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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/werkstatt/sonstige/ebooks/index.html, Stand 26. May. 2012

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E-Books

Der amerikanische Versandhändler Amazon verkauft in den USA inzwischen mehr E-Books für sein Lesegerät Kindle als (gedruckte) Taschenbücher. Damit dürfte sich die lange diskutierte Frage, ob digitale Bücher und Lesegeräte in der Gesellschaft angekommen sind und von ihr akzeptiert werden, erledigt haben. Ob und in welchem Umfang E-Books gedruckte Bücher ersetzen, verdrängen oder nur ergänzen werden, steht auf einem anderen Blatt; diese Frage ist noch offen.

Der folgende Artikel gibt einen Überblick über

Vorteile von E-Books

Der offensichtlichste Vorteil von E-Books liegt sicher darin, dass es möglich ist, sehr viele Bücher auf kleinstem Raum ständig bei sich zu führen und lesen zu können. Doch es gibt noch eine Reihe von anderen Vorteilen gegenüber dem gedruckten Buch:

Lesegeräte

Ein E-Book-Reader ist ist ein auf die Darstellung elektronisch gespeicherter Buchinhalte spezialisiertes, tragbares Gerät. Meist wird eine spezielle Technologie eingesetzt (E-Ink, elektronische Tinte), die Buchseiten besonders kontraststark und reaktionsschnell genug darstellt. Ein solcher Reader verbraucht sehr wenig Strom und hält bei normalem Gebrauch wochenlang durch, ohne an die Steckdose zu müssen. E-Book-Reader kosten je nach Ausstattung zwischen € 100 und € 300 (Stand 2011).

kindle

Die Geräte sind leicht und auch in der Sonne gut zu lesen. Ihre Bildschirme sind flimmerfrei und weitgehend blickwinkelunabhängig, stellen die Inhalte allerdings nur monochrom dar und sind ungeeignet für bewegte Bilder. Die Reader verfügen über genügend Speicher, um (theoretisch) mehrere Tausend Bücher jederzeit verfügbar zu machen. Mit einem E-Book-Reader hat man potenziell seine ganze Bibliothek in der Tasche. Meist erlauben sie es, im Text zu suchen, bestimmte Textstellen zu markieren und Randnotizen einzugeben. Manche Lesegeräte verfügen über Zusatzfunktionen wie einen Internetzugang per WLAN oder Mobilfunk, können Fotos und Internetseiten anzeigen, Musik abspielen oder Bücher vorlesen.

Das Laden von E-Books erfolgt entweder über das Lesegerät selbst (WLAN-, Mobilfunkverbindung) oder den PC.

Der bekannteste Reader ist der Kindle 3 von Amazon. Reader mit vergleichbarer Technologie gibt es auch von Sony und anderen Firmen. Bei der Orientierung in diesem schnell wachsenden Markt kann Ihnen die folgende Seite bei Heise helfen: extern http://www.heise.de/thema/E_Book_Reader

E-Books können nicht nur am Reader gelesen werden. Es werden auch PCs, Smartphones und Tablets wie Apples iPad verwendet. Reader wie der Kindle synchronisieren alle Bücher über die Gerätegrenzen hinweg: Abends im Bett mit dem Kindle lesen, am nächsten Morgen in der U-Bahn mit dem iPhone an der gleichen Stelle weiter lesen - kein Problem. Speziell Tablets haben mit ihren größeren, farbigen LCD-Bildschirmen Vorteile beim Darstellen von Zeitungs- und Magazinseiten. Allerdings ermüdet das Auge schneller, die Arme erlahmen wegen des höheren Gewichts leichter und bei direkter Sonneneinstrahlung ist auf Tablets oft kaum noch etwas zu erkennen.

Formatfragen

Für E-Books gibt es kein standardisiertes, von allen Anbietern verwendetes Format. Vielmehr konkurrieren eine ganze Reihe von Formaten auf dem Markt. Es gibt praktisch keine Geräte, die alle Formate darstellen können. Wer sich für ein bestimmtes Lesegerät entscheidet, entscheidet sich auch für bestimmte Formate und muss damit leben, E-Books in anderen Formaten mit seinem Reader nicht lesen zu können oder sie erst auf dem PC konvertieren zu müssen. Die bekanntesten Formate sind AZW (proprietär, Kindle), PDF, TXT, HTML, MOBI und Epub.

Formate, die nicht kopiergeschützt sind, können umgewandelt werden. So ist es durchaus möglich, E-Books, die im Epub-Format veröffentlich werden, beispielsweise auf dem Kindle, der dieses Format nicht unterstützt, zu lesen.

Die kostenlose Software extern Calibre, die es für Windows, Mac OS X und Linux gibt, ist darauf spezialisiert, E-Books von einem Format in ein anderes zu konvertieren. Calibre unterstützt die Umwandlung der meisten Formate in jede Richtung. Eine wichtige Ausnahme ist das kopiergeschützte Format AZW.
calibre
Quelle: calibre-ebook.com

E-Books: Angebot und Nachfrage

In Deutschland ist der Markt für E-Books noch relativ klein. Der Anteil an E-Books am Gesamtumsatz des deutschen Buchhandels lag im Jahr 2010 noch weit unter 1 Prozent und umfasste rund 20 Millionen Euro. Nur rund ein Drittel der deutschen Verlage boten 2010 überhaupt E-Books an.

(Quelle: http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/007504/index.de.html; 18. März 2011)

Das Angebot wächst jedoch schnell: Die Buchhandelskette Thalia hatte Anfang 2011 etwa 80 000 deutschsprachige E-Books im Angebot; mit dem Start des Kindle in Deutschland bot Amazon etwa 25 000 deutschsprachige E-Books an.

Der Vergleich mit den USA belegt, dass man dort weiter ist: Im Oktober 2010 lag der Anteil von US-Buchkäufern, die ein E-Book herunter laden, bei 13%. Amazon USA bot zu Beginn des Jahres 2011 schon über 630 000 kostenpflichtige und rund 1,8 Millionen kostenlose E-Book Titel an.

(Quellen: www.boersenblatt.net/440656 ; http://www.wired.com/epicenter/2010/07/amazon-more-e-books-than-hardcovers/; Juli 2010)

Man kann davon ausgehen, dass Angebot und Akzeptanz von E-Books auch hierzulande deutlich zunehmen werden. Wer allerdings hofft, mit E-Books Geld sparen zu können, ist zumindest beim deutschsprachigen Angebot auf dem Holzweg. Auch E-Books unterliegen der Buchpreisbindung und viele Verlage sind nicht bereit, ihre E-Books deutlich unter dem Preis ihrer gedruckten Bücher anzubieten. Manche wollen für die digitale Ausgabe genau so viel wie für die günstigste Print-Ausgabe.

Wer einen Kindle nutzt und bevorzugt englische Bücher liest, ist dagegen gut dran: Amazon bietet zahlreiche E-Books in speziellen, preiswerteren "Kindle Editions" an. Für deutschsprachige E-Books gilt dies nicht. Zum Glück gibt es auch bei den deutschsprachigen Büchern ein riesiges Angebot an kostenlosen E-Books. Dabei handelt es sich meist um ältere Werke, deren Coypyright ausgelaufen ist.

Kostenlose E-Books

Fast unüberschaubar ist das Angebot an kostenlosen E-Books. Dabei handelt es sich entweder um gemeinfreie Werke (Urheber ist 70 bzw. 80 Jahre tot) oder um E-Books, die von lebenden Autoren kostenlos angeboten werden.

Die wichtigsten Quellen für kostenlose deutschsprachige E-Books sind:

extern Das Projekt Gutenberg
extern Der E-Book-Shop Beam
extern Neobooks
extern Galileo Press

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Letzte Änderung: 10.07.2011