Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/unterricht/cm/zukunftswerkstatt/1_methode.htm, Stand 26. May. 2012
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Die Wurzeln der Zukunftswerkstätten liegen Ende der 60er Jahre. Sie entstanden überall dort, wo Menschen mit den etablierten Institutionen, den technischen Apparaten und Expertensystemen sowie den natur- und umweltzerstörenden Produktionsformen nicht mehr einverstanden waren und nach Alternativen suchten. Die Idee ist untrennbar mit dem Zukunftsforscher Robert Jungk verbunden ( „Nicht Herrschaft, sondern Verantwortung ist die wichtigste Aufgabe...").
Das Forschungsprogramm der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen „Mensch und Technik - sozialverträgliche Technikgestaltung" brachte der Methode neuen Aufschwung und führte in den 80-er Jahren zur Durchführung von ca. 20 Zukunftswerkstätten.
Nachdem die Methode in vielen Bereichen der Hochschule sowie der außerschulischen Aus- und Weiterbildung, insbesondere bei freien Bildungsträgern, Eingang gefunden hat, wird sie nun auch in Schulen praktiziert (siehe neue Lehrpläne Geschichte mit Gemeinschaftskunde an beruflichen Gymnasien und Berufsoberschulen). Heute ist Prof. Dr. Peter Weinbrenner von der Universität Bielefeld ein führender Vertreter der Methode. Er hat zahlreiche Zukunftswerkstätten durchgeführt und publiziert (siehe Fußnote) - auch im Rahmen einer Lehrerfortbildung für Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Gymnasien und Berufsoberschulen in Baden-Württemberg.
Die Ziele und Merkmale können wie folgt schlagwortartig zusammengefasst werden:
Lehrerrolle
Die skizzierten Merkmale machen deutlich, dass hier eine Methode verfügbar
ist, die doch in erheblichem Maße von den traditionellen Lern- und Verhaltensformen
in der Schule abweicht. Sie integriert in sehr zwangloser Weise viele der bekannten
didaktischen Prinzipien (z. B. die Prinzipien der Situationsorientierung, Problemorientierung,
Interessen und Bedürfnisorientierung, Handlungsorientierung sowie das Betroffenheitsprinzip)
und kann trotzdem auf den alles wissenden, belehrenden und steuernden Lehrer
als Experten verzichten. Insofern wird durch die Zukunftswerkstatt auch die
Lehrerrolle neu definiert. Die Lehrerin/der Lehrer ist hier lediglich „Moderator",
der mit einem Minimum an Autorität auskommt. Er ist Organisator, Initiator,
Anreger und Vermittler sowie geduldiger Zuhörer.
Dieser Beitrag soll anregen und ermutigen, sich auf diese neue Lehrerrolle einzulassen und mit Hilfe dieser faszinierenden Methode den Schulalltag, insbesondere das wirtschaftliche, technische und politische Lernen, zu beleben und Freude am innovativen, schöpferischen Denken zur Entfaltung technischer und sozialer Phantasie zu wecken.
Das Strukturmodell einer Zukunftswerkstatt
Bei aller thematischer Offenheit und teilnehmerbezogenen Flexibilität
von Zukunftswerkstätten sind sie als eigenständige Methode durch ein
formales Strukturmodell mit einem klaren Regelwerk bestimmt.
Die Zukunftswerkstatt gliedert sich in drei Hauptphasen sowie eine vorbereitende und nachbereitende Phase. Die Doppelspirale macht auf die Integration von intuitiv-emotionalem und rational-analytischem Lernen aufmerksam:
| Vorbereitungsphase | |
Zeitbedarf und Raum, Vorstellung der Methode, Vorstellung der Teilnehmer, Themenvorstellung | ||||||||||
| Kern- bereich der Zukunfts- werkstatt | I. Kritikphase | Ziel der Kritikphase, Stichworte sammeln, thematische Ordnung, individuelle Wertung, Problem auswählen | ||||||||||
| II. Phantasiephase | Stimmungsumschwung, Ziele der Utopiephase, positive Wendung der Probleme, Ideensammlung, Kleingruppen, Szenarien, Präsentation | |||||||||||
| III. Verwirklichungsphase | Ziel, Elemente für die Umsetzung, Präsentation der Ergebnisse, Diskussion, Persönliche Konsequenzen | |||||||||||
| Nachbereitungsphase | „Blitzlicht“, offene oder verdeckte Aussprache | |||||||||||
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Die Materialien zur Zukunftswerkstatt wurden von Herrn StD Franz Hergenröder Wirtschaftsgymnasium West, Stuttgart, erstellt, der auch für diese Inhalte verantwortlich zeichnet.
Die „Methode der Zukunftswerkstatt“ wurde von
Herrn Prof. Peter Weinbrenner auf einer Geschichtsfortbildung in Esslingen
1999 an der Landesakademie vorgestellt.