgerät zu löschen, sofern keine Rechtsbehelfe oder Rechtsmittel zum Beispiel gegen ein Abschlusszeugnis eingelegt worden sind.

    Während der Aufbewahrungszeit muss die Schule sicherstellen, dass die personenbezogenen Daten vor unbefugtem Zugriff geschützt sind. Elektronisch gespeicherte Daten können hierfür auf verschlüsselten mobilen Festplatten gespeichert werden. Unterlagen mit personenbezogenen Daten wie Klassen- und Kurstagebücher oder Prüfungsniederschriften sind in abschließbaren Räumlichkeiten bzw. Behältnissen aufzubewahren.

  1. Auf welche Weise können Abgangszeugnisse und Schülerlisten an der Schule „archiviert“ werden und wie lange sollten diese Dokumente an der Schule aufbewahrt werden?

Eine Aufbewahrung sollte grundsätzlich nicht ausschließlich im Verwaltungsprogramm stattfinden. Das Programm muss sich permanent weiterentwickeln und verändern, ist also als Archiv nicht geeignet.
Das Kultusministerium empfiehlt die Speicherung von Abschlusszeugnissen im pdf-Format außerhalb von ASV-BW und anderen Programmen zur Schulverwaltung. Zur Feststellung des Schulbesuchs kann der gesamte Schülerbestand mit Eintritts- und Austrittsdatum in eine Excel Tabelle exportiert werden. So lässt sich auch ohne Verwaltungsprogramm ermitteln, in welchem Zeitraum ein Schüler die Schule besucht hat. Eine Schulbesuchsbescheinigung kann dann nachträglich mit einem eigenen Word-Dokument gedruckt werden.
Es ist dabei strikt darauf zu achten, diese Daten regelmäßig zu sichern (Backup!) Bei einer Langzeitaufbewahrung, beispielsweise auf Datenträgern wie DVDs, sollten die Daten jeweils immer parallel auf mehreren Datenträgern gespeichert werden, da möglichweise durch die Alterung ein Datenträger im Laufe der Jahre unlesbar wird. Die Qualität der Datenträger ist mindestens jährlich zu prüfen, ggf. sind die Daten auf neue Datenträger umzukopieren.

Zusätzlich können diese Informationen auch in ausgedruckter Fassung in der Schule verwahrt werden.

Abgangszeugnisse und auch Schülerlisten sollen 30 bis 50 Jahre an der Schule aufbewahrt werden.

Hinweis: Der Begriff des „Archivierens“ ist hier eigentlich nicht korrekt, vorliegend geht es darum, diese Dokumente an der Schule über einen längeren Zeitraum zu verwahren.

Der Begriff „Archivierung“ bezeigt sich eigentlich nach § 23 Abs. 3 LDSG und Landearchivgesetz auf eine dauerhafte Aufbewahrung und Erhaltung für die Nachwelt.
Wie lange dürfen Schülerakten aufbewahrt werden?

  1. Wie lange dürfen Dokumente von Personen, die sich beworben haben, aber nicht als Schüler aufgenommen wurden, aufbewahrt werden?

    Für Schülerakten (inklusive Tests und Gutachten) wurde bisher keine Aufbewahrungszeit verbindlich festgelegt. Nach dem Landesdatenschutzgesetz dürfen diese Unterlagen so lange aufbewahrt werden, wie dies zur Aufgabenerfüllung erforderlich ist. Akten von ehemaligen Schülerinnen und Schülern sollten (wie Prüfungsunterlagen) 5 Jahre aufbewahrt werden.

Unterlagen von nicht aufgenommenen Schülerinnen und Schülern müssen spätestens nach einem Jahr vernichtet werden, sofern keine besonderen Gründe vorliegen, diese ausnahmsweise länger aufzubewahren.

 

 

  1. Verarbeitung personenbezogener Daten im Auftrag (Auftragsdatenverarbeitung, VwV I.1.12)
    Was ist das? 

Oftmals erfolgt die Durchführung der Datenverarbeitung an Schulen nicht durch die Schule selbst. Man spricht dann von einer Auftragsdatenverarbeitung (kurz ADV). ADV im Sinne des Landesdatenschutzgesetzes (LDSG) ist die Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung von personenbezogenen Daten durch einen Dienstleister im Auftrag der verantwortlichen Stelle.

Die Dienstleistung wird hierbei durch Dritte erbracht. Dies kann z.B. die Nutzung der Dienste eines Rechenzentrums sein (beim Schulträger,  in einem anderen Rechenzentrum oder auch bei Cloud-Diensteanbietern). Auch die Nutzung vieler webbasierter Technologien stellt eine ADV dar.

Übrigens: auch die Durchführung von Wartungsarbeiten oder vergleichbarer Hilfstätigkeiten, also z.B. Hardwarewartung an Servern oder Festplattensystemen, Betreuung des Betriebssystems usw. gilt als Datenverarbeitung im Auftrag.

Einige Beispiele für ADV:

  • Nutzung von Software, welche webbasiert (über Internet oder Intranet) zur Verfügung gestellt wird (z.B. Lernstandserhebung und Förderprogramme, wenn personenbezogene Schüler- oder Lehrerdaten verarbeitet werden).
  • Ablagen von personenbezogenen Daten auf extern gehosteten Servern.
  • EDV-Dienstleistungen des Schulträgers oder von durch diesen beauftragten Firmen.
  • Wartungsdienstleistungen, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass während der Wartung personenbezogene Daten zur Kenntnis gelangen, beispielsweise:
    • Wartung von IT-Systemen
    • Wartung von TK-Anlagen.
  • Entsorgung von Akten oder Datenträgern durch externe Unternehmen.
  • Kompetenzanalyse Profil AC, ASD BW. Hier handelt es sich vom Kultusministerium vorgegebene Software, für die das Kultusministerium den Vertrag nach § 7 LDSG abgeschlossen hat.

 
Welche Folgen hat das?
Vorweg: Die datenschutzrechtliche Verantwortung bleibt bei der Schule. D.h. die Schule ist verantwortlich für den Datenschutz, das Treffen von technischen und organisatorischen Datenschutzmaßnahmen und auch die Auskunftserteilung gegenüber Betroffenen. Ferner dafür, dass die Daten zum gegeben Zeitpunkt auch gelöscht werden.

Zwischen Auftraggeber - also der Schule - und dem Auftragnehmer - dem Dienstleister - ist zwingend eine schriftliche Beauftragung abzuschließen.
Inhalt des Vertrages bei einer ADV:
In diesen Auftrag sind mindestens folgende Punkte aufzunehmen:

  • Gegenstand und Umfang der Datenverarbeitung
    Es ist darzustellen, welche personenbezogenen Daten auf welche Weise zu welchem Zweck/mit welchem Ziel verarbeitet werden. Welche Software wird dazu eingesetzt?
  • Etwaige Unterauftragsverhältnisse
    Dabei ist zu regeln, ob Unterauftragsverhältnisse gewünscht bzw. zugelassen sind. Empfehlung: Festlegen, dass eine Erteilung eines Unterauftrags nur nach vorheriger Zustimmung der Schule erfolgen darf
  • Befugnis der Schule hinsichtlich der Verarbeitung personenbezogener Daten
    Weisungen zu erteilen
  • Die zu treffenden technischen und organisatorischen Maßnahmen
    • Die Maßnahmen sind konkret und detailliert festzulegen
    • Vom Auftragnehmer sollte man sich ein Datenschutz- und Sicherheitskonzept mit den von ihm getroffenen Maßnahmen vorlegen lassen.

Eine vom Kultusministerium erstellte Vorlage für einen solchen Vertrag finden Sie hier.

Darüber hinaus ändert eine ADV nichts an der Pflicht der Schule, ein Verfahrensverzeichnis zu führen und das per ADV genutzte Verfahren darin zu dokumentieren.

 

  1. Dürfen im pädagogischen Netz sowohl schuleigene als auch private Geräte (BYOD) im gleichen Netz betrieben werden?

Ja!

Es dürfen jedoch grundsätzlich keine personenbezogenen Daten - wie im Netzbrief dargestellt - verarbeitet werden, außer Name und Klassenzugehörigkeit von Schülerinnen und Schülern und die hierfür erforderlichen technischen Daten.

Für alle Benutzer muss zwingend eine persönliche Authentifizierung für den Netzzugang erfolgen. Über ein Berechtigungssystem muss zudem sichergestellt werden, dass ein erfolgreich authentifizierter Benutzer nur Zugriff auf die für ihn autorisierten Daten hat.
Beim drahtlosen Netz-Zugang (WLAN) ist WPA2-Enterprise nach 802.11i mit personenbezogener Authentifizierung nach 802.1X erforderlich. Die Authentifizierung hat dabei gegen eine zentrale Benutzerdatenquelle zu erfolgen – z.B. über einen RADIUS-Server gegen den Server des pädagogischen Netzes. Der vermittelnde RADIUS-Server hat sich dabei gegenüber den Clients durch ein X.509-Zertifikat auszuweisen bei dem dieser das Zertifikat ohne Fehler überprüfen kann. Die Datenübertragung zwischen Authentifizierungsserver und Client erfolgt über einen verschlüsselten Tunnel – Realisierung z.B. mit Protected EAP (PEAP).

 

  1. Was ist Cloud Computing und was muss bei der Nutzung beachtet werden? 

Bei Cloud-Computing werden IT-Infrastrukturen wie z. B. Rechenleistung, Datenspeicher, Netzwerkkapazitäten oder auch komplette Anwendungssoftware, sowie die Verarbeitung von Daten der Kunden mittels dieser Software - von einem Dienstleister dynamisch an den Bedarf angepasst - über ein Netz zur Verfügung gestellt. Dadurch ergeben sich mehr Flexibilität und meist niedrigere Kosten. Für den Nutzer erscheint die zur Verfügung gestellte Infrastruktur fern und undurchsichtig, wie von einer „Wolke" (engl. Cloud) verborgen. Beispiele für Cloud-Computing sind Dropbox, Microsoft Cloud Services (z.B. Office365, Azure), Google Drive, iCloud sowie weitere Web 2.0 Anwendungen.

Bei Cloud Computing liegt grundsätzlich eine Datenverarbeitung im Auftrag vor (siehe hierzu auch FAQ Auftragsdatenverarbeitung).

  • Die datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit verbleibt bei der Schule.
  • Der Auftrag ist schriftlich zu erteilen. Der Inhalt des Vertrages richtet sich nach § 7 Absatz 2 LDSG.

Viele Anbieter von Cloud-Computing erfüllen nicht die datenschutzrechtlichen Anforderungen, weil

  • es meist nicht möglich ist, einen Vertrag entsprechend den gesetzlichen Vorgaben abzuschließen.
  • sich der Sitz der Dienstleister oft außerhalb des Geltungsbereichs der EU-Datenschutzrichtlinie befindet. Diese verbietet es grundsätzlich, personenbezogene Daten aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Staaten zu übertragen, deren Datenschutz kein dem EU-Recht vergleichbares Schutzniveau aufweist.

Viele Cloud-Computing-Anbieter kommen aus diesen Gründen für Schulen nicht in Frage. So unterliegen Cloud-Betreiber mit Sitz in den USA dem US-Recht und demnach dem Patriot Act. Unternehmen mit Sitz in den USA sind deshalb gezwungen, auch Daten an amerikanische Behörden auszuliefern, die sich auf Servern in fremdem Hoheitsbereich befinden. Dies ist beispielsweise von Amazon, Microsoft und Google bestätigt worden.

Eine Liste von alternativen, nutzbaren Dienstleistern finden Sie unter http://www.kultusportal-bw.de/,Lde/830464. Dort und in den FAQ zur Verschlüsselung finden Sie auch Hinweise zur Speicherung von verschlüsselten personenbezogenen Daten in Clouds.

Aktuelle Ergänzung:
Einige Dienstleister haben als rechtliche Grundlage für die Beauftragung die sogenannten Safe Harbor Principles genannt. Diese Safe Harbor Principles wurde von der Europäischen Kommission anerkannt, eine Datenverarbeitung war deshalb zulässig. Vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) wurde jedoch jüngst die Safe Harbor Principles als nicht ausreichend bewertet und eine Datenverarbeitung auf dieser Grundlage (Urteil vom 6. Oktober 2015) als unzulässig bewertet. Es ist zudem davon auszugehen, dass auch die EU Model Clauses, die andere Dienstleister anführen, ähnlich zu bewerten sind. Daher ist von einer Beauftragung von Dienstleistern aufgrund dieser Rechtsgrundlage abzuraten.

Das KM empfiehlt:

  • ausschließlich mit Dienstleistern zusammenzuarbeiten, die Ihren Sitz im Geltungsbereich der EU-Datenschutzrichtlinie haben, dabei ist auch auf Unterauftragnehmer zu achten.
  • sich im Vertrag schriftlich zusichern zu lassen, dass keine Verarbeitung personenbezogener Daten außerhalb der EU erfolgt und auch keine Daten an Stellen außerhalb der EU (auch an staatliche Stellen, Behörden) übermittelt werden.

 

  1. Was bedeutet Datenschutz und wer ist für den Datenschutz an öffentlichen Schulen verantwortlich? 

Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem "Volkszählungsurteil" von 1983 klargestellt, dass das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ein Grundrecht ist. Das Grundrecht gewährleistet insoweit die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen. Alle am Schulleben Beteiligten müssen die Vorgaben des Datenschutzes beachten. Die Schulleitung ist für den Datenschutz an der Schule verantwortlich. Zu ihrer Unterstützung kann sie einen Datenschutzbeauftragten bestellen (§ 10 Landesdatenschutzgesetz).

 

  1. Muss die Schule einen Datenschutzbeauftragten bestellen? 

Nein!

Nach derzeitiger Rechtslage können öffentliche Stellen, also auch öffentliche Schulen, einen behördlichen (schulischen) Datenschutzbeauftragten bestellen. Mehrere Stellen (öffentliche Schulen oder schulübergreifende Lösung durch Schulträger) können gemeinsam einen behördlichen Datenschutzbeauftragten bestellen (§ 10 Landesdatenschutzgesetz). Sofern die Schule keinen behördlichen Datenschutzbeauftragten bestellt hat, muss ein Verfahrensverzeichnis (§ 11 Landesdatenschutzgesetz) an den Landesbeauftragten für den Datenschutz (durch Übersendung einer Kopie des Verzeichnisses) übersandt werden (§ 32 Landesdatenschutzgesetz).

Empfehlung: Die Schulleitungen sollten, wenn möglich, eine IT-technisch versierte Lehrkraft zum behördlichen Datenschutzbeauftragten bestellen. Damit würde die Meldung an den Landesbeauftragten für den Datenschutz obsolet und die Schulleitung beim Datenschutz unterstützt.

Die Bestellung zum behördlichen Datenschutzbeauftragten muss schriftlich erfolgen und der Örtliche Personalrat muss der Maßnahme zustimmen. Eine Interessenkollision bei der Bestellung sollte allerdings vermieden werden (möglichst kein Mitglied der Schulleitung oder Netzwerkbetreuer sollte zum behördlichen Datenschutzbeauftragten bestellt werden).

 

  1. Dürfen Daten von Vorsitzenden des Elternbeirats bzw. Schülersprechers an Stellen außerhalb der Schule kommuniziert werden?

Ja, allerdings nur mit deren Einwilligung.

Bei den Vorsitzenden des Elternbeirats und den Schülersprechern handelt es sich um sog. Funktionsträger, die ein öffentliches Ehrenamt innehaben. Deren Namen und Funktion dürfen nach außen kommuniziert, also z.B. auf der Homepage der Schule eingestellt werden. Genannt werden dürfen deren Namen und die Funktion, sofern der Betroffene eingewilligt hat. Sollen weitere Daten genannt werden, wie z.B. Kontaktdaten oder Fotos, so darf das auch nur nach vorheriger schriftlicher Einwilligung der Betroffenen erfolgen.

Name und Funktion von Klassensprechern oder Klassenelternvertretern, dürfen aber nicht kommuniziert werden, da diese nicht die Schule nach außen vertreten und  nur im Schulinnenverhältnis aktiv sind.

 

  1. Ist eine Datenübermittlung personenbezogener Daten von Schülerinnen und Schülern sowie von deren Erziehungsberechtigten an die katholische oder evangelische Kirche ohne Einwilligung u.U. zulässig? 

Ja in den in der VwV II.3.1.2 genannten Fällen.

Eine Übermittlung personenbezogener Daten der Schülerinnen und Schüler und deren Erziehungsberechtigten an die katholische oder evangelische Kirche ist anlässlich der Kommunion oder Konfirmation sowie zur Erfüllung weiterer Aufgaben dieser Kirchen ohne Einwilligung der Betroffenen zulässig.
Eine Datenübermittlung von personenbezogenen Daten an weitere Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften ist nur mit Einwilligung der Betroffenen zulässig.

Die Schulen haben nach VwV II.3.5 die Übermittlungen zu dokumentieren, so dass darüber Auskunft erteilt werden kann.

 

  1. Was muss die Schule bei einer Domain beachten?

Für den Betrieb einer Homepage wird ein Name im Sinne einer Internet-Adresse benötigt. Dieser darf natürlich nur einmal vergeben sein. Für Adressen in der Domain .de wacht das Deutsche Network Information Center (DENIC, http://denic.de/) über die Eindeutigkeit. Die DENIC ist für eine Adressregistrierung und -vergabe zuständig.
Die Registrierungsbedingungen der DENIC sind in den DENIC-Domainrichtlinien und den DENIC-Domainbedingungen festgehalten. Sie lassen sich im Wesentlichen wie folgt zusammenfassen:
Bei der Zuteilung einer Domain herrscht das Prioritätsprinzip. Die DENIC registriert eine Domain für denjenigen, der dies zuerst beantragt („First come, first served“). Eine Berechtigungsprüfung dahingehend, ob der Anmelder mit der Registrierung  oder Nutzung der Domain beispielsweise Kennzeichenrechte Dritter verletzt, findet dabei grundsätzlich nicht statt. Die DENIC behält sich eine Ablehnung des Antrags nur bei offenkundiger Rechtswidrigkeit vor. Die Registrierung von .de-Domains steht auch ausländischen Personen offen. Die DENIC hält eine Datenbank für die von ihr vergebenen .de-Domains auf ihrer Homepage bereit. Für die Durchsetzung von Ansprüchen ist dies hilfreich, weil Namensträger und Kennzeicheninhaber, die sich durch die Registrierung einer Domain in ihren Rechten verletzt sehen, durch eine Abfrage der Datenbanken schnell und einfach ermitteln können, wer Inhaber der jeweiligen Domain und damit passivlegitimiert ist.

 

  1. Welche Anforderungen werden an eine wirksame Einwilligung nach § 4 Landesdatenschutzgesetz gestellt? 

Nach § 4 Landesdatenschutzgesetz ist die Verarbeitung personenbezogener Daten nur zulässig, wenn das Landesdatenschutzgesetz oder eine andere Rechtsvorschrift sie erlaubt oder soweit der Betroffene eingewilligt hat.
Der Landesbeauftragte für den Datenschutz hatte in einem Einzelfall darauf hingewiesen, dass selbst eine Verarbeitung personenbezogener Daten mit ausdrücklicher Zustimmung des Betroffenen nicht ausreicht und noch keine wirksame Einwilligung darstellt, wenn folgende Voraussetzungen nicht erfüllt sind.
Die Voraussetzungen einer wirksamen Einwilligung sind das Aufklären über den oder die Empfänger der Daten und der Hinweis auf die Möglichkeit, die Einwilligung unter Darlegung der Folgen zu verweigern. Ferner ist grundsätzlich eine schriftliche oder elektronische Einwilligung (§ 4 Absatz 2 und 3 Landesdatenschutzgesetz) einzuholen.

Mustervorlagen finden Sie auf dem Lehrerfortbildungsserver.

 

  1. Was ist bei der Einrichtung von E-Mail-Konten im Unterricht zu beachten? 

Grundsätzlich gilt die strikte Trennung von privater und unterrichtlicher E-Mail-Nutzung. Der Bildungsauftrag für die Schulen umfasst nicht das Einrichten/ Nutzen von E-Mail-Konten von Schülerinnen und Schülern zum privaten Gebrauch.
Werden personenbezogene E-Mail-Konten über den lokalen Mail-Server (z. B. paedML) im Schulnetz oder auf BelWü eingerichtet, kann die Schule im Missbrauchsfall den Zugang löschen.
Da E-Mail-Nutzung Inhalt des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags ist, ist bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern hierfür keine Einwilligung der gesetzlichen Vertreter erforderlich.

 

  1. Dürfen öffentliche Schulen und ihre Fördervereine zusammenarbeiten, indem sie personenbezogene Daten austauschen? 

Die Fördervereine sind auf neue Mitglieder angewiesen und möchten deshalb von den Schulleitungen eine Liste der jährlich neu hinzukommenden Erziehungsberechtigten haben. Dies ist datenschutzrechtlich jedoch nur zulässig, sofern die Erziehungsberechtigten vorher schriftlich hierzu eingewilligt haben. Bei Fördervereinen handelt es sich um Stellen außerhalb des öffentlichen Bereichs. Um eine personenbezogene Datenübermittlung zu vermeiden, kann die öffentliche Schule mit dem Förderverein vereinbaren, dass den Erziehungsberechtigten bei der Aufnahme von Schülerinnen und Schülern in die öffentliche Schule entsprechendes Informationsmaterial und Beitrittserklärungen des Fördervereins ausgehändigt werden.

 

  1. Kann die Lehrkraft im Missbrauchsfall die Herausgabe des Mobilfunktelefons von Schülern verlangen? 

Ja!

Eine Lehrkraft kann die Herausgabe eines Handys immer dann verlangen, wenn es schulordnungswidrig verwendet wird. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn Schüler beim Anschauen von Gewalt- oder Pornovideos angetroffen werden oder wenn die Schul- und Hausordnung verletzt wird. Da Handys aber Inhalte aus dem Privatleben der Schülerin bzw. des Schülers gespeichert haben können, ist es allerdings nicht zulässig, dass die Lehrkraft selbst die gespeicherten Inhalte abruft. Neben dem Eigentumsgrundrecht können auch die Grundrechte auf informationelle Selbstbestimmung sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis berührt sein. Die Schule ist daher verpflichtet, das Handy bei Verdacht von strafbarem Verhalten der Polizei oder bei sonstigen Verstößen den Erziehungsberechtigten zu übergeben mit der Bitte, dem Verdacht nachzugehen.
Ermittlungen nach § 90 SchG sind allerdings möglich, da diese nur durch die Schule erfolgen können (z. B. schulordnungswidriger Gebrauch des Handys). Empfehlenswert ist das Erstellen einer Nutzungsordnung für Mobilfunktelefone an der öffentlichen Schule.

 

  1. Dürfen Klassenelternvertreter, also Mitglieder des Elternbeirats auf die personenbezogenen Daten von anderen Schülern, nicht der eigenen Kinder, im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung zugreifen? 

Nein!

Angelegenheiten einzelner Schüler können die Elternvertretungen nur mit der Zustimmung von deren Eltern behandeln.

 

  1. Darf der Computer (auch Laptop, mobiles Endgerät) einer Lehrkraft, auf dem personenbezogene Daten (z.B. Noten von Schülern) gespeichert sind, in das pädagogische Netz eingebracht werden?

    Ja!


    Soweit auf dem Computer bereits personenbezogene Daten gespeichert bzw. vorhanden sind, darf dieses Gerät zwar in das pädagogische Netz eingebunden werden, die personenbezogenen Daten müssen dabei in jedem Fall verschlüsselt sein. Eine Verarbeitung (Speichern, Öffnen der verschlüsselten Datei, jegliche Bearbeitung, Verschieben usw.) darf jedoch generell nicht erfolgen.
    Personenbezogene Daten dürfen im pädagogischen Netz nämlich grundsätzlich nicht verarbeitet werden.

    Warum?

    Es ist relativ einfach, beispielsweise durch den Einsatz von Keyloggern, das Passwort für die Verschlüsselung auszuspähen: Im unsicheren pädagogischen Netz könnte eine Keylogger Software auf den Lehrer-Computer aufgebracht werden (dies ist ganz einfach möglich z.B: über den USB Anschluss). Wird nun das Passwort eingegeben, dann speichert der Keylooger das Passwort.

    Welche Alternativen zur Verarbeitung gibt es?

    1. Speichern der personenbezogenen Daten auf einem USB Stick in verschlüsselter Form.
    2. Speicherung der personenbezogenen Daten im Lehrernetz. In diesem Fall darf ein Zugriff auf die Daten vom pädagogischen Netz aus nicht ermöglicht werden.
    3. Speicherung der personenbezogenen Daten entsprechend der Vorgaben des Netzbriefs zur Unterrichtsumgebung (Stichwort: eigenes Servernetz) oder außerhalb der Schule bei einem Dienstleister (Auftragsdatenverarbeitung!). In beiden Fällen ist die Verwendung einer zwei Faktoren Authentifizierung, sowie einer Ende-zu Ende-Verschlüsselung vorgeschrieben.

    Hinweis: Kompetenzraster an Schulen

    • Die Kompetenzen der Schüler können in Moodle vom unterrichtlichen pädagogischen Netz aus erfasst werden, da Moodle die Vorgaben des Netzbriefs erfüllt.
    • Die in Moodle gespeicherten Daten dienen als Vorlage / Anlage für den Lernentwicklungsbericht.
    • Der Lernentwicklungsbericht / Zeugnis darf nicht im pädagogischen, sondern nur im separaten Lehrernetz oder auf einem entsprechend geschützten PC zu Hause von der Lehrkraft erzeugt bzw. weiter verarbeitet werden.

     

  2. Wie mache ich es mir einfach bei der Nutzung von privaten Datenverarbeitungsgeräten? 

Ist die Verwendung von privateigenen Datenverarbeitungsgeräten (wie PersonalComputer, Laptop, Notebook, usw.) beabsichtigt, dann müssen die Vorgaben in der VwV "Datenschutz an öffentlichen Schulen" (Abschnitt I, Nr. 11) und Anlage 1 zur VwV berücksichtigt werden. Sie müssen umfangreiche technische und organisatorische Datenschutzmaßnahmen treffen, um insbesondere jeden unbefugten Zugriff - beispielsweise auch bei einer Mitnutzung des Gerätes durch Familienangehörige - zu verhindern. Die Nutzung dieser Geräte ist durch die Schulleitung zu genehmigen. Hierzu steht das Formular "Antrag auf Nutzung privater Datenverarbeitungsgeräte für dienstliche Zwecke" auf diesem Portal bereit. Sowohl der Schulleitung als auch dem Landesbeauftragten für den Datenschutz steht ein Kontrollrecht zu.

Doch Sie können es sich einfacher machen!

Indem Sie sämtliche personenbezogenen Daten ausschließlich auf einem USB-Stick abspeichern und diesen USB-Stick verschlüsseln, z.B. mittels der Software VeraCrypt, verringern Sie Ihren Aufwand erheblich. Dadurch wird z.B. wirksam ein unbefugter Zugriff auf die Daten verhindert, sie müssen also keine aufwändigen Berechtigungsstrukturen hinterlegen. Ferner können Sie auf diese Weise leicht dem Auskunftsanspruch Ihrer Schulleitung oder des Landesbeauftragten für den Datenschutz nachkommen, da Sie dann nur den USB-Stick - und nicht den ganzen Computer, auf dem sich u.U. auch private Daten befinden - vorweisen müssen. Bitte denken Sie auch an die Sicherungskopie auf einem weiteren USB-Stick.

 

  1. Was sind personenbezogene Daten? 

Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über persönliche und sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person (§ 3 Absatz 1 Landesdatenschutzgesetz). Dazu gehören z. B. Name, Anschrift, Geburtsdatum, Telefonnummer, Fotos, Email-Adresse, Kontonummer, Noten usw.

 

  1. Dürfen beim Einsatz von Lern-, Informations- und Kommunikationsplattformen Verhaltens- und Leistungskontrollen, statistische Auswertungen der Beschäftigten erfolgen? 

Nein!

Nach § 6 Absatz 1 der Rahmendienstvereinbarung zum Einsatz von Lern-, Informations- und Kommunikationsplattformen (vom 26.01.2012) findet keine Verhaltens- und Leistungskontrolle bzw. -bewertung der Beschäftigten mittels automatisierter Verarbeitung personenbezogener Daten und sonstige statistische Erfassung und Auswertung statt.

 

  1. Welche Stelle trägt die datenschutzrechtliche Verantwortung bei der Ausstattung und dem Betrieb sog. elektronischer Schließsysteme an Schulen? 

Schulträger ersetzen zunehmend mechanische durch elektronische Schließanlagen an Schulen (§ 48 SchG). Sofern mit Komponenten einer elektronischen Schließanlage (Schließmedium, Türzylinder, Programmiergerät, Verwaltungssoftware) personenbezogene Daten verarbeitet werden (z.B. Stammdaten, Ereignisprotokolle) stellt sich die Frage der datenschutzrechtlich verantwortlichen Stelle (§ 3 Abs. 3 LDSG). 
Betreibt der Schulträger im Rahmen des technischen Gebäudemanagements eine elektronische Schließanlage ist er für eine personenbezogene Datenverarbeitung verantwortlich. Sofern der Schulträger die Verwaltung der Schließanlage ganz oder teilweise auf den Schulleiter delegiert, nimmt dieser im Rahmen seiner Aufgaben nach § 41 SchG (Aufsicht über die Schulanlage und das Schulgebäude, Verwaltung und Pflege der der Schule überlassenen Gegenstände) Aufgaben des Schulträgers wahr und ist dabei an dessen Anordnungen gebunden. Da der Schulleiter im Rahmen der Anordnung des Schulträgers handelt, bleibt der Schulträger die datenschutzrechtlich verantwortliche Stelle. Ausführliche Informationen finden Sie unter http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/urda/daten/ds_neu/daten/sicher/

 

  1. Dürfen Schüler, die im Schülerrat oder der Schülermitverantwortung aktiv sind, auf personenbezogene Daten von anderen Schülern im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung zugreifen?

Nein!

Ein Zugriff auf personenbezogene Daten ist nur nach vorheriger Einwilligung durch die Betroffenen zulässig.

 

  1. Dürfen die Schulcomputer, die an das Internet angeschlossen sind privat genutzt werden? 

Ja, aber das Kultusministerium rät davon ab!

Die öffentliche Schule kann selbst entscheiden, ob sie die private Internetnutzung gestattet oder untersagt. Sobald die öffentliche Schule den Lehrkräften bzw. den Schülerinnen und Schülern die private Internetnutzung gestattet, wird sie zum Diensteanbieter nach dem Telemediengesetz (vgl. §§ 2, 11 Abs. 1 Telemediengesetz; §§ 3, 88 Abs. 2 Telekommunikationsgesetz) was zu einer Haftung als Provider führt. Ferner sind die haushaltsrechtlichen Folgen zu beachten. In diesem Fall müsste die Schule nämlich für die private Inanspruchnahme dienstlicher IuK-Infrastruktur ein entsprechendes Entgelt erheben. Die öffentliche Schule sollte in einer Nutzungsordnung bzw. Dienstanweisung die datenschutzrelevanten Fragen bei der Internetnutzung (Protokollierung, Auswertung und Löschung der Daten) regeln.   

Allerdings ist eine private Internetnutzung der Computer, die nicht für Unterrichts- sondern für Verwaltungszwecke eingesetzt werden (z. B KISS-Rechner), nicht gestattet.

 

  1. Was ist bei der Veröffentlichung personenbezogener Daten auf der Schulhomepage zu beachten? 

Die personenbezogenen Daten von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften dürfen ohne Einwilligung der Betroffenen im Internet nicht veröffentlicht werden. Dasselbe gilt für Fotografien, Film und Tonaufnahmen.

Eine Veröffentlichung der dienstlichen Erreichbarkeitsdaten (aber keine Fotos) der Schulleiterin bzw. des Schulleiters und deren Stellvertreterin bzw. deren Stellvertreter ist als dienstlich erforderlich und somit auch ohne deren Einwilligung als zulässig anzusehen. Dies gilt aber nicht für das übrige Personal der Schule (Lehrerkollegium, Hausmeister und Schulsekretärin).

 

  1. Dürfen personenbezogene Daten (Privatanschrift und Telefonnummer) von allen Lehrkräften, ohne deren Einwilligung, von der Schulleitung in das Schulintranet eingestellt werden?

Nein!

Zu den Aufgaben des Schulleiters gehört u. a. die Anordnung von Vertretungen. Deshalb muss er die persönlichen Daten der Lehrkräfte kennen. Nach dem Grundsatz der Zweckbindung und Datensparsamkeit ist es jedoch nicht gestattet und auch nicht erforderlich, dass z. B. für Vertretungsfälle alle Lehrkräfte im Intranet die Anschriften und Telefonnummern der Kolleginnen und Kollegen einsehen können. Die von der Schulleitung erhobenen Privatdaten der Lehrkräfte dürfen nur dann in das Schulintranet eingestellt werden, wenn sie in diese Verarbeitungsform schriftlich eingewilligt haben.

 

  1. Dürfen einzelne Schulnoten vor der gesamten Klasse bekannt gegeben werden?

Nein!

Grundsätzlich ist dies nicht zulässig. Die Bekanntgabe der Noten kann ebenso unter vier Augen stattfinden; zur Orientierung der Schülerinnen und Schüler genügt ein Notenspiegel (zahlenmäßiger Überblick über die Notenverteilung ohne Namensnennung). Aus pädagogischen Gründen sind Ausnahmen nur in Einzelfällen denkbar, z.B. bei einer besonderen Verbesserung eines Schülers im Sinne einer Vorbildwirkung.

 

  1. Muss die Schule ein Verfahrensverzeichnis führen?

Ja!

Jede öffentliche Stelle (Schule) muss ein Verzeichnis der automatisierten Verfahren, mit denen personenbezogene Daten verarbeitet werden (Verfahrensverzeichnis) führen. Das Verzeichnis kann auch von einer anderen Stelle (Schulträger) für die
Schule geführt werden (§ 11 Absatz 1 Landesdatenschutzgesetz). Im Kultusportal und im Kultusintranet steht ein Formular zur Verfügung. Die Schulleitung ist verpflichtet, sofern sie keinen behördlichen Datenschutzbeauftragten bestellt hat, eine Kopie des Verfahrensverzeichnisses an den Landesbeauftragten für den Datenschutz zu übersenden (§ 32 Landesdatenschutzgesetz).

Erstellung des Verfahrensverzeichnisses

Nach dem bis 1991 geltenden Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) hatte der betrieblich oder behördlich bestellte Datenschutzbeauftragte (bDSB) die Übersichten mit Angaben zu den automatisierten Verfahren (dies entspricht nach der Terminologie des LDSG dem Verfahrensverzeichnis) selbst zu erstellen, während nun nach § 4 g Abs.2 BDSG diese Übersichten dem bDSB lediglich zur Verfügung zu stellen sind.

§ 10 Abs. 4 Satz 1  Landesdatenschutzgesetz (LDSG) beschreibt generell die Aufgabe des bDSB, die Behörde im Bereich des Datenschutzes zu unterstützen und zu beraten. Dadurch wird klargestellt, dass die Verantwortlichkeiten sowohl bei der Schulleitung als auch bei den Lehrkräften und sonstigen Mitarbeitern in der Schule in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich bestehen bleiben, diese also für die übertragenen Aufgaben - auch hinsichtlich der Anwendung des Datenschutzes - verantwortlich sind.

Für den Schulbereich bedeutet dies konkret, dass die Gesamtverantwortung, also auch für die Erstellung des Verfahrensverzeichnisses, bei der Schulleitung liegt, die selbstverständlich Aufgaben delegieren kann.

Gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 Nr. 3 LDSG führt der bDSB das Verfahrensverzeichnis der Schule. Im Gegensatz zum BDSG ist dort nicht geregelt, wer das Verfahrensverzeichnis erstellt, so dass diese Aufgabe von der Schulleitung auf die jeweiligen Verfahrensverantwortlichen oder den bDSB delegiert werden kann. Aber auch wenn die Schulleitung den bDSB mit der Erstellung des Verfahrensverzeichnisses beauftragt, heißt dies nicht, dass er diese Aufgabe allein bewältigen kann, weil er hierfür auf die Angaben der jeweiligen Verfahrensverantwortlichen angewiesen sein wird. Der Input für das Verfahrensverzeichnis muss also zumindest bei größeren Schulen von den jeweiligen Verfahrensverantwortlichen geleistet werden. Insofern müsste der bDSB die notwendigen Angaben für das Verfahrensverzeichnis bei den für die einzelnen Verfahren zuständigen Personen erheben, beispielsweise technische Informationen, also § 11 Abs.2 Nr. 9 und 10 LDSG, vom EDV-Administrator bzw. vom Netzwerkbetreuer. Bei kleineren Schulen sieht es natürlich anders aus; da wird diese Aufgabe weitgehend vom bDSB selbst erledigt werden müssen, weil keine Verfahrensverantwortlichen vorhanden sind.

Im Regelfall ist an den Schulen zur Erstellung des Verfahrensverzeichnisses eine Zusammenarbeit zwischen den Verfahrensverantwortlichen und dem bDSB erforderlich.

Neben der datenschutzrechtlichen Dokumentation des automatisierten Verfahrens erfüllt das Verfahrensverzeichnis noch einen weiteren Zweck. Durch die umfassende Dokumentation des jeweiligen Verfahrens ist nämlich der verantwortlichen Stelle eine Eigenkontrolle des Verfahrens möglich. Hierbei kann insbesondere überprüft werden, ob das Verfahren rechtmäßig eingesetzt wird und vor allem ob die getroffenen technischen und organisatorischen Datenschutz-Maßnahmen wirksam und ausreichend sind.

Vor diesem Hintergrund erscheint es zumindest für größere Schulen von Vorteil zu sein, dass das Erstellen des Verfahrensverzeichnisses nicht durch den Datenschutzbeauftragten der Schule selbst erfolgt, sondern vom Datenschutzbeauftragten beratend begleitet wird. Die Schulleitung sollte zumindest prüfen, ob das Erstellen des Verfahrensverzeichnisses in die Hände der jeweiligen Verfahrensverantwortlichen gelegt werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, dass der behördliche Datenschutzbeauftragte seiner Beratungspflicht wirksam nachkommen kann und eine Selbstkontrolle in der Schule nach dem Vier-Augen-Prinzip erfolgt.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Schulleitung für die Erstellung des Verfahrensverzeichnisses verantwortlich ist, weil sie die Gesamtverantwortung für die Einhaltung des Datenschutzes an der Schule trägt. Sie kann wie oben ausgeführt diese Aufgaben auf die jeweiligen Verfahrensverantwortlichen und/oder auf den bDSB delegieren.

 

  1. Veröffentlichung von Fotos, Filmen und anderen digitalen Medien im Internet/Intranet oder in Printmedien
    Was ist bei der Veröffentlichung zu beachten?

Die Veröffentlichung von Fotos, Filmen und anderen digitalen Medien im Internet/Intranet oder in Printmedien, auf denen Minderjährige abgebildet sind, ist immer nur mit vorheriger schriftlicher oder elektronischer Einwilligung der Erziehungsberechtigten zulässig. Nach Vollendung des 14. Lebensjahres der Schülerin oder des Schülers muss zusätzlich deren/dessen Einwilligung eingeholt werden. Es handelt sich nicht um ein Rechtsgeschäft, weshalb die Einwilligung der Eltern nur bei fehlender Einsichtsfähigkeit des Schülers erforderlich ist. Ab 16 Jahren ist der Schüler üblicherweise einsichtsfähig.
Die Einwilligungserklärung gilt bis zum Ende des Schulbesuchs und kann jederzeit ohne Angaben von Gründen widerrufen werden.

Mustervorlagen finden Sie hier.

Übersicht

 

  1. Wann und wie müssen Daten verschlüsselt werden?

Mittels Verschlüsselung kann unbefugte Kenntnisnahme, unbefugtes Kopieren oder Verändern von personenbezogenen Daten bei der Speicherung, dem Transport und der Übertragung verhindert werden.

Personenbezogene Daten von Schülern oder Lehrkräften, die auf mobilen Speichergeräten wie z.B. externen Festplatten, USB Speichermedien, CD-ROMs, usw. abgelegt werden, aber auch auf Laptops, Notebooks, Tabletts, Smartphones, PDAs, usw. müssen immer verschlüsselt sein (siehe auch Anlage 1 zur Verwaltungsvorschrift "Datenschutz an öffentlichen Schulen"). Ein alleiniger passwortgeschützter Gerätezugang reicht nicht aus! Auch für den Fall, dass personenbezogene Daten per E-Mail über das Internet übertragen werden sollen, ist eine Verschlüsselung vorgeschrieben. Darüber hinaus ist eine Verschlüsselung aller gespeicherten dienstlichen personenbezogenen Daten auf privaten Datenverarbeitungsgeräten vorgeschrieben.

Die Verschlüsselung muss grundsätzlich mindestens gemäß AES-256 erfolgen. Bis auf weiteres kann auch eine Verschlüsselung nach AES-128 genutzt werden, sofern eine Applikation nur diese Verschlüsselung beinhaltet. Das Kultusministerium empfiehlt weiterhin die Nutzung der kostenlosen Software VeraCrypt. Hinweise und konkrete Empfehlungen auch zu weiterer geprüfter Verschlüsselungssoftware gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) www.bsi.de. Siehe Technische Richtlinie TR-02102 "Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen" und unter der Rubrik "Produkte und Tools".

Sollen verschlüsselte personenbezogene Daten beispielsweise in einer Cloud gespeichert werden, sind die Vorgaben des § 7 LDSG zu beachten, weil eine sog. Auftragsdatenverarbeitung stattfindet. Informationen zum Inhalt des Vertrages sowie Vertragsvorlagen finden Sie auf dem Lehrerfortbildungsserver und im Intranet der Kultusverwaltung. Die meisten Anbieter von Cloud Computing oder Online-Ablagesystemen wie Dropbox u.a. ermöglichen es nicht, die datenschutzrechtlichen Bestimmungen des LDSG einzuhalten. Daher ist dort eine Speicherung von personenbezogenen Daten - auch in verschlüsselter Form - unzulässig.

 

  1. Dürfen Vertretungspläne auf der Schulhomepage, im Intranet und/oder im Schulgebäude zugänglich sein?

Die ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung der Schule bedingt die am Schulleben beteiligten Schüler, Eltern und Lehrkräfte über Stundenplan-änderungen mittels eines Vertretungsplans zu informieren.
Auch ohne Nennung der zu vertretenden bzw. die Vertretung übernehmenden Lehrkraft (Namen oder Namenskürzel) kann eine Personenbeziehbarkeit des Vertretungsplans (welche Lehrkraft wird vertreten) nicht ausgeschlossen werden.

Veröffentlichung im Internet/ Intranet:

Vertretungsplan für...

Was ist sichtbar?

IntrAnet

IntERnet

Schülerinnen
und Schüler

  • nur die Vertretungen der eigenen Klasse
  • keine personenbezogenen Daten wie Namen oder Kürzel

z.B. 5a – Deutsch – 3. Std.   – Vertretung

Jede Klasse hat ihren eigenen Benutzernamen und ihr eigenes Klassenpasswort.

Eine weltweite Veröffentlichung im Internet verbietet sich in Ermangelung der Erforderlichkeit, den Vertretungsplan über den Kreis der am Schulleben Beteiligten zur Aufgabenerfüllung öffentlich zugänglich zu machen.

Schülerinnen
und Schüler

  • nur die Vertretungen der eigenen Klasse
  • mit personenbezogenen Daten
    (z.B. Namenskürzel)

z.B. 5a – Deutsch – 3. Stde – Vertretung: Mü - Raum 212

Jeder Schüler hat seinen eigenen Benutzernamen und sein eigenes Passwort.

Lehrkräfte

  • Alle Vertretungen sind aus dienstlichen Gründen für alle Lehrkräfte sichtbar.
  • mit personenbezogenen Daten
    (z.B. Namenskürzel)

Jede Lehrkraft hat ihren eigenen Benutzernamen und ihr eigenes Passwort.

Öffentlich zugänglich im Schulgebäude:
Im Schulgebäude ist der Aushang oder die digitale Anzeige von Vertretungsplänen auch unter Nennung von Namen oder Namenskürzel der vertretenden Lehrkraft als für die Aufgabenerfüllung der Schule (Organisation des Schulbetriebs) erforderlich und somit als zulässig anzusehen. Allerdings muss beachtet werden, dass es sich um einen schulischen Raum handeln muss, der in der Regel der allgemeinen Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Wo schulfremde Personen häufig verkehren, sollten Bildschirmanzeigen/Papieraushänge von Vertretungsplänen möglichst nicht eingesetzt werden. Ein Schuleingangsbereich dürfte sich dann nicht zum Einsatz von Bildschirmanzeigen/Papieraushängen von Vertretungsplänen eignen, wenn dort Besucher bzw. Nutzer anderer Einrichtungen im Gebäude (z.B. wie Kreismedienzentrum oder Kreisbibliothek) verkehren.
In jedem Fall ist die Nennung des Grundes der Vertretung zu vermeiden und eine Bildschirmanzeige/Papieraushang nach Unterrichtsschluss nicht mehr erforderlich.

 

  1. Dürfen zu unterrichtlichen Zwecken Video- und Tonaufnahmen von Personen auf privaten Geräten von Schülerinnen und Schülern erfolgen?

Nein!

Auch bei der Nutzung von privaten Schülergeräten bleibt die jeweilige Schule die datenschutzrechtlich verantwortliche Stelle und hat somit insbesondere sicherzustellen, dass technisch-organisatorische Datenschutzmaßnahmen getroffen werden.

In der Regel ist jedoch die (technische) Konfiguration eines schülereigenen Gerätes der Lehrkraft nicht bekannt, eine Überprüfung ist zudem kaum möglich. Damit ist unklar, ob und ggf. welche technisch-organisatorischen Datenschutz-maßnahmen getroffen wurden.

Ferner haben Lehrkräfte keine oder nur sehr wenige Möglichkeiten, zu überprüfen, was mit diesen Daten geschieht. So ist es kaum möglich, festzustellen, ob diese Daten gelöscht wurden. Darüber hinaus ist es gerade bei Smartphones sehr einfach, diese Aufnahmen in eine Cloud oder ein soziales Netzwerk hochzuladen.

Aus diesen Gründen ist von einer Nutzung von privaten Geräten der Schülerinnen und Schüler abzuraten. Auch mit einer von den Betroffenen eingeholten Einwilligung ist von der Nutzung von privaten Schülergeräten abzusehen, weil auch in einem solchen Fall die Schule ihre datenschutzrechtliche Verpflichtung, u.a. technisch-organisatorische Datenschutzmaßnahmen zu ergreifen, nicht erfüllen kann.
Es kann allenfalls zugelassen werden, dass die Schülerinnen und Schüler mit dem eigenen Gerät Video- und Tonaufnahmen von sich selbst anfertigen, aber keinesfalls von weiteren Personen.

Die Verwendung von schuleigenen Geräten, auch von an Schüler ausgegebene Tablets oder die Nutzung der Privatgeräte der Lehrkräfte (nach Genehmigung durch die Schulleitung (Siehe Anlage 1 der VwV „Datenschutz an öffentlichen Schulen“) ist jedoch zulässig.

 

  1. Welche Regeln sind zum Einsatz von Videoüberwachung an Schulen zu beachten?

Der Einsatz von optischer und/oder elektronischer Videoüberwachung an Schulen (dies umfasst auch die Videobeobachtung, nicht nur die Videoaufzeichnung) ist ein besonders schwerwiegender Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Der Gesetzgeber hat daher (in § 20 a LDSG) sehr restriktive Bedingungen für den Einsatz von Videoüberwachung festgelegt.

Es müssen konkrete Tatsachen vorliegen, die sich an der jeweiligen Schule selbst zugetragen haben, die die Annahme rechtfertigen, dass Rechtsgüter (wie Leben, Gesundheit, Freiheit oder Eigentum), Einrichtungen oder Objekte gefährdet sind. Die Existenz einer lediglich abstrakten Gefahr reicht keinesfalls aus, um einen Videoeinsatz zu rechtfertigen. In jedem Einzelfall muss zudem streng geprüft werden, ob es nicht datenschutzfreundlichere Alternativen gibt, die den Einsatz einer Videoüberwachung entbehrlich machen.

Beim Einsatz einer Videoüberwachung dürfen ferner keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass schutzwürdige Interessen der Betroffenen überwiegen; daher kein Einsatz in Umkleideräumen, Toiletten usw. zur Wahrung der Intimsphäre der Betroffenen. Betroffene können neben Schülerinnen und Schülern auch Lehrkräfte und ggf. Eltern und weitere Personen sein. Zu berücksichtigen ist dabei, dass gerade Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte u.U. überhaupt nicht die Möglichkeit haben, der Videoüberwachung zu entgehen, da sie verpflichtet sind, an der Schule zu sein. Für Schülerinnen und Schüler aufgrund der Schulpflicht, für Lehrkräfte aus arbeits- bzw. beamtenrechtlichen Gründen.

Für öffentliche Schulen gilt daher, dass der Einsatz von Videoüberwachung während des Schulbetriebes auf dem Schulhof sowie allen für den Schulbetrieb genutzten Räumlichkeiten, also allen Unterrichtsräumen, Aufenthaltsbereichen, Fluren, Toiletten, Sporthalle usw. grundsätzlich nicht zulässig ist.

Eventuelle Strafverfolgungsmaßnahmen sind zudem nicht Aufgabe der Schule sondern sollten den dafür zuständigen Behörden, also der Polizei überlassen werden.

Für die öffentlich zugänglichen Bereiche und die Außenhaut des Gebäudes samt Stellflächen für PKW und Fahrräder entscheidet grundsätzlich der Schulträger, ob bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen von der Videoüberwachung Gebrauch gemacht werden soll. Der Schulträger ist hierfür datenschutzrechtlich verantwortlich.

 


FAQ Datenschutz an Schulen: Herunterladen [pdf] [709 KB]

 

Die FAQ-Liste wurde vom Kultusministerium zur Verfügung gestellt.
(Stand Juni 2016)

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Letzte Änderung: 03.07.2016