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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/werkstatt/video/unterricht/baum/jobs/kamera.htm, Stand 22. Sep. 2014

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Kamera

Folgende Eigenschaften sollten auf jene Schüler/innen zutreffen, die sich als Kameraleute versuchen wollen:

KameraGrundlagen der Kamerabedienung 1

Vor dem Dreh sollten Sie einige Grundeinstellungen und Funktionen der Kamera kennen, ausprobieren oder in der Bedienungsanleitung nachschlagen. Um typische Fehler zu vermeiden, ist hier eine Liste wichtiger Schlagworte und Hinweise:

Kameraführung

Kameramänner und Kamerafrauen haben die Aufgabe, bewegte Bilder möglichst entsprechend der Storyboardvorlage und der Regieanweisungen einzufangen. Dabei bringen sie auch eigene Gestaltungsideen in den Film mit ein, da sie sich mit den technischen und gestalterischen Möglichkeiten der Kamera besonders gut auskennen.

Dabei gilt allerdings: Kamera, Licht und Ton arbeiten Hand in Hand und das letzte Wort hat die Regie.

Wer gute bewegte Bilder gestalten möchte, kann sich an ein paar Grundregeln halten. Natürlich sind diese Regeln keine allgemeingültigen Rezepte, aber sie helfen dem Zuschauer, Stimmungen im Film leichter zu erfassen und die Bedeutung der Bilder besser zu verstehen.

1. Aufmerksamkeit und Wahrnehmung

KameraBilder wirken über ihre Grenzen hinaus. Das heißt, dass angeschnittene Menschen, Objekte oder Umgebungen vom Betrachter ergänzt werden. Dadurch werden Bilder spannender und der Zuschauer ist dazu gezwungen, bei der Betrachtung mitzudenken 5. Beim Bild rechts 6 fragt sich der Zuschauer, wie wohl der Rest der Person aussehen mag, die hier Gitarre spielt und stellt sich diese vor.

Besonders wichtig ist beim Filmen auch die Blickführung des Betrachters. Wir sind von Natur aus darauf ausgerichtet, vorwiegend Bewegungen und schnelle Veränderungen wahrzunehmen, langsame hingegen nicht 7. Daher kann es passieren, dass schnell laufende Menschen im Hintergrund vom eigentlichen Geschehen einer Szene ablenken. Genauso lenken Blicke, Linien (Treppengeländer, Straßen …), Lichtspiegelungen, intensive Farben oder am Bildrand auftauchende Objekte die Aufmerksamkeit des Betrachters. Diese Elemente kann man absichtlich in eine Aufnahme einbauen, wenn man möchte, dass der Zuschauer sich besonders auf einen Bereich des Bildes konzentriert.

Beispiel: bei den meisten Filmen werden die Aufnahmen so hintereinander angeordnet, dass der Betrachtungsschwerpunkt nahtlos ineinander übergeht. Muss der Betrachter zwischen den Achsen des Bildes hin und her springen, kann es passieren, dass er Teile der Handlung verpasst.

2. Aufnahmewinkel

3. Bewegungen

4. Bewegungen im Bild folgen

Wenn sich Personen und Objekte im Bild bewegen, sollten sie richtig im Bild positioniert sein.

KameraDer Noseroom ist „der Bereich eines Bildes zwischen der Bildkante und dem Gesicht einer abgebildeten Person im (Halb-) Profil" 9. In Bewegungs- oder Blickrichtung eines Menschen sollte immer etwas Raum gelassen werden, da es sonst so wirkt, als liefe er gegen eine Wand. Das Gleiche gilt für Autos oder andere Objekte in Bewegung. Damit eine Person sich nicht den Kopf am oberen Rand des Bildes „anstößt“, lässt man auch über dem Kopf etwas Platz, wenn sie nicht ohnehin angeschnitten ist. In diesem Fall sollte ebenfalls Raum hinter ihr gelassen werden, da sonst der Eindruck entsteht, als sei sie ins Bild gequetscht.

Hinweise

Um beunruhigende oder irritierende Gefühle zu erwecken, kann man die soeben beschriebenen Regeln bewusst brechen. So kann man einen verzweifelten Charakter absichtlich immer gegen den Bildrand laufen oder ihn vom oberen Bildrand „erdrücken“ lassen.

Natürlich kann man auch eine Kombination aus Schwenk, Fahrt und Zoom machen. Allerdings müssen solche Aufnahmen gut geplant und mehrfach ausprobiert werden, damit keine Ruckelbewegungen, Geschwindigkeitsfehler oder unschöne Ausschnitte entstehen.

Kamera5. Technische Hinweise

Das Display eines Camcorders zeigt oft einen anderen Ausschnitt als Fernseher oder Beamer. Auf dem Beamer oder auf dem Computerbildschirm ist oft mehr zu sehen als auf dem Camcorderdisplay, auf dem Fernseher hingegen zwischen 3% und 5% weniger. Daher empfiehlt es sich, zu störenden Elementen wie z.B. Steckdosen, die man im Bild nicht sehen will, ausreichend Platz vom Bildrand zu lassen und daran zu denken, dass am Ende ein kleiner Teil am Rand des Bildes fehlen könnte (siehe Beispielbild rechts 10).

Die Kamera fängt oft erst kurz nach dem Drücken des Aufnahmeknopfes an aufzuzeichnen. Daher sollte man immer bereits etwa drei Sekunden vor der eigentlichen Zielaufzeichnung auf den Knopf drücken, und auch am Ende mindestens so lange weiter filmen. Das hilft übrigens auch beim Schnitt.

Beim Filmen wenn möglich immer ein Stativ verwenden, da sich die Sequenzen so besser schneiden lassen und der Film professioneller wirkt.

Interviews filmen

Die folgende Checkliste soll helfen, bei Interviews oder spontanen Befragungen brauchbare Bild- und Tonergebnisse zu erzeugen.

Kamera

Download Anleitung "Grundlagen der Kamerabedienung" [pdf] [68 KB] 
Download Anleitung "Kameraführung" [pdf] [191 KB]  
Download Anleitung "Interviews filmen" [pdf] [60 KB]  

1 In Auszügen entnommen aus: Keller, Marco (2007): Kameratipps. Internes Arbeitspapier Seminar „Die Ästhetik der Bewegten Bilder“ an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.
2 Videoaktiv Digital (SH 2009)
3 Channel Unit GmbH/ Galileo Press GmbH (Hrsg., 2003): Digitales Filmen: Aufnahmetechniken (DVD)
4 Rogge, Axel (2008, 2.Aufl.): Die Videoschnitt- Schule. Bonn (Galileo Press), S.57
5 Braun (1993): Grundlagen der visuellen Kommunikation, und Mikunda (1987): Kino spüren.
6 Abb.: C. Kreuzer 2008
7 Vgl.: http://viscog.beckman.uiuc.edu/djs_lab/CB.html
8 Kny (1998): Grundlagen der Filmgestaltung und Büchele (2002): Digitales Filmen
9 www.slashcam.de
10 Abb.: C. Kreuzer 2008

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Letzte Änderung: 10.09.2009