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Erasmus+

Newsletter Nr. 1

Newsletter Nr. 2

Aktuelles:

Newsletter zum Erasmus+-Projekt
"Menschen im Gespräch – Lehrerfortbildung im
europäischen Kontext (MiG)"


2. Ausgabe, 26.07.2018


Das Erasmus+-Projekt „Menschen im Gespräch – Lehrerfortbildung im europäischen Kontext“ hatte im Oktober 2017 seinen Auftakt an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen am Standort Bad Wildbad. Auch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg unterstützt das Erasmus+-Projekt MiG.
Die Bedeutung der Arbeit, die an Schulen zur Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen geschieht, wird in einem aktuellen Schreiben von Frau Ministerin Dr. Susanne Eisenmann gewürdigt. Weitere Maßnahmen des Kultusministeriums sollen zur Unterstützung der Schulen beitragen und können auf der Homepage unter https://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2018+07+23+Weiterentwicklung+Sprachfoerderung+fuer+gefluechtete+Kinder+und+Jugendliche/?LISTPAGE=344894 nachgelesen werden.
Ziel dieser Maßnahmen und Ziel des Erasmus+-Projekts „Menschen im Gespräch“ (MiG) ist der Aufbau der bildungssprachlichen Kompetenzen, damit Schülerinnen und Schüler dem Fachunterricht in den Regelklassen folgen können. Hierzu bedarf es vieler Anstrengungen - gerade auch in den Vorbereitungs- bzw. Willkommensklassen, die Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse in Baden-Württemberg und Österreich auf die Regelklassen vorbereiten. Um dies zu erreichen, ist eine Stärkung der Lehrerprofessionalität im Umgang mit sprachlicher, kultureller und individueller Vielfalt notwendig.

Das Projekt MiG legt Schwerpunkte auf die Bereiche
 Unterrichtsentwicklung,
 Personalentwicklung,
 Schulentwicklung,
 Elternarbeit.
Im Fokus stehen dabei die Klassenstufen 3 bis 6. Geplant ist ein Unterstützungspaket für Schulen.
Zielsetzung von MiG konkret
Übergeordnetes Ziel des MiG-Projekts ist die Integration von Flüchtlingen und Migranten in bestehende regionale Gesellschafts- und Bildungssysteme. Davon ausgehend sollen Schülerinnen und Schüler dahingehend gefördert werden, dass sie die deutsche Sprache auf einem Niveau beherrschen, das über die Umgangssprache deutlich hinaus geht und sie befähigt, letztendlich einen Bildungsabschluss zu erlangen, der ihren tatsächlichen Fähigkeiten entspricht. Um dies zu erreichen wurden vier Intellectual Outputs (Projektergebnisse) definiert, die gemeinsam eine Art „Unterstützungspaket“ für Schulen in der Unterrichts-, Schul- und Personalentwicklung bieten. Bildet das Mehrsprachencurriculum den Rahmen im Einklang mit dem jeweiligen regionalen Bildungsplan, so ist das Kompetenzraster bzw. (neu!) Kompetenzmodell der „Transportriemen“ in den Unterricht. Beides dient der Unterrichts- und Organisationsentwicklung und bietet gleichzeitig eine zentrale Basis für Elterngespräche.

Damit beide Intellectual Outputs bekannt und auch richtig verstanden werden und damit Lehrkräfte in ihrer Professionalität gestärkt werden können, bedarf es der Konzeption von Lehrkräftefortbildungen. Für die regionale, nationale und auch transnationale Verbreitung der Fortbildungsinhalte dient ein sogenannter Massive Open Online Course (MOOC).
Das Schaubild oben zeigt das „Zusammenspiel“ der vier Intellectual Outputs (IO´s) am Beispiel von Baden-Württemberg.
Transnationale Kurzzeitfortbildung in Salzburg von 22.-26. April 2018
Nach Freiburg im Breisgau fand von 22. bis 26. April die zweite Transnationale Kurzzeitfortbildung für alle Projektteilnehmende in Salzburg statt. Zu Beginn wurde von Projektleiterin Carmen Mattheis, Landesakademie Bad Wildbad, anhand des oben angeführten Schaubilds ein gemeinsames Projekt-Verständnis hergestellt, das den inhaltlichen Zusammenhang der vier Intellecutal Outputs im Gesamtprojekt veranschaulicht.
Neben inhaltlichen Schulungen zur interkulturellen Kompetenz und zum Sprachbewusstsein wurde wieder intensiv in den einzelnen Arbeitsgruppen an den Intellectual Outputs (IO´s) weiter gearbeitet. So hat die Arbeitsgruppe IO 3, Transnationale Fortbildung, unter Leitung von Mag. Dipl.-Päd. Professorin Marina Grogger und Dr. Linda Huber, beide Salzburg, ihr erstes Modul zur Schulung von Lehrerinnen und Lehrern in den einzelnen Regionen fertiggestellt und mit dem zweiten Modul begonnen. Geplant sind insgesamt fünf Module, die in allen drei Regionen mit derselben Zielsetzung und den gleichen Inhalten durchgeführt werden:
Modul 1: Selbstreflexion und Erwerb interkultureller Kompetenzen
Modul 2: Kooperation und Kommunikation mit Eltern (Erziehungsverantwortlichen)
Modul 3: Sprachbewusstsein und sprachsensibler Unterricht: Mehrsprachencurriculum (Arbeitstitel)
Modul 4: Sprachstandsbeobachtung und/oder Diagnosen (Arbeitstitel)
Modul 5: Kompetenzaster zur Mehrsprachigkeit: ein pädagogisches Instrument zur Begleitung und Förderung individueller Lernprozesse beim Spracherwerb (Arbeitstitel).
Weitere Module können je nach Bedarf konzipiert werden. Für Baden-Württemberg wurde deutlich, dass Anfang Januar ein zusätzliches Modul zu „Visual Facilitation“ angeboten werden sollte, um Lehrkräften zu befähigen über eine Art Symbol-Sprache mit Kindern und Eltern kommunizieren zu können, die noch kein bzw. kaum Deutsch sprechen.

Die Arbeitsgruppen IO 1, Mehrsprachencurriculum, unter Leitung von Dr. Verena Debiasi, Südtirol, und IO 4, Kompetenzraster, unter Leitung von Marianne Müller und Carmen Mattheis, beide Landesakademie Bad Wildbad, arbeiteten phasenweise zusammen, um sich eng miteinander abzustimmen.
Zudem traf sich zum ersten Mal die Arbeitsgruppe zum IO 2, MOOC, unter Leitung von Peter Kowalyk, Landesakademie Bad Wildbad, und verständigte sich über grundlegende technische Möglichkeiten, sowie über einen Leitfaden, der allen Projektbeteiligten eine Orientierung geben soll. Mit Hilfe studentischer Unterstützung der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg wurden zudem erste Filmaufnahmen für einen MiG-Image-Film gedreht.
Logo für MiG:
Bereits in Salzburg wurde der Grundstein für ein MiG-Logo gelegt. Seit Juni 2018 ist das sehr ansprechende Logo fertiggestellt und von der Lenkungsgruppe abgesegnet. Dank des Logos hat MiG nun ein „Gesicht“ nach außen. Zudem visualisiert es „Menschen im Gespräch“ auf eine sehr anschauliche Art. So setzen sich die Buchstaben „MiG“ aus vielen verschiedenfarbigen Köpfen und Gesichtern zusammen.
Innovative Weiterentwicklung von IO 4 zum KompetenzMODELL
Nach Salzburg wurde in Baden-Württemberg intensiv an einer Weiterentwicklung der Kompetenzraster gearbeitet. Der Begriff „Raster“ wurde durch den Begriff „Modell“ ersetzt und an die Stelle der Lernjobs treten nun Lerngelegenheiten. Damit erhält der Intellectual Output eine andere Dynamik und neue Möglichkeiten, Lehrkräfte beim Fördern von Schülerinnen und Schülern interkultureller und sprachlicher Kompetenzen zu unterstützen. Inhaltlich ist es eng mit dem Mehrsprachencurriculum verzahnt und beinhaltet gleichzeitig die Operatoren des Bildungsplans Baden-Württemberg. Erste Rückmeldungen von Schulleitungen, Lehrkräften und Fortbildnern sind sehr ermutigend.

Insbesondere die zum Landesakademie-Team gehörenden Schulleitungen und Lehrerinnen der Insel-Grundschule, Insel-Realschule und Brötzinger Schule GWRS (alle Stadt Pforzheim) werden im anstehenden Schuljahr 2018/19 erste fertige Teile des Kompetenzmodells erproben und Beispiele für Lerngelegenheiten entwickeln.
Ein Gespräch mit einer Pädagogischen Hochschule u.a. hinsichtlich der Wissenschaftlichkeit des Kompetenzmodells und seiner Einsatzmöglichkeiten in der Lehrerausbildung steht im Sommer 2018 noch an.
Erstes Fortbildungsmodul an der Landesakademie
Anfang Juli fand das erste Modul mit dem Titel „Die „Kunst“ des Miteinanders in Schule und Unterricht – Die Rolle der Lehrkraft beim Erwerb interkultureller Kompetenzen“ an der Landesakademie in Bad Wildbad statt. In der Leitung waren Direktorin Carmen Mattheis und Fachberaterin Interkulturalität Marianne Gröger-Schaffer, die im Projekt MiG mitarbeitet, als sogenannte VKL-Multiplikatorin tätig ist und zukünftig als eine Art Bindeglied zwischen MiG und VKL-Konzeption im Auftrag des Kultusministeriums fungieren wird. Damit war und ist sichergestellt, dass die Maßnahmen des Kultusministeriums mit denen von MiG sinnvoll und gewinnbringend verbunden bzw. ergänzt werden.
Zielgruppe des Lehrgangs waren Schulteams und Lehrkräfte, die in Vorbereitungsklassen und/oder Regelklassen möglichst als Klassenlehrkraft unterrichten.
Das Modul wurde von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg unter Leitung von Dr. Hermann Scheiring evaluiert. Dasselbe Modul wurde eine Woche später in Salzburg durchgeführt und findet im September in Südtirol seinen dritten Durchgang. Danach liegen alle Evaluationsergebnisse vor.
Was sich bereits in der Fortbildung in Bad Wildbad abgezeichnet hat, war eine große Dankbarkeit seitens der Teilnehmenden, dass die vielen Anstrengungen auf schulischer Seite gesehen und gewürdigt wurden. Gleichzeitig gab es eine große verbale Bestärkung in der Bedeutung von MiG und den geplanten Fortbildungsmodulen, da nach Aussagen der Teilnehmenden alle betroffenen Schulen und Lehrkräfte auf Unterstützung angewiesen sind und sich nicht immer ausreichend ausgebildet für all die Herausforderungen fühlen.
Zugleich kam der Wunsch auf, eine spezielle Fortbildungsmaßnahme für Schulleitungen am Standort Comburg anzubieten, damit diese in ihren Bemühungen unterstützt werden und Möglichkeiten der Implementierung von MiG erfahren.
Die Sensibilisierung von Lehrkräften für die Arbeit, die in Vorbereitungsklassen geleistet wird, war ein weiteres großes Anliegen der Teilnehmenden.

Ausblick
Transnationale Kurzzeitfortbildung in Südtirol Anfang Oktober
Die dritte Transnationale Kurzzeitfortbildung befindet sich bereits in einer intensiven Vorbereitungs- und Abstimmungsphase. Sie wird von 7. – 11. Oktober in der Akademie Schloss Rechtenthal in Südtirol stattfinden und soll dazu führen, auf dem Weg zu einem gemeinsamen MiG-Gesamtprodukt wichtige weitere Meilensteine zu formulieren und anzusteuern. So wird es nicht nur eine Weiterarbeit in den einzelnen Arbeitsgruppen der Intellectual Outputs geben, sondern vor allem auch gemeinsame Phasen des Austausches, der Interaktion und der Produktentwicklung. An der Kurzzeitfortbildung werden auch Lehrkräfte aus dem Kosovo teilnehmen, was dem Projektpartner Education Unlimited e.V. unter Leitung von Kerstin Zielosko-Labonte zu verdanken ist.
Zwei erste Meilensteine sind bereits erreicht: So wurde Modul A der Fortbildung von allen drei Regionen bis zum Termin der Kurzzeitfortbildung durchgeführt und von der PH Ludwigsburg wissenschaftlich evaluiert. Weiterhin gab es eine innovative Weiterent-wicklung der bisherigen Kompetenzraster hin zu einem Kompetenzmodell.
Weitere Meilensteine werden formuliert, definiert und konkret in die Umsetzung gebracht. Hierzu gehören der Image-Film zu MiG, ein Drehbuch für einen Erklärfilm und die ersten Ziele und Inhalte des MOOC´s. Aber auch die Konkretisierung, Visualisierung und inhaltliche Anbindung des Mehrsprachencurriculums an bestehende regionale Curricula und die Entwicklung weiterer regionaler Fortbildungsmodule in Abstimmung mit allen drei anderen IO´s gehören dazu. Letztendlich beginnt jetzt erst ein sehr enger und intensiver Abstimmungs- und Zusammenarbeitsprozess aller vier IO-Arbeitsgruppen – mit der Zielsetzung eines gemeinsamen MiG-Produkts.

Zweites Fortbildungsmodul an der Landesakademie Mitte Oktober
Von 22. bis 23. Oktober 2018 findet das zweite Fortbildungsmodul zum Thema „Elternarbeit als Interaktion zwischen Schule und Elternhaus“ satt. Eingeladen sind wieder die Teilnehmenden des ersten Moduls sowie bis zu fünf Lehrkräfte aus Jekaterinburg, Russland. Die Pädagogische Universität Jekaterinburg ist stiller Projektpartner und wird Teile der Fortbildung sowie Teile des Kompetenzmodells und des bis dahin weitgehend fertiggestellten Mehrsprachencurriculum in Russland erproben. Auch dieses Modul wird wieder wissenschaftlich evaluiert.
Als am Projekt und an der Arbeit von Lehrkräften interessierte prominente Besucher haben sich bereits Herr MdEP und Vizepräsident Rainer Wieland, sowie Herr MdL Fraktionsvorsitzender und Bildungspolitischer Sprecher der CDU Karl-Wilhelm Röhm angekündigt.
Weitere Termine
15. - 18. November 2018 Projekttreffen der Lenkungsgruppe Ort: Bozen/Südtirol
März/April 2019 Vierte Kurzzeitfortbildung der Lenkungsgruppe am IQ.SH in Kiel/Schleswig-Holstein (Themenschwerpunkte: DaZ/DaF in der Lehreraus- und -fortbildung sowie digitale Fortbildungsformate)
Oktober/November 2019 Fünfte Kurzzeitfortbildung der Projektgruppe in der Akademie Dillingen/Bayern (Themenschwerpunkte: DaZ/DaF in der Lehreraus- und -fortbildung sowie digitale Fortbildungsformate)
März 2020 Internationale Multiplikatorenveranstaltung für Bildungsexperten und Bildungsinteressierte in Stuttgart (Inhalte: Präsentation der Projektergebnisse, Workshops etc.)
Text und Schaubilder: Carmen Mattheis M.A., MiG-Projektleiterin