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IV: Essay

Empfehlungen des RP Stuttgart

Zielrichtung der Aufgabe

Nach Anregung durch gegebene Materialien (Dossier) soll im Sinne eines assoziativen Gedankenspaziergangs und damit im Gegensatz zur klar strukturierten und durch Argumentationsmuster geprägten Erörterung ein Text entstehen, der narrative, reflektierende und argumentative Elemente enthält und zu einem Ganzen zusammenfügt . Dabei spielen

  • der subjektive Zugriff auf die Thematik,
  • eine gewisse Offenheit in Form und Ergebnis sowie
  • die Fähigkeit zum differenzierten Einsatz verschiedenster Stilmittel (wie Metaphorik, Wortspiele, rhetorische Fragen usw.)

eine besondere Rolle.

Korrekturprofil

 

Die Bewertung des Essays berücksichtigt nicht, inwieweit das Dossier verwendet wird.

  • Vermittelt der Einstieg in den Essay generell Leseanreiz, Motivation zum Weiterlesen, Lust zur intensiveren Beschäftigung mit dem Thema?
  • Ist das Thema angemessen eingegrenzt und entfaltet ?
  • Ist ein (durchaus auch individueller) roter Faden als „thematische Ausrichtung“ erkennbar, der den „Zusammenhang der Ausführungen mit dem Gesamtthema“ ( Beringer/Schneider 2010 ) sichtbar macht? Ist im Rahmen dieser Vorgaben eine klare Gedankenführung ersichtlich?
  • Sind narrative, reflektierende und argumentative Elemente als Bestandteile vorhanden und werden sie zu einem Textgewebe verwoben, das sie zu einem Muster zusammenfügt? Sind assoziative Verknüpfungen - eventuell auch Gedankensprünge - für den Leser nachvollziehbar?
  • Ist der Essay klar zu Erzählung und Erörterung hin abgegrenzt? (Oder: Verharrt der Essay im Narrativen? Bleibt er im inhaltlichen wie sprachlichen Duktus zu nahe an der Erörterung und ihren sachlich-argumentativen Strukturen?)
  • Entwickelt sich der Essay weiter, tritt er gedanklich nicht „auf der Stelle“? Bietet er gedankliche Vielfalt , auch kreative und originelle Gedanken an? Geht er über die Schilderung persönlicher Erfahrungen hinaus?
  • Ist eine eigene und eigenständige Urteilsbildung und Positionierung erkennbar?
  • Werden vielfältige rhetorische Figuren eingesetzt? Ist dieser Einsatz funktional?
  • Ist ein elaborierter Text mit individueller Prägung entstanden? Orientiert er sich an Schrift- und Standardsprache? Enthält er weder umgangssprachliche Wendungen noch Vulgarismen? Sind Abweichungen von dieser Regel als funktional eingesetzte Einzelfälle und bewusste Stilbrüche ersichtlich?
  • Ist der Abschluss pointiert und passend?

Tipps und Anregungen/Verfahrensweisen

  • Eine Schwierigkeit beim Korrigieren besteht darin, die (inhaltlich wie sprachlich) kreativen und individuellen Anteile und ihren Beitrag zur Darstellung des Themas gerecht zu würdigen. Je mehr sich der Eindruck eines bewussten, kontrollierten Einsatzes dieser Anteile und auch sprachlich-rhetorischer Stilmittel verdichtet, desto besser kann die Bewertung ausfallen. Einzelne „Ausreißer“ dürfen dann dem Gesamteindruck untergeordnet werden.
  • Eine weitere Problematik besteht in der Einschätzung der Kohärenz . Eine logische Systematik ist nicht zwingend, wohl aber ein begehbarer Weg, der den „Spaziergang“ nachvollziehbar macht.

 

Erarbeitet unter Verwendung vielfältiger Anregungen aus Beringer / Schneider , „Der Essay in der Abiturprüfung des Beruflichen Gymnasiums: Ein Erfahrungsbericht“, Esslingen 2010 und Thies , „Schreibwerkstatt Essay“, Esslingen 2010

 

Korrekturprofil Aufgabe IV: Essay: Herunterladen [docx] [34 KB]