Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/urh/anwendbsp/arblatt/, Stand 26. May. 2012
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Deutsch
– Klasse 12 – Fachlehrer W. Mustermann
Keppler-Schule Hauptstadt April 2007
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Unterschrift http://gutenberg.spiegel.de/autoren/kafka.htm
Originaltext:
Heimkehr
Ich bin zurückgekehrt, ich habe den Flur durchschritten und blicke mich
um. Es ist meines Vaters alter Hof. Die Pfütze in der Mitte. Altes, unbrauchbares
Gerät, ineinanderverfahren, verstellt den Weg zur Bodentreppe. Die Katze
lauert auf dem Geländer. Ein zerrissenes Tuch, einmal im Spiel um eine
Stange gewunden, hebt sich im Wind. Ich bin angekommen. Wer wird mich empfangen?
Wer wartet hinter der Tür der Küche? Rauch kommt aus dem Schornstein,
der Kaffee zu Abendessen wird
gekocht.
Ist dir heimlich, fühlst du dich zu Hause? Ich weiß es nicht, ich
bin sehr unsicher. Meines Vaters Haus ist es, aber kalt steht Stück neben
Stück, als wäre jedes mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt,
die ich teils vergessen habe, teils niemals kannte. Was kann ich ihnen nützen,
was bin ich ihnen und sei ich auch des Vaters, des alten Landwirts Sohn. Und
ich wage nicht, an der Küchentür zu klopfen, nur von der Ferne
horche ich, nur von der Ferne horch ich stehend, nicht so, daß ich als
Horcher überrascht werden könnte. Und weil ich von der Ferne horche,
erhorche ich nichts, nur einen leichten Uhrenschlag höre ich oder
glaube ihn vielleicht nur zu hören, herüber aus den Kindertagen. Was
sonst in der Küche geschieht, ist das Geheimnis der dort Sitzenden, das
sie vor mir wahren. Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder
wird man. Wie wäre es, wenn jetzt jemand die Tür öffnete und
mich etwas fragte. Wäre ich dann nicht selber wie einer, der sein Geheimnis
wahren will.
Quelle: www.3b-infotainment.de/unterricht/heimkehr.ppt
1. Aufgabe:
Untersuchen Sie den Text nach folgender Methode:
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http://teachsam.de/deutsch/d_ubausteine/aut_ub/kaf_ub/kaf_hei_ub_1.htm
2. Aufgabe
Inwiefern handelt es sich hier um eine Parabel?
Verwenden Sie zur Beantwortung folgenden Text.
Parabel
griech. parabole: Gleichnis
Die Parabel ist eine Gleichniserzählung und wird häufig zur didaktischen
Literatur beziehungsweise zur sogenannten Lehrdichtung gezählt. Im
Unterschied zu der verwandten Kleinform der Fabel, in der die Bedeutung des
Erzählten formelhaft und explizit zugespitzt wird, werden in der Parabel
Begebenheiten der menschlichen Welt erzählt, deren Bedeutung der Leser
durch Analogieschluß ermitteln muß. Ebenso wie in der Fabel
umfaßt diese Bedeutung oft ein bestimmtes Sozialverhalten (wie Nächstenliebe
oder Toleranz). Allerdings ist seine Grundlage nicht in der Sphäre der
Machtpolitik, sondern ursprünglich in einer meist religiösen Sittlichkeit
angesiedelt.
Die literarische Tradition der Parabel ist im Vergleich zur
Fabel weit weniger kontinuierlich und breit. Sie tritt nur selten als isolierte
epische Form auf, dagegen findet man sie häufig als gleichnishafte Episode
in eine epische, dramatische oder pragmatische Großform eingebettet. Dies
gilt zum Beispiel für die Gleichniserzählungen des Neuen Testaments
(wie das Gleichnis vom Verlorenen Sohn oder das vom barmherzigen Samariter),
aber auch für die
daran
anknüpfenden parabolischen Exempla (Beispiele) in der mittelalterlichen
Predigtliteratur bis hin zur Ringparabel in Lessings dramatischen
Gedicht Nathan der Weise (1779), die ihrerseits aus der Novellensammlung
Il Decamerone von Giovanni Boccaccio (um 1350) entlehnt ist. Mit dem
wichtigsten Strukturmerkmal des Vergleichs von zwei unterschiedlichen Gegenstandsbereichen
ist die Parabel besonders dazu geeignet, den Rezipienten zu aktivieren und auf
eine künstlerische Weise verschiedene Erkenntnisprozesse zu befördern.
Brechts "Parabelstücke", aber auch seine kurzen "Prosaparabeln"
(wie zum Beispiel Geschichten vom Herrn Keuner, entstanden nach 1930)
werden so zum Medium von Reflexion und Instruktion über das Verhalten in
der Gesellschaft. Mit Franz Kafkas Parabelerzählungen dagegen wird
die Zweideutigkeit, die mit dieser Form verbunden ist, zur prinzipiellen Unabschließbarkeit
des Gleichnisses gesteigert. Ein einziger Sinn oder eine einzige schlüssige
Interpretation läßt sich nicht mehr ermitteln. Der Sinn der Parabel
selbst wird zum Ausdruck des "Verblendungszusammenhangs" einer entfremdeten
Gesellschaft.
Quelle: http://www.uni-essen.de/einladung/Vorlesungen/epik/parabel.htm
3. Bilder / Fotos
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| http://www2.school-scout.de /themen/franz-kafka |
http://www.kafkaesk.de/ | ||
Aufgabe: Sie wollen Ihr Referat mit Bildern unterstützen.
Welche Urheberrechtsregeln bei Fotos müssen berücksichtigt werden?
4. Musik
Vertonungen und musikalische Interpretationen zu Kafka sind häufig.
Was müssen Sie beachten, wenn Sie Ihrem
Referat / Ihrer Präsentation ein solches Werk unterlegen.
Klären Sie, welche Urheberrechte normalerweise bei Musikwerken gelten.
Wodurch unterscheiden sich diese von den Urheberrechten auf der hier angeführten
Internetseite?
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http://www.copy-us.com/?file=kafka
5. Podcasts bieten gelesene Texte Kafkas an. (MP3-Dateien)![]()

6. Künstlerische Beschäftigung
Viele Menschen beschäftigen sich auch künstlerisch mit Kafka.
Siehe diese Werke:
Aufgabe:
Welche Ursachen könnte man – ausgehend vom Text
„die Heimkehr“ - für die künstlerische Beschäftigung
mit Franz Kafka nennen?
damals
wie heute ein faszinierendes „Spektakel“ über Ängste,
Unergründlichkeit, anonyme Mächte usw.
http://www.youtube.com/watch?v=l_dFpKZo54w&mode=related&search=
Zusätzliche Schüleraktivitäten für die Vorbereitung
der Präsentation:
Die Klasse sieht den am Vorabend von einem Schüler aufgezeichneten Film
„Kafka“ von Steven Soderbergh in der Mittagspause in der Schule
an.
http://www.new-video.de/film-kafka/
Einige
Schülerinnen und Schüler verabreden sich spontan zu einer Theateraufführung,
in der Ein Bericht für eine Akademie
von Kafka gezeigt wird. Dort erstellen sie mit dem Handy einige Kurzfilme aus
der Vorstellung sowie Fotos des Theaterfoyers mit Besuchern, um diese Dokumente
dann in der Klasse den anderen im Rahmen ihrer Präsentation vorzustellen.
Download
Arbeitsblatt [pdf] [755 KB]
Veröffentlichungsort: http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/urh/anwendbsp/arblatt/
© [15.9.2007] [Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung
an Schulen, Baden-Württemberg]
Hinweis:
Durch Anklicken der gelben Punkte
auf dem Arbeitsblatt gelangen Sie zu den Fragen und deren Antworten.