Zur Hauptnavigation springen [Alt]+[0] Zum Seiteninhalt springen [Alt]+[1]

Unterrichtsmaterialien


Was will das Schöpfungsgedicht Genesis 1 über Gott und die Welt aussagen?


Die Bibel beginnt mit zwei Schöpfungstexten. Der erste ist im Babylonischen Exil oder kurz danach entstanden. Man kann erkennen, dass er von den Erfahrungen im Exil geprägt ist: Sowohl Gemeinsamkeiten in der Beschreibung der Welt als auch Unterschiede zum babylonischen Glauben sind deutlich erkennbar.

Bearbeitet in Partnerarbeit die folgenden Aufgaben. Wenn ihr nicht weiterkommt, könnt ihr euch am Lehrerpult ein Tippkärtchen abholen.

 

 

Schrift 1 Babylonische Vorstellungen
(z.B. im Enuma Elisch)

Schrift 2 Genesis 1

1.

Die Babylonier glaubten:

Vor der Erschaffung der Welt war die drachen-gestaltige Göttin des Salzwassers und des Chaos so mächtig, dass sie alle anderen Götter vernichten wollte.

Da keiner der älteren Götter sie bezwingen konnte, trat schließlich der junge Gott Marduk zum Kampf gegen sie an und besiegte sie. Den Leib der toten Göttin spaltete er und machte daraus Himmel und Erde.

Lest die Verse 1-3: Welche wichtigen Unterschiede zum babylonischen Glauben werden durch die biblische Erzählung betont? (Könnt ihr auch Gemeinsamkeiten erkennen?)

 

2.

Die Babylonier verehrten einen Sonnengott, einen Mondgott und andere „Sternengötter“.

Sie beobachteten deshalb die Gestirne genau und suchten in ihnen Zeichen der Götter.

Durch Opfergaben und andere Handlungen versuchten sie, schlechte Vorzeichen abzuwenden.

Untersucht, auf welche Aufgabe die biblische Schöpfungsgeschichte in Gen 1,14-18 die Gestirne beschränkt.

3.

Die Babylonier glaubten:

Marduk wurde nach seinem Sieg von den anderen Göttern zu ihrem König ernannt; seinen Wohnsitz errichtete er im Zentrum der Welt: in der Stadt Babylon.

Weil der Götterkönig in Babylon wohnte, sorgte er auch dafür, dass die Babylonier die Welt beherrschten.

(Marduks Tempel stand in Babylon auf einem siebenstufigen Turm weithin sichtbar als Zeichen seiner großen Macht über Götter und Menschen.)

Die Juden im Exil waren verunsichert, weil Gott die Verwüstung ihrer Heimat und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage zugelassen hatte. „Ist der Gott der Babylonier stärker? Kann man sich noch auf unseren Gott verlassen oder bietet er keinen Schutz?“, fragten sich viele.

Überlegt, wie der Schöpfungstext in Genesis 1 deutlich macht,

  • dass Gott eine unvergleichlich große Macht hat :

  • dass er nicht chaotisch, sondern planend und ordnend vorgeht :

  • dass er seine Geschöpfe schützt und umsorgt (lest z.B. die Verse 29+30) :

4.

Die Babylonier glaubten:

Die Menschen wurden erschaffen, um den Göttern lästige, mühselige Pflichten abzunehmen, damit sich die Götter ausruhen können und es bequem haben.

Untersucht, wie die Bibel in Gen 1,26-31 die Aufgabe der Menschen beschreibt.

5.

Die Babylonier erzählten, dass Marduk und die Götter nach vollendeter Weltschöpfung ein Gastmahl feierten und ruhten. Das konnten sie auch deshalb tun, weil sie jetzt Menschen hatten, die für sie arbeiteten.

Lest, was Gott in Gen 2, 1-3 am Ende seiner Schöpfung tut.

Erklärt, welche Aufgabe die Menschen am Ruhetag Gottes nach jüdischem und nach christlichem Verständnis haben.



Was will das Schöpfungsgedicht Genesis 1 über Gott und die Welt aussagen? - Lösungsvorschlag

Die Bibel beginnt mit zwei Schöpfungstexten. Der erste ist im Babylonischen Exil oder kurz danach entstanden. Man kann erkennen, dass er von den Erfahrungen im Exil geprägt ist: Sowohl Gemeinsamkeiten in der Beschreibung der Welt als auch Unterschiede zum babylonischen Glauben sind deutlich erkennbar.

Bearbeitet in Partnerarbeit die folgenden Aufgaben. Wenn ihr nicht weiterkommt, könnt ihr euch am Lehrerpult ein Tippkärtchen abholen.

 

Schrift 1 Babylonische Vorstellungen
(z.B. im Enuma Elisch)

Schrift 2 Genesis 1

1.

Die Babylonier glaubten:

Vor der Erschaffung der Welt war die drachengestaltige Göttin des Salzwassers und des Chaos so mächtig, dass sie alle anderen Götter vernichten wollte.

Da keiner der älteren Götter sie bezwingen konnte, trat schließlich der junge Gott Marduk zum Kampf gegen sie an und besiegte sie. Den Leib der toten Göttin spaltete er und machte daraus Himmel und Erde.

Lest die Verse 1-3: Welche wichtigen Unterschiede zum babylonischen Glauben werden durch die biblische Erzählung betont? (Könnt ihr auch Gemeinsamkeiten erkennen?)

Es gibt (von Anfang an) nur einen Gott.

Gott erschafft durch das Wort.

(gemeinsam: Urwasser vor der Erschaffung von Himmel und Erde)

2.

Die Babylonier verehrten einen Sonnengott, einen Mondgott und andere „Sternengötter“.

Sie beobachteten deshalb die Gestirne genau und suchten in ihnen Zeichen der Götter.

Durch Opfergaben und andere Handlungen versuchten sie, schlechte Vorzeichen abzuwenden.

Untersucht, auf welche Aufgabe die biblische Schöpfungsgeschichte in Gen 1,14-18 die Gestirne beschränkt.

  • zwischen Tag und Nacht /Licht und Finsternis scheiden
  • zur Bestimmung von Zeiten und Tagen und Jahren
  • als Lichter dienen, um auf der Erde zu leuchten

3.

Die Babylonier glaubten:

Marduk wurde nach seinem Sieg von den anderen Göttern zu ihrem König ernannt; seinen Wohnsitz errichtete er im Zentrum der Welt: in der Stadt Babylon.

Weil der Götterkönig in Babylon wohnte, sorgte er auch dafür, dass die Babylonier die Welt beherrschten.

 

(Marduks Tempel stand in Babylon auf einem siebenstufigen Turm weithin sichtbar als Zeichen seiner großen Macht über Götter und Menschen.)

 

Die Juden im Exil waren verunsichert, weil Gott die Verwüstung ihrer Heimat und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage zugelassen hatte. „Ist der Gott der Babylonier nicht stärker? Kann man sich noch auf unseren Gott verlassen oder bietet er keinen Schutz?“, fragten sich viele.

Überlegt, wie der Schöpfungstext in Genesis 1 deutlich macht,

  • dass Gott eine unvergleichlich große Macht hat :
    Er erschafft die ganze Welt, es gibt keine anderen Götter; was er befiehlt, geschieht

  • dass er nicht chaotisch, sondern planend und ordnend vorgeht :
    klare Reihenfolge von 7 Tagen; Wiederholung: es war gut; er „vollendete“ sein Werk am 7. Tag

  • dass er seine Geschöpfe schützt und umsorgt (lest z.B. die Verse 29+30) :
    Er gibt ihnen Aufgaben und Nahrung

4.

Die Babylonier glaubten:

Die Menschen wurden erschaffen, um den Göttern lästige, mühselige Pflichten abzunehmen, damit sich die Götter ausruhen können und es bequem haben.

Untersucht, wie die Bibel in Gen 1,26-31 die Aufgabe der Menschen beschreibt.

Sie sollen als Ebenbilder Gottes über die Erde und alle anderen Lebewesen herrschen (=Verantwortung übernehmen).

5.

Die Babylonier erzählten, dass Marduk und die Götter nach vollendeter Weltschöpfung ein Gastmahl feierten und ruhten. Das konnten sie auch deshalb tun, weil sie jetzt Menschen hatten, die für sie arbeiteten.

Lest, was Gott in Gen 2, 1-3 am Ende seiner Schöpfung tut.

Erklärt, welche Aufgabe die Menschen am Ruhetag Gottes nach jüdischem und nach christlichem Verständnis haben.

Auch die Menschen (und die Natur) sollen jeden 7. Tag ausruhen.


Tippkärtchen

1.

Achtet besonders auf Folgendes:

Muss Gott sich gegen jemand durchsetzen?

Was tut er, um die Welt zu erschaffen? (Achtet auf die Verben)

2.

In 5. Mose (Dtn) 4,19a haben spätere Autoren deutlich gemacht, wie damit umzugehen ist, dass Sterne keine Götter, sondern von Gott geschaffen sind.

3.

Achtet z.B. auf den Aufbau des Textes:

An welchen Stellen gibt es Wiederholungen und was wird in diesen betont?

4.

Der Ausdruck „Bild Gottes“ meint nicht das Aussehen, sondern die Aufgabe, als Stellvertreter Gottes auf der Erde zu handeln. Im Alten Orient ließen sich nur Könige so nennen.

Welche Bedeutung bekommen die Menschen damit in Gen 1,26f?

5.

In den Zehn Geboten (Ex 20, 8-11) findet ihr einen wichtigen Hinweis.

 

 

Bildquelle Enuma Elish: AN609145001 ©Trustees of the British Museum (CC BY-NC-SA 4.0)

Samuel kann jetzt beantworten

Materialien Exilgeschichten: Herunterladen [docx] [5,1 MB]

Materialien Exilgeschichten: Herunterladen [pdf] [2,1 MB]