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Besondere Ereignisse

27.10.2017

10-jähriges Bestehen des Standorts Bad Wildbad

von Götz Bechtle

Mit einem beschwingten Auftakt wurde am Freitagnachmittag das zehnjährige Jubiläum der Landesakademie am Standort Bad Wildbad eingeleitet: 20 Sängerinnen und Sänger der Christophorus-Kantorei Altensteig zeigten unter der Leitung von Michael Nonnenmann wieder einmal, wie herzerfrischend und wohlklingend Chorgesang ist.
An solch einen Beginn konnten Carmen Mattheis und Bernd Schinko, die beiden Akademiedirektoren, in ihren einleitenden Worten geschickt anknüpfen. Sie begrüßten alle Ehemaligen, unter ihnen den früheren Akademiedirektor Helmut Nagel mit Gattin, die Vertreter des Kultusministeriums, der Regierungspräsidien, der Hochschulen des Landes, der Staatlichen Schulämter, der Verwaltungen und Behörden, sowie alle Lehrer, Mitarbeiter und Referenten, die seit einem Jahrzehnt an der Landesakademie in Bad Wildbad tätig sind. Mattheis und Schinko dankten besonders dem Vorbereitungsteam für die Gestaltung dieser Feierstunde.
Den Reigen der Grußworte eröffnete Ministerialdirektorin Gerda Windey vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Würtemberg, die in einem Rückblick das Zustandekommen des Akademiestandortes Bad Wildbad streifte, wobei sie die typischen Attribute Standort, Qualität, Flexibilität und Internationalität hervorhob, das Akademie-Team lobte und den Dank von Kultusministerin Susanne Eisenmann übermittelte.
Nach den negativen VERA-Ergebnissen, so Windey weiter, wird ab 2019 das „Institut für Bildungsanalyse“ die wissenschaftlichen Erkenntnisse liefern, auf deren Grundlage das „Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung“ Unterstützungsangebote für Lehrer und Schulen entwickeln. Zu diesem Zentrum gehören die drei baden-württembergischen Landesakademien Bad Wildbad, Comburg bei Schwäb. Hall und Esslingen.
Der Vorstandsvorsitzende der Landesakademien, Hans-Reiner Soppa, stellte die Pluspunkte der Landesakademie Bad Wildbad heraus, unter anderem, dass hier bis zu sieben Lehrgänge parallel geführt werden können, und dass die Einrichtung an durchschnittlich 30 Wochenenden pro Jahr zusätzlich belegt sei, womit das „Durchschnittsalter der Wildbader Gäste“ gesenkt werde.
Dazu einige Zahlen: 45% (= 884) aller baden-württembergischen Akademielehrgänge erfolgten 2016 in Bad Wildbad mit rund 18.600 Übernachtungen, damit war die Landesakademie der größte Hotelbetrieb der Stadt.
Seit 1991, also mehr als ein Vierteljahrhundert, hat die Landesakademie (früherer Standort Calw) eine Partnerschaft mit der Uraler Staatlichen Pädagogischen Universität (USPU) Jekaterinburg im russischen Verwaltungsbezirk Swerdlowsk. Speziell zum Jubiläum war Nina Bugueva, hochrangige Mitarbeiterin an der USPU, nach Bad Wildbad gekommen, um die Grüße von Bildungsminister Yurij Biktuganov, gleichzeitig Minister für internationale außenwirtschaftliche Beziehungen der Region Sverdlowsk, sowie von USPU-Rektorin Prof. Dr. Alevstina Simonova zu überbringen. Bugueva, die bereits 2003 in Calw an einer Begegnung teilnahm, dankte besonders für das gegenseitige Verständnis zum Wohle aller, sowie für die in 25 Jahren erlebte Freundschaft.
Unterhaltung und Bau von Landesgebäuden liegt in den Händen von „Vermögen und Bau,“ Amt Pforzheim, dessen Leiterin Pia Riegert-Matt einen Einblick in die bauliche Entwicklung der Bad Wildbader Einrichtung gab. Immerhin wurden in den zehn Jahren für den Umbau einer Versorgungsklinik in eine Landesakademie inzwischen 7,8 Mio. Euro investiert, davon rund 2,5, Mio. Euro nach der Eröffnung. Riegert-Matt lobte und dankte für die gute Zusammenarbeit des „Wildbader Glücksfalls“ und dessen Leitung.
Hans-Jürgen Noack vom örtlichen Personalrat der Landesakademie gab anschließend einen gerafften Einblick in die Umzugsproblematik vor zehn Jahren, da sich damals die Fertigstellung um zwei Monate verzögerte. Er wies aber auch darauf hin, dass man weiterhin stets bereits sei, um weitere technische Voraussetzungen und Neuerungen zu erfüllen.
Als „Schutzpatron und Pate“ bezeichnete sich MdL Thomas Blenke, der sich damals für die Verlagerung der Landesakademien Donaueschingen und Calw nach Bad Wildbad intensivst eingesetzt hatte und auch erfolgreich war. Blenke betonte, dass er alle Investitionen des Landes stets unter dem Gesichtspunkt der Strukturpolitik sehe und er die damalige Verlagerung von Calw nach Bad Wildbad als Chance für einen wirtschaftlichen Aufschwung der durch die Gesundheitsreform gebeutelten Stadt gesehen habe.
Bürgermeister Klaus Mack, den Blenke zuvor als Spezialist zum Auffinden finanzieller Quellen für die Stadt bezeichnet hatte, betonte in seinem Grußwort, dass die „Lehrerakademie“ in Bad Wildbad nicht mehr wegzudenken sei und die damalige Standortwahl die richtige war, da die Landesakademie nicht nur inzwischen Erfolgsgeschichte geschrieben habe, sondern auch eine wichtige Einrichtung für die Stadt geworden sei. Schließlich kooperiere die Landesakademie mit der Stadt, mit den Schulen und deren Lehrkräften und mit der Touristik. Durch hochkarätige Veranstaltungen, bildungspolitische Foren wie die jährlich stattfindende internationale Summer School und die Partnerschaft mit Russland erfahre die Stadt internationalen Glanz und Ansehen.
Als attraktiver Standort für hochwertige Fortbildung sei die Landesakademie Bad Wildbad ein besonderes Kompetenzzentrum, führte GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz in ihrem Grußwort aus. Die Lehrgänge aller allgemeinbildenden Schularten seien stets ausgebucht, was für die Qualität der professionell arbeitenden Leitung und der Akademiereferenten spreche. Auch sie wünschte weiterhin gute Bedingungen für diese wichtige Arbeit der Lehrerbildung.
Bernd Saur ist Vorsitzender des Philologenverbands Baden-Württemberg. Er bezeichnete die Landesakademie als eine Bildungsdomäne, in der Fortbildung auf akademischem Niveau erfolge. Es komme darauf an, so Saur, was der Schüler lerne, denn der Lernerfolg sei der richtige Gradmesser, auf dem man später aufbauen könne.
Der neue Imagefilm der Landesakademie rundete den Reigen der Grußworte ab und leitete über zum Besuch und zur Besichtigung der Ausstellungsstraße im zweiten Stock des Hauptgebäudes, dem sich eine Erholung im Restaurantbereich mit Kaffee und süßen Köstlichkeiten anschloss.