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Kooperationen


Internationalität im Schwarzwald

Jedes Jahr geben sich rund 300 Bildungsexperten und Lehrkräfte aus über 40 Nationen in Bad Wildbad den Türgriff in die Hand. Diese internationale Ausrichtung am Standort Bad Wildbad hat bereits eine lange Tradition aus den „Vorgänger-Akademien“ Calw und Donaueschingen. 

Europaratseminare:

Seit 1978 ist die Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg Partner des Europarats in Straßburg. Von dieser Kooperation haben seit ihrem Bestehen (1978 -2007 in Donaueschingen, seit  November 2007 in Bad Wildbad) schon über 4000 Lehrerinnen und Lehrer, Fortbildnerinnen und Fortbildner sowie weitere im Bildungsbereich tätige Personen aus ganz Europa im Rahmen von über 130 einwöchigen Fortbildungsseminaren profitiert.

Die Akademie in Bad Wildbad veranstaltet jährlich bis zu vier Seminare in enger Zusammenarbeit mit dem Europarat. Diese "Pestalozziseminare" nehmen zentrale Themen der Bildungspolitik und insbesondere der Bildungspraxis auf und werden abwechselnd in englischer, französischer und deutscher Sprache angeboten .

Seit 2006 ist im Directorate of Education and Languages im Europarat der Österreicher Josef Huber mit dieser Aufgabe betraut, auf baden-württembergischer Seite konzipiert und begleitet Akademiereferentin Bärbel Bauer seit Jahren diese Lehrgänge.

Im Juni 2011 ging es  um das Thema der Integration von Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Bedarf im gemeinsamen Unterricht – ein Thema, das momentan viele Schulen in und außerhalb Baden-Württembergs bewegt - und im europäischen Ausland die verschiedensten Ausprägungen findet.

Bereits im Oktober findet das 132. Seminar zu einem ebenfalls sehr brisanten Thema statt: “Teaching history in a changing world - Multiperspectivity in history teaching and effective pedagogy”. Dieses Seminar richtet sich an Lehrkräfte aus den Mitgliedsstaaten des Europarats sowie der Arab League Education, Culture and Science Organisation (ALECSO) .

Bad Wildbad erwartet bis zu 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den arabischen Staaten. Die Lehrgangssprache ist Englisch, wobei eine Simultandolmetschung ins Arabische geplant ist.

Ab 2012 soll die Struktur der  Europaratseminare teilweise verändert werden. Hierzu gibt es verschiedene Überlegungen, die von den Seminarverantwortlichen Bärbel Bauer und Josef Huber mit dem Leiter des Standorts Bad Wildbad, Helmut Nagel, im Juni diskutiert wurden.

„Eine Idee ist, die Anzahl der Seminare zu reduzieren und dafür eine einwöchige Sommerakademie mit wesentlich mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu installieren“, so Bärbel Bauer. Und weiter: „Der Vorteil wäre, dass wir verschiedene Workshops zu einem Themengebiet in mehreren Sprachen anbieten könnten.“ Davon ist auch Direktor Helmut Nagel, begeistert, der dafür den Begriff „Sommergespräche“ einbrachte und ergänzte: „Solche regelmäßig stattfindenden Großveranstaltungen bieten ein völlig anderes Erscheinungsbild nach außen. Sie können mit sehr namhaften Referentinnen und Referenten besetzt und so attraktiv gestaltet werden, dass Lehrkräfte aus dem Ausland, aber auch aus Baden-Württemberg gerne  eine Woche ihrer Sommerferien dafür verwenden, um nach Bad Wildbad zu gehen und sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen, zumal es in allen Ländern zunehmend schwieriger wird, während der Unterrichtszeit mehrere Tage an Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen.“

Beim Europarat in Straßburg macht sich Josef Huber für diese Idee stark, die für ihn auch mehr Nachhaltigkeit bei den Lehrgangsinhalten bereits aufgrund der längeren intensiveren Themenbearbeitung vor Ort verspricht und hofft auf positiven Bescheid bei der Mittelvergabe.

Studienaufenthalte aus Ost- und Südosteuropa:

In der Nachfolge des  Standorts Calw werden in Bad Wildbad nach wie vor jährlich 3 bis 4 Studienaufenthalte für Lehrkräfte aus Südost- und Osteuropa im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport von Akademiereferentin Monika Metulj-Huber geplant und durchgeführt. Diese 8- bis 10tägigen Veranstaltungen dienen den deutschsprachigen Lehrkräften nicht nur zum Auffrischen und Verbessern ihrer Sprachkenntnisse, sondern auch zur gezielten Weiterqualifizierung in fachlichen, methodischen und/oder pädagogisch-didaktischen Unterrichtsfeldern.

Insbesondere der Schwarzwald hat es dabei den Lehrerinnen und Lehrern aus den Ländern wie Rumänien, Polen, Bulgarien, Tschechien oder auch Ungarn sehr angetan. Mit hoher  Motivation fahren sie nach den gut einwöchigen Seminaren zurück in ihre Schulen, wo sie mit Begeisterung Deutsch als Erst-, Zweit- oder Drittsprache lehren und von Baden-Württemberg berichten.

Studienfahrten von baden-württembergischen Lehrkräften:

Die Landesakademie führt nicht nur Seminare für internationale Lehrkräfte durch, sondern ist auch in Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Veranstalter von Studienfahrten. Diese richten sich an baden-württembergische Bildungsfachleute und Lehrkräfte und finden zu aktuellen Themen statt. Während es 2008 unter Leitung von Akademiereferentin Carmen Mattheis nach Finnland ging, führte die letzte Studienfahrt 2010, die von den Akademiereferentinnen Monika Meier und Katharina Dohnal geplant und geleitet wurde, nach Wien. Dort setzten sich die „bildungshungrigen“ Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Inklusion - Gemeinsame Bildung und Erziehung von behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen – intensiv auseinander. So fanden unter anderem Hospitationen in integrativen Schulklassen, ein Besuch beim Stadtschulrat von Wien sowie verschiedene Gespräche mit Integrationsexperten aus Hochschule und Integrationsberatungsstellen in Wien statt.

Partnerschaft mit der Universität Jekaterinburg, Russland:

Im kommenden Jahr wird ein Jubiläum gefeiert. Darauf freut sich nicht nur Akademiereferentin Sigrid Licht, die federführend für die Ausgestaltung der Partnerschaft mit der Universität Jekaterinburg zuständig ist, sondern auch Helmut Nagel, Direktor und Vorstand der Akademie Bad Wildbad. „20 Jahre Partnerschaft mit einer russischen Universität für Lehrerbildung – das ist schon etwas ganz Besonderes“, so Helmut Nagel. Die ehemalige Akademie Calw organisierte aus Anlass des 10jährigen Jubiläums 2002 sogar eine Ausstellung über den deutschen Schriftsteller und berühmten Sohn der Stadt Calw, Hermann Hesse, in Jekaterinburg. Zwischenzeitlich waren schon viele russische Lehrkräfte zur Fortbildung erst in Calw, dann in Bad Wildbad, während alle zwei Jahre baden-württembergische Lehrkräfte nach Russland zum Gegenbesuch fahren. Zahlreiche Schulpartnerschaften und Klassenfahrten konnten unter anderem durch diese Studienfahrten initiiert werden.