Headergrafik Startseite in Farbe
ExtLink Zum Kultusministerium | ExtLink Zum Landesbildungsserver | ExtLink Zum Landesmedienzentrum    Seite drucken 

Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/urda/urheber/checkl/musik_video.html, Stand 20. Jan. 2017

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
LehrerInnen Fortbildungs-Server
Sie sind hier: > Startseite > Schulartübergreifend > Urheberrecht und Datenschutz in der Schule > Urheberrecht in der Schule

Checkliste: Musik und Video

Diese Seite wurde auf Grund neuer Regelungen für das Kopieren an Schulen (Ergänzungsvereinbarung zum Gesamtvertrag zu § 53 UrhG vom 1.1.2013) aktualisiert, s. auch: Neue Regeln für das Kopieren ab 1.1.2013

Einsatz von Musik und Film/ Audio und Video in der Klasse/Schule
(unter der Maßgabe, dass Unterricht in der Klasse nicht-öffentlich ist)

Erläuterung zur Matrix:
Nein heißt immer, es müssen Rechte eingeholt werden und nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Rechteinhabers ist eine Nutzung möglich.

Vorführen
 
Bereit- stellen (digital)
   
1
2
3
4
5
6
      Intranet (digital) Intranet (digital) Internet (digital)
  Veröffentlichung Abspielen vor /in der Klasse
zu Unterrichts- zwecken

Abspielen in einer Schulver- anstaltung, für Schüler und Eltern, Eintritt ohne Entgelt Abspielen in einer Schulver- anstaltung, öffentlich Material digital – Authenti- fizierung/ Klassen-verband/ Lernplatt- form Material digital, Zugang mit Passwort für alle Lehrkräfte/ Schüler/ innen einer Schule

 

Material digital frei zugänglich auf der Homepage der Schule
1 Eine von der Schule erworbene Musik-CD Ja Ja Nein Ja, [1]

bei kleinen Teilen eines Werks: 12%, max. 5 Min. eines Musikstücks

bei Werken geringen Umfangs: maximal 5 Minuten eines Musik- stücks, jedoch nicht das ganze Album (max. 12 %).

Nein Nein
2 Privat erworbene oder rechtmäßig erstellte Privatkopie einer Musik-CD bzw. Musiktitel als MP3-Dateien Ja [2] Ja Nein Ja, [3]

mit den o.g. Einschrän-kungen


Nein Nein
3 gekaufte/s DVD/Video (Eigentümer: Schule oder privat) Ja

 

Nein [3] Nein Ja, [4]

ein Film von maximal fünf Minuten Länge

Nein Nein
4 Video-/DVD-Aufzeichnung aus Fernsehen, Radio

Nein,

mit folgenden Ausnahmen [5]

Nein Nein Ja, [3]

nur ein Film von maximal fünf Minuten Länge s.o.

Nein Nein
5 Nutzung eines privaten Musik-/Video-Accounts abhängig vom Vertrag mit dem Anbieter (Nutzungsbedingungen überprüfen), d.h. im Normalfall: Nein [6] Nein Nein Nein
6 Podcast / Videocast
Ja [7] Ja [8] Nein Ja, [9]

Podcast/ Videocasts von maximal 5 Minuten Länge s. o.

Nein Nein

Checkliste: Herunterladen [pdf] [24 KB]  

Fußnoten:

[1]
Entsprechend dem Gesamtvertrag der Länder mit den Verwertungsgesellschaften zur Abgeltung von Vergütungsansprüchen nach § 52 a Urheberrechtsgesetz für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke bzw. Werkteile im Intranet von Schulen: http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/urda/urheber/urh/vertrag/52a_urhg_gesamtvertrag-juli10.pdf

[2]
Vgl. Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kunst vom 7.8.2003, Nr. III.6-5 S 1365-5.17 348, , Kapitel 2.6.3 Urheberrecht „Privat von Lehrkräften erworbene Medien können im Rahmen des als „nicht-öffentlich“ geltenden Unterrichts verwendet werden.

[3]
Nur möglich, wenn Filmlizenz aus Medienzentrum
Das LMZ/KMZ hat Filme mit Lizenz zur öffentlichen Vorführung vorrätig.

Grund: § 52 Abs. 3 UrhG:
"Öffentliche bühnenmäßige Darstellungen, öffentliche Zugänglichmachungen und Funksendungen eines Werkes sowie öffentliche Vorführungen eines Filmwerks sind stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

[4]
Siehe 2)

[5]
Zulässig sind sog. Privatkopien, d.h. Aufnahmen, die ausschließlich für den privaten Bedarf, nicht für schulische Zwecke vorgenommen werden. Für Aufnahmen, die bereits mit der Zielsetzung des Einsatzes im Unterricht angefertigt werden, gelten die nachfolgenden Regeln:

Schulfunksendungen
Sendungen, die ausdrücklich als solche bezeichnet wurden, dürfen von Schulen und Einrichtungen der Lehreraus- und Fortbildung gezeigt und aufgezeichnet werden. Spätestens mit Ablauf des Schuljahres, das auf die Ausstrahlung folgt, muss die Aufzeichnung gelöscht werden. (Nicht vollzogene Löschung = Urheberrechtsverletzung)
§ 47 Urheberrechtsgesetz (UrhG): Schulfunksendungen
(1) Schulen sowie Einrichtungen der Lehrerbildung und der Lehrerfortbildung dürfen einzelne Vervielfältigungsstücke von Werken, die innerhalb einer Schulfunksendung gesendet werden, durch Übertragung der Werke auf Bild- oder Tonträger herstellen. Das gleiche gilt für Heime der Jugendhilfe und die staatlichen Landesbildstellen oder vergleichbare Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft.
(2) Die Bild- oder Tonträger dürfen nur für den Unterricht verwendet werden. Sie sind spätestens am Ende des auf die Übertragung der Schulfunksendung folgenden Schuljahrs zu löschen, es sei denn, daß dem Urheber eine angemessene Vergütung gezahlt wird.
http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__47.html

Öffentliche Reden und Rundfunkkommentare im unten beschriebenen Umfang

§ 48 Öffentliche Reden
(1) Zulässig ist
1. die Vervielfältigung und Verbreitung von Reden über Tagesfragen in Zeitungen, Zeitschriften sowie in anderen Druckschriften oder sonstigen Datenträgern, die im Wesentlichen den Tagesinteressen Rechnung tragen, wenn die Reden bei öffentlichen Versammlungen gehalten oder durch öffentliche Wiedergabe im Sinne von § 19a oder § 20 veröffentlicht worden sind, sowie die öffentliche Wiedergabe solcher Reden,
2. die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Reden, die bei öffentlichen Verhandlungen vor staatlichen, ommunalen oder kirchlichen Organen gehalten worden sind.
http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__48.html

§ 49 Zeitungsartikel und Rundfunkkommentare
(2) Unbeschränkt zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von vermischten Nachrichten tatsächlichen Inhalts und von Tagesneuigkeiten, die durch Presse oder Funk veröffentlicht worden sind; ein durch andere gesetzliche Vorschriften gewährter Schutz bleibt unberührt.
http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__49.html


[6]

Hier handelt es sich nicht um ein urheberrechtliches sondern ein vertragsrechtliches Problem!
Die Lehrkraft hat mit dem jeweiligen Anbieter einen Vertrag über die Nutzung entsprechender Dienste geschlossen. Der Nutzer akzeptiert die AGBs bzw. Nutzungsbedingungen des Anbieters in der Regel durch Setzen eines Häckchens, um das Angebot nutzen zu können. Dadurch sind diese Nutzungsbedingungen Vertragsbestandteil geworden und bindend für den Nutzer.
Entscheidend ist also, ob die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Betreibers eine solche Nutzung erlauben.
Dies muss für jeden Betreiber gesondert geprüft werden.
Oft sehen die Nutzungsbedingungen nur eine „persönliche“ oder „private“ Nutzung vor.
Wenn eine Lehrkraft in der Schulklasse einen Film eines entsprechenden Anbieters vorführt, ist dies zwar keine urheberrechtlich relevante öffentliche Wiedergabe, aber eben auch keine „private“ Nutzung im Sinne des Verständnisses und des Willens der Portalbetreiber.
Die Lehrkraft verstößt dann gegen den Nutzungsvertrag.
Eine Nutzung persönlicher Accounts von Lehrkräften für eine Videowiedergabe im Unterricht ist in diesen Fällen daher nicht möglich.

[7]
Speicherung nur im Cache, nicht auf Festplatte, Stream

[8]
Es ist von den Lizenzbedingungen abhängig, ob ein Recht auf öffentliche Vorführung enthalten ist.

[9]
Vgl. 1 Gesamtvertrag der Länder mit den Verwertungsgesellschaften zur Abgeltung von Vergütungsansprüchen nach § 52 a Urheberrechtsgesetz für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke bzw. Werkteile im Intranet von Schulen vom14.07.2010: Ein Podcast, der nicht länger als 5 Minuten ist, fällt unter den Gesamtvertrag.

 

Der SWR hat auf Anfrage am 18.04.2007 folgende Auskunft gegeben und verfährt hier gegenüber Schulen großzügiger, als dies im Gesamtvertrag geregelt ist:

„Wir haben Ihre Anfrage an unsere SWR Rechtsabteilung weitergegeben. Die Antwort ergibt sich aus § 52a UrhG. Darin ist geregelt, dass es zulässig ist,‘veröffentlichte kleine Teile eines Werkes, Werke geringen Umfangs sowie einzelne Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften zur Veranschaulichung im Unterricht an Schulen, Hochschulen, nichtgewerblichen Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung sowie an Einrichtungen der Berufsbildung ausschließlich für den bestimmt abgegrenzten Kreis von Unterrichtsteilnehmern … öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies zu dem jeweiligen Zweck geboten und zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke gerechtfertigt ist.’
Die Zugänglichmachung der Werke bzw. Werkteile darf im Unterricht ausschließlich für den abgegrenzten Kreis von Unterrichtsteilnehmern erfolgen, muss durch den Unterrichtszweck geboten und zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke gerechtfertigt sein. Zugreifen dürfen folglich nur der Lehrer und dessen Schüler, ein Zugriff durch die Verwaltung der Schule oder zur bloßen Unterhaltung der Schüler (Überbrückung einer Freistunde) ist durch § 52 a Abs. 1 Nr. 1 nicht gedeckt. Soweit diese Voraussetzungen erfüllt sind, dürfen die Podcasts auch auf den Schulserver geladen werden. Dieser muss aber gegen den Zugriff durch nichtberechtigte Personen abgeschottet sein. Durch geeignete Zugangskontrollsysteme muss die Schule daher sicher stellen, dass keine anderen Personen als Lehrer und Schüler und Lehrer und Schüler auch nicht zu anderen als Unterrichtszwecken auf die Podcasts zugreifen können. Podcasts größeren Umfangs (ab ca. 10 Minuten Länge) fallen nicht unter diese Privilegierung.“

 

 

Veröffentlichungsort: https://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/urda/urheber/checkl/musik_video.htm
© [08.12.2016] [Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, Baden-Württemberg]

Zum Seitenanfang         Startseite | Impressum | © Copyright |

Zuständige Redakteurin: Barbara Abel, abel@lehrerfortbildung-bw.de
© Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, für diese Seite gilt http://lehrerfortbildung-bw.de/impressum/copyright/urheberrecht.html
Letzte Änderung: 12.12.2016