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I "Werk im Kontext"

Empfehlungen des RP Stuttgart

Zielrichtung der Aufgabe

Es geht darum, den Textausschnitt aus einem der Schwerpunktwerke („Referenztext“) zu interpretieren und dieses Werk in einem ausgewählten Aspekt mit einem oder den beiden anderen zu vergleichen.

  • Interpretieren impliziert Analyse und Deutung und darf keinesfalls auf der Beschreibungsebene bleiben . Reine Paraphrase oder ziellose Aneinanderreihung von beobachteten inhaltlichen und sprachlichen Textdetails entspricht diesen Anforderungen an eine Interpretation nicht.
  • Vergleichen bedeutet Verknüpfen von erfassten Vergleichsaspekten unter den Gesichtspunkten „Gemeinsamkeiten“ und „Unterschiede“, was auch sprachlich durch geeignete Formulierungen deutlich werden muss. Ein pures Nebeneinander von Interpretationen erfüllt die Aufgabenstellung noch nicht.

Korrekturprofil

  • Ist die Einleitung knapp, funktional, präzise? Nennt sie die wesentlichen Basisinformationen, zumindest Autor und Titel des Referenzwerkes? Führt ein Kernsatz sinnvoll ein und wird ein Bezug zur Aufgabenstellung sichtbar? (nicht: „Im folgenden Aufsatz werde ich nun...“ )

 

Teil 1

  • Ist der „ Kontext der vorangegangenen Handlung“ prägnant und in der gebotenen Kürze erfasst? Sind aus- und abschweifende Ausflüge in nicht relevante Handlungsteile vermieden?
  • Sind die handwerklichen Standards beachtet? Ist Präsens verwendet? Wurde die Zeitenfolge beachtet (Vorzeitigkeit: Perfekt)?
  • Geht die Interpretation der Textstelle genügend in die Tiefe? Bleiben die Ausführungen nicht in der reinen Paraphrase oder auf der Beschreibungsebene stecken?
  • Sind sprachliche und ggf. erzählerische Aspekte funktional zur Aussage eingearbeitet und als Teil der Interpretation erkennbar?
  • Sind sinnvolle Schwerpunkte gesetzt? Verliert sich die Darstellung nicht zu sehr in Details, die zu keiner Gesamtschau führen? Ist eine Orientierung an Interpretationsaspekten, die über ein chronologisches „Abarbeiten“ hinausgeht, erkennbar?
  • Sind Aussagen gut begründet und belegt?
  • Wird sinnvoll und angemessen zitiert? Sind die Zitate weitgehend in den Aufsatztext eingebaut und erfüllen dort begründende, nicht illustrierende Funktion? Wird der Zusammenhang mit dem jeweiligen Interpretationsaspekt deutlich?
  • Ist eine analytische Distanz zur Textvorlage erkennbar?
  • Gibt es eine geschickte Überleitung zu Teil 2, die die thematische Verknüpfung der beiden Teile sichtbar macht?

Teil 2

  • Ist beim Vergleich eine sinnvolle Gliederung erkennbar?
  • Ist der zu bearbeitende Vergleichsaspekt erfasst und - wenn nötig - definiert?
  • Sind die Aussagen zur vergleichenden Betrachtung gut begründet und belegt?
  • Gelingt inhaltlich wie sprachlich die Verknüpfung im Sinne von „Gemeinsamkeiten“ und „Unterschieden“ und eine Zusammenfassung der einzelnen Aspekte zu einem Gesamturteil?
  • Wird die inhaltliche Anbindung an die jeweiligen anderen Gesamtwerke unauffällig und nicht zu ausführlich gestaltet? Ist Nacherzählung vermieden?
  • Stimmen die Proportionen im Vergleich zum ersten Teil des Aufsatzes?
  • Ist ein abrundender Abschluss erkennbar? Ist aus der Vielzahl der Möglichkeiten, einen Aufsatz abzuschließen, eine sinnvolle, auf den jeweiligen Aufsatz abgestimmte Variante gewählt?

Tipps und Anregungen

  • Zu guter und sehr guter Leistung gehören Schwerpunktsetzung und Abstraktion . Inhaltliche „Vollständigkeit“ ist nicht zu erwarten, die Lösungshinweise zu den Abituraufgaben bieten Anhaltspunkte, beschreiben aber nicht eine vom Schüleraufsatz zu erwartende Maximalleistung.
  • Individuelle Wege in Schüleraufsätzen sind nicht per se die schlechteren. Es ist zu prüfen, ob sie der oben genannten Zielrichtung der Aufgabe entsprechen.
  • Kompetenzorientierung betont stark die Wichtigkeit und Transparenz von Lösung swegen und -verfahren , z.B. vor dem Vergleich „Schlüsselwörter“ der Aufgabenstellung (etwa „selbstbestimmt“ beim Abitur 2011) zu definieren. Auch wenn diese Wege nicht immer zum gewünschten inhaltlichen Ziel führen, sollte ihr Einsatz positiv bewertet werden.

Dreiervergleich:

Verfahren 1: Werkabfolge

Verfahren 2: Aspektorientierung

ggf. Definition der Schlüsselwörter

Aspektbündelung zu

  1. W1 (Werk, aus dem der Referenztext stammt)
  2. W2 (mit Rückbezug auf W1)
  3. W3 (mit Bezug zu W1 und W2)
  4. dann Zusammenfassung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede

 

ggf. Definition der Schlüsselwörter, dann Aufschlüsselung in Teilaspekte

  1. Teil-A 1 zu W 1,2,3
  2. Teil-A 2 zu W 1,2,3
  3. Teil-A 3 zu W 1,2,3
  4. ...
  5. dann abschließende Gesamtschau und Zusammenfassung

W=Werk; A=Aspekt

 

Korrekturprofil Aufgabe I: „Werk im Kontext“: Herunterladen [docx] [34 KB]