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V: Erörterung anhand eines Textes

Empfehlungen des RP Stuttgart

Zielrichtung der Aufgabe

  • „ Dieses Aufgabenformat verlangt [...] eine vertiefte inhaltliche und sprachlich-formale Auseinandersetzung mit dem Text.“
  • „ Bei der Erörterung verlangt die ausschließlich auf den Vorlagentext gerichtete erste Teilaufgabe eine pointierte Darstellung der Kernaussagen [...]; darauf aufbauend folgt in der zweiten Teilaufgabe die kritische Auseinandersetzung mit der im Text präsenten Autorenposition.“ - „Sie muss die Fähigkeit zur eigenständigen Urteilsbildung auf der Basis einer gut begründeten und zielgerichteten Argumentation erkennen lassen.“
  • Schwerpunkt Analyse: „Sprachliche (rhetorische) und strukturelle Elemente sind hier in Relation zu Inhaltlichem auf ihre wirkungsstrategische Funktion hin zu untersuchen.“

(Brück-Papier „Schriftliche Abiturprüfung im Fach Deutsch ab 2014: Empfehlungen zur Bewertung und Korrektur“ (Juli 2012), S.4)

Korrekturprofil

  • Weckt die Einleitung Interesse und motiviert sie zum Weiterlesen? Nennt sie Autor und Titel des Textes, ggf. den Publikationsort? Führt sie zur Kern der Problematik, die dargestellt und erörtert werden soll? Nimmt sie weder Einzelargumente noch Textaussagen vorweg? Enthält sie keine floskelhaften Überleitungen (wie z.B. „ Im Folgenden werde ich erörtern...“) oder breit erzählende, künstlich wirkende Hinführungen (wie z.B. „Als ich kürzlich durch den Wald spazierte, sah ich einige Kinder, die spielten. Vier davon rannten...“ ) ?

Teil 1 [Schwerpunkt „Erörterung“]

  • Erfolgt die Zusammenfassung des Textes unter Berücksichtigung der konkreten Aufgabenstellung? Wird hierbei auf Thesen und Begründungszusammenhänge verwiesen? Wird die Argumentationsstruktur des Textes deutlich?
  • Wird die Kernaussage des Textes herauspräpariert? Gerät die Darstellung nie in die Nähe der Nacherzählung? Wird immer Präsens verwendet und die Consecutio Temporum beachtet (Perfekt bei Vorzeitigkeit)?
  • Ist immer erkennbar, dass eine fremde Meinung referiert wird? Werden Modus (Konjunktiv I) und Zitate richtig eingesetzt?
  • Wird die eigene Meinung aus der Darstellung herausgehalten?

[Bei Schwerpunkt „Analyse“ : Ist die sprachliche und argumentative Eigenart des Textes adäquat erfasst, mittels Fachsprache beschrieben und funktional mit der Argumentation und der Wirkung des Textes verbunden?]

  • Ist eine Überleitung als Bindeglied zwischen Teil 1 und 2 erkennbar?

Teil 2

  • Ist die Fragestellung erfasst? Werden zentrale Begriffe (differenziert) definiert?
  • Ist - ganz im Sinne der Erörterung - Pro und Contra, Zustimmung und Ablehnung, These und Antithese - in einer sinnvollen Struktur einander gegenüber gestellt? Werden genügend Aspekte des Themas berücksichtigt?
  • Sind die Argumente deutlich strukturiert und mit Begründungen, Belegen und Beispielen versehen?
  • Dienen die Beispiele sinnvoll der Veranschaulichung?
  • Ist die Anknüpfung an den Text und eine eigene Position zur Textaussage klar erkennbar?
  • Erwächst die Synthese aus der vorangegangenen Argumentation und ist sie differenziert und einleuchtend begründet?
  • Wird Unsachlichkeit, Übertreibung, Ironie u.ä. vermieden? Ist der „Ton“ einer Erörterung richtig getroffen?
  • Rundet der Schluss den Aufsatz ab ? Wählt die Schülerin / der Schüler aus verschiedenen Variationsmöglichkeiten - z.B. Ausblick (in die Zukunft, in andere Kulturen...), persönliche Erfahrung oder konkreter Kompromissvorschlag - eine zu Thema und Aufsatz passende aus , die eben diese Funktion der Abrundung erfüllt?

 

Tipps und Anregungen / Verfahrensweisen:

  • Es wird nicht die Meinung bewertet, die im Erörterungsaufsatz zum Ausdruck kommt, sondern die Qualität der Argumentation, die zu einer bestimmten Beurteilung führt. Auch Erörterungen, die zur Lehrermeinung im Gegensatz stehen, können natürlich zu überzeugenden Ergebnissen kommen.
  • Im Gegensatz zum Essay ist bei der Korrektur auf klare Argumentations strukturen zu achten. Argumente müssen entfaltet und in ihrer Relevanz und Tragweite für die Problemstellung deutlich werden.

 

Korrekturprofil Aufgabe V: Erörterung anhand eines Textes:
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