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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/unterricht/cm/cm_beschreibung/kurzbeschreibung.htm, Stand 18. Jan. 2017

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Kurzbeschreibung Crailsheimer Modell


Es gibt Klassen, in denen elementare Voraussetzungen des Unterrichtens nicht mehr gegeben sind. Wenn sich Klassenlehrerschaft und Schulleitung einig sind, kann eine grundlegende Neuorientierung vorgenommen werden. Es muss zwischen Lernenden und Lehrenden eine Verständigung über Arbeitshaltung, Verhaltensweisen und Ziele erreicht werden.


Konzept

Zukunftswerkstatt: Die Schüler/-innen befassen sich entsprechend der Leitfrage „Welche bisher gemachten Schulerfahrungen waren negativ?“ mit Mängeln des in der Mittelstufe Erlebten. In der Phantasiephase haben sie die Möglichkeit, die in der Kritikphase aufgedeckten Probleme, Schwierigkeiten, Ängste und Befürchtungen ins Positive zu wenden. Sie erarbeiten und präsentieren in Gruppen Lösungsvorschläge, die die Basis für den mit den Lehrenden auszuhandelnden Vertrag bilden.

Contracting: Lernende und Lehrende schließen einen Vertrag über die in der Klasse gültigen Regeln.

Mediatorenteam: Gewählte Schülermediatorinnen und -mediatoren verwalten einen „Kummerkasten“ und berufen zur Klärung von Streitfällen das aus jeweils drei Lernenden und Lehrenden zusammengesetzte Mediatorenteam ein.


Lernen

Durchgehende Lernelemente:Tägliches Vokabellernen, das Auswendiglernen von Gedichten und Rechnen ohne Taschenrechner trainieren Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit.

Gedichte auswendig lernen: Durchschnittlich alle zwei Wochen wird ein Gedicht auswendig gelernt und schriftlich abgefragt. Wir üben damit Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis. Die Lernenden werden mit poetischer Hochsprache konfrontiert.

Fächerübergreifendes Diktat: Texte beispielsweise aus Chemie oder Geschichte sind Grundlage eines wöchentlichen Übungsdiktats.

Daily English: Zwei Vokabelordner/-innen schreiben täglich sechs Vokabeln auf eine Flipchart. Jeden Tag fragt eine Lehrkraft diese Vokabeln an der Tafel ab und stellt die Ergebnisse dem/der Fachlehrer/-in zur Verfügung.

Rechnen ohne Taschenrechner: Schüler/-innen erwerben Gespür im Umgang mit Zahlen, überschlagen Ergebnisse und messen diese an der Realität.

Fremd- und Fachwörterglossar: Die in den einzelnen Fächern verwendeten Fremd- und Fachwörter erfassen die Schüler/-innen mit den jeweiligen Erklärungen im Textverarbeitungsunterricht am PC und stellen sie zu einem Glossar zusammen.


Unterstützen

Kontaktlehrerinnen und -lehrer: Einigen Schüler/-innen wird der Vorschlag unterbreitet, sich nach freier Wahl eine Lehrkraft zur persönlichen Unterstützung zu suchen.

Schüler helfen Schülern: Sehr gute Schüler/-innen leiten in Absprache mit den Fachlehrer/-innen regelmäßig Lerngruppen und dokumentieren ihre Arbeit in Tagebüchern. Sie erhalten einen Zeugniseintrag „…hat eine Fördergruppe im Fach … geleitet.“

Schüler-Mentoring: Schüler/-innen höherer Klassen (2BFS2, BK, Gymnasium) leiten Förderstunden. Die Geförderten bezahlen je nach Anzahl einen Beitrag (zwischen 1,50 und 2,00 €); der Freundeskreis verdoppelt die Summe.

Methodentraining: Im ersten Halbjahr einer Schulart, in der das Fach Projektkompetenz erteilt wird, werden fächerübergreifend verschiedene Lerntechniken nach Klippert eingeführt. Es wird eine gemeinsame Klassenarbeit geschrieben und von den Kollegen der jeweiligen Fächer korrigiert. Das Ergebnis fließt in die Note der Projektkompetenz ein.

Eingangstests: Es gibt in den allgemeinbildenden Kernfächern Eingangstests nach einem wissenschaftlich abgesicherten Blindverfahren. Vorbild dafür sind Diagnose- und Vergleichstests. Danach wird ein Klassenranking erstellt, das die Basis für Binnendifferenzierungen liefert. Man kann so die Klasse in zwei, drei oder mehr Leistungsgruppen unterteilen und entweder homogene oder auch heterogene Lerngruppen bilden. Die Einzelergebnisse werden in Blockdiagrammen dargestellt, so genannten Fehlersäulen. Nach jeweils einem drei Viertel Jahr werden die Tests wiederholt und die Fehlersäulen ergänzt. Lernforschritte können so exakt bestimmt werden. Die Schüler/-innen sehen sie und fühlen sich bestätigt.

 

Motivieren

Effiziente Unterrichtsformen: Die Kolleg/innen bemühen sich die neueren methodischen und didaktischen Erkenntnisse regelmäßig umzusetzen. Im Mittelpunkt steht dabei die Handlungsorientierung.

Projektarbeit: Die Schüler bearbeiten Projekte wie zum Beispiel: ,,Unsere Herkunft – unsere Wurzeln“ oder „Schule fertig – was dann?“.

An Wettbewerben teilnehmen: Projektthemen können Wettbewerbsausschreibungen entnommen sein. Die Ergebnisse werden eingereicht.

Bei Stiftungen anmelden: Begabte Schüler/-innen mit Migrationshintergrund, die sehr gute Leistungen nachweisen können, werden bspw. bei der Robert-Bosch-Stiftung zur Förderung vorgeschlagen.

 

Erziehen

Anwesenheit: Entschuldigte und unentschuldigte Fehlzeiten werden bei allen Schüler/-innen in den ersten drei Schulhalbjahren als Fehltage im Zeugnis vermerkt. Möchte ein Schüler den Unterricht vorzeitig verlassen, füllt er einen Unterrichtsbefreiungsschein aus, der vom Klassenlehrer, der Schulleitung und wiederum dem Klassenlehrer gegengezeichnet wird. Bei dreimaligem Fehlen wird der Unterricht Freitagnachmittag nachgeholt.

Lesbar schreiben: Lernende und Lehrende bemühen sich, die Schrift als Errungenschaft der Kultur zu schützen und zu pflegen.

Hausaufgaben: Im Stundenplan ist einmal wöchentlich eine Doppelstunde ausgewiesen, in der Schüler/-innen Hausaufgaben anfertigen, Gedichte bzw. Vokabeln lernen und gegenseitig abfragen, sich auf Klassenarbeiten vorbereiten oder Trainings- und Übungsaufgaben lösen.

 

Kommunizieren

Klassenlehrerteam: Alle wesentlichen Entscheidungen werden gemeinsam und mehrheitlich gefällt. Bei Projekten und Elternabenden treten die Lehrenden gemeinsam auf, um dieses Prinzip zu veranschaulichen.

Jour fixe: Die in den Projektklassen unterrichtenden Kollegen/-innen treffen sich alle drei bis vier Wochen für maximal eine Unterrichtsstunde, um sich auszutauschen und abzusprechen. Die Sitzungen werden möglichst gut vorbereitet; die Tagesordnungen sind bekannt. Die Anwesenheit ist freigestellt.

Elterngespräch: Wir führen in der zweiten Schulwoche in, nach Möglichkeit gemischtgeschlechtlich besetzten, Lehrertandems jeweils 30-minütige Gespräche mit den Eltern unserer Schüler/-innen. Dazu haben wir einen Fragebogen ausgearbeitet, an dem wir uns orientieren und ein Formular, das von den Eltern unterschrieben wird. Wir treffen uns in einer Klassenkonferenz, um die Ergebnisse auszuwerten.

Elterninformation: Die Eltern erhalten jeweils in der Mitte des Schulhalbjahres eine gesonderte Information über nicht angefertigte Hausaufgaben, Verspätungen, Fehltage und den Leistungsstand.

Klassenversammlung: Es werden regelmäßig Klassenversammlungen unter Leitung zweier Schülerinnen oder Schüler abgehalten. Dabei stellen entweder die Klassenlehrer/-innen oder die Kolleg/-innen der kommunikativen Fächer ihre Stunde zur Verfügung.

 

 

 

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Diese Materialien sind entstanden an der Kaufmännischen Schule Crailsheim unter der Mitarbeit von Henriette Eckelmann, OStR’ín Ursula Richter und Dr. Hans-Jörg Ronecker, die für diese Inhalte verantwortlich zeichnen.

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Zuständiger Redakteur: Stefan Gaum, gaum@lehrerfortbildung-bw.de
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Letzte Änderung: 22.03.2009