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Besondere Ereignisse

21.11.2016

Forum Bad Wildbad 2016

von

Zum dritten Mal fand in der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Bad Wildbad das „Forum Bad Wildbad“ statt. Thema dieses zweieinhalb Tage dauernden Forums mit insgesamt 132 Teilnehmern ist die „(Weiter-) Entwicklung einer Kultur der individuellen Leistungsbeurteilung und Leistungsrückmeldung.“ Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg waren Fachberater/innen im Bereich der Sekundarstufe I an Werkreal-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien, Mitarbeiter/innen an den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerfortbildung und an den Pädagogischen Fachseminaren sowie Schulrätinnen und Schulräte der Staatlichen Schulämter.

Am Montagvormittag stimmte Christoph Egerding-Krüger mit einem „Amuse gueule Musicale“ auf dem Dudelsack diesen Lehrgang ein, und er umrahmte auch die abendlichen Veranstaltungen der Landesakademie bei diesem Lehrgang.

„Leistungsbeurteilung ist ein wichtiges Thema,“ betonte Akademiedirektorin Carmen Mattheis in ihrer Begrüßung, denn es sei für Unterrichtende eine große Herausforderung, gerecht zu beurteilen. Sie wünschte allen Teilnehmern intensive Gespräche, viele Anregungen und Erkenntnisse, die dann auch bei den Schülern ankommen.

Schulamtsdirektorin Elke Schnaithmann vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport (MKSJ) wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass die Kultur der Leistungsbeurteilung mit diesem Lehrgang weiterentwickelt werden solle. Die Ergebnisse der letzten Umfragen würden in die Lehrerfortbildung eingehen, und man werde entsprechende fachbezogene und überfachliche Lernangebote machen.

Nach den von Akademiereferentin Ute Schneider genannten organisatorischen Hinweisen ging es an die eigentliche Lehrgangsarbeit, die von Dr. Felix Winter mit einem Impulsvortrag „Lernförderliche Leistungsbeurteilung – wie geht das?“ eröffnet wurde. Felix Winter, Pädagoge und Psychologe, Forscher und Entwickler von neuen Formen der Leistungsbeurteilung, war bis vor zwei Jahren wissenschaftlicher Abteilungsleiter an der Universität Zürich und ist seither freiberuflich tätig bei der Beratung von Schulen und Lehrern im Themenfeld „Neue Formen der Leistungsbeurteilung.“

Sein Vortrag schloss gleich zu Beginn alle Teilnehmer ein, indem er mit dem „goldenen Stift“ – also nicht mit dem Rotstift, die Suche nach Qualitäten von Schüleransichten über einen kurzen Text mit dem Thema „Ich bin froh, dass ich bin, wie ich bin“ in den Raum stellte und die anwesenden Lehrkräfte aufforderte, nach den „Qualitäten“ zu suchen und sich gegenseitig darüber auszutauschen. Klar stellte er anschließend heraus, dass eine Förderung sich nicht nur auf Defizite, sondern auch auf die Qualitäten der Schüler beziehen müsse. Seit einigen Jahrzehnten gebe es einen „Kulturwandel“ in der Leistungsbeurteilung, mehr auf positive Bereiche überzugehen und soziale Ressourcen der Schüler einzubeziehen. Heute sehe man das Lernen in der Schule als selbständigen Bildungsgang, als neuen Lernprozess, der Arbeits- und Sozialverhalten berücksichtige. Schulleistungstest, so Winter gäben nur kleine Ausschnitte wieder, wobei Noten oft keine Leistungsinformationen seien. Deutlich wies er darauf hin, dass man Abschied nehmen müsse von der bisherigen Art der Leistungsbeurteilung.

Dafür gebe es drei „große Stellschrauben:“ Guter Unterricht, lernförderliche, formative Leistungsbeurteilung und eine gute Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule.

Im weiteren Verlauf des überaus anspruchsvollen Lehrgangs wurden Gruppenarbeiten durchgeführt. Zwei weitere Vorträge am Dienstagvormittag von Dr. Claudia Hartmann-Kurz vom Landesinstitut für Schulentwicklung über „Leistungsfeststellung, -beurteilung und -rückmeldung“ sowie von Wolfgang Schneider vom Regierungspräsidium Tübingen über den „Rechtlichen Rahmen der Leistungsbeurteilung“ leiteten zu den Workshops über. Diese befassten sich mit Lernprozessen, Leistungskontrolle und Leistungsbeurteilung in einer Reihe von Unterrichtsfächern der Sekundarstufe I.

Der Abschluss des arbeitsreichen Lehrgangs erfolgte am Mittwochvormittag in kreativen Präsentationen der Ergebnisse und einer damit verbundenen Aussprache.

Foto: Von Montag bis Mittwoch dauerte das „Forum Bad Wildbad“, das sich mit dem Thema Leistungsbeurteilung beschäftigte. Unser Foto entstand bei der musikalischen Eröffnung durch Christoph Egerding-Krüger mit dem Dudelsack, In der ersten Reihe von links Carmen Mattheis (Akademiedirektorin), Ute Schneider (Akademiereferentin), Dr. Ursula Adolphy (MKJS), Dr. Felix Winter (Impulsreferat), Elke Schnaithmann, Caroline Zittlau, Yvonne Lenz und Detlef Schmidt-Glöckler (alle MKJS).