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Unterrichtsmaterialien


Erzählvorschlag 2: In Babylon


Für Elias ist es der erste Besuch in Babylon. Schon von weitem konnte er den Tempelberg mit dem gewaltigen Marduk-Heiligtum an der Spitze bestaunen. Jetzt fahren sie durch prächtige Straßen und belebte Gassen. Endlich gelangen sie in das Viertel, in dem viele ehemalige Angehörige des judäischen Königshofs wohnen. Das Gespann hält vor einem großen Gebäude. „Dies ist das Haus der Schreiber. Hier werden die alten Schriften abgeschrieben und aufbewahrt, die wir Schreiber für unsere Gemeinden kopieren“, erklärt ihm sein Vater Samuel.

Als sie das Gebäude betreten, empfängt sie ein Mann namens Serub. Elias ist ganz ehrfürchtig, denn Serub ist ein sehr wichtiger Mann. Er leitet das Haus der Schreiber und leiht vertrauenswürdigen Schreibern wie Samuel immer wieder Schriftrollen zum Abschreiben aus. Serub kontrolliert, ob alle ausgeliehenen Schriftrollen unversehrt sind und lobt Samuel, weil er so gut darauf aufgepasst hat. Nun tragen Elias und Samuel die Kiste mit den ausgeliehenen Rollen in das Zimmer, wo sie gelagert werden. Elias ist hin und weg, als er die vielen Kisten und Regale sieht. „Wer hat das alles geschrieben?“, fragt er ungläubig. Serub zeigt ihm stolz seine Schätze. „Hier ist ein ganzer Schrank mit Liedern“, erklärt er. „Es sind Loblieder dabei, die unseren Herrn preisen, aber auch Klagen über den Untergang Jerusalems.“ Daneben gibt es einen großen Schrank mit Schriftrollen, die Gesetzestexte enthalten. „Sie helfen uns, den Sabbat richtig zu feiern, die richtigen Speisen zu essen und die falschen wegzulassen. Sie erinnern uns daran, wie wir Gottesdienste feiern und unsere Knechte und Mägde behandeln sollen.“ Daneben gibt es eine Truhe mit Namen von Propheten. „Hesekiel“ kann Elias lesen, „Jeremia“, „Jesaja“ und „Sacharja“.

„Ich glaube, davon hatten wir uns auch etwas ausgeliehen, sagt er zu seinem Vater.

In einem großen Raum nebenan sitzen mindestens zehn Schreiber und arbeiten an neuen Schriftrollen. „Sie haben eine große Aufgabe“, erklärt Serub. „Sie schreiben alles auf, was passiert ist, seit unsere Vorfahren nach Judäa kamen. Es wird eine sehr lange Geschichte!“

„Wir dürfen hier nicht länger stören“, sagt Samuel zu Elias, „zurzeit sind alle besonders beschäftigt, denn wir müssen noch viele Texte abschreiben, die wir nach Jerusalem mitnehmen wollen. Wenn wir dort den Tempel wieder aufgebaut haben, müssen wir doch wissen, wie wir richtig Gottesdienst feiern und wie wir die Gebote Gottes halten können.“ Elias ist immer noch ganz stumm vor Staunen über das große Schreibgebäude und die vielen Schriftrollen, die er hier sieht.

„Jetzt müssen wir nur noch die zurückgebrachten Rollen in die richtigen Fächer legen, damit Serub durch uns nicht zu viel Arbeit hat“, sagt Samuel. Das lässt sich Elias nicht zweimal sagen.

Bald darauf befinden sie sich wieder auf dem Heimweg. In der Kiste auf ihrem Wagen nehmen sie neue Schriften zum Abschreiben mit. Darunter befindet sich auch das Lieblingslied von Elias, das von Gott, dem Hirten, erzählt.

 

Schriftrolle

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