Doppelstunde 1: UFB-Items 1.1, 1.2 und 1.3
Berücksichtigung der Basisdimension „Kognitive Aktivierung“:
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UFB-Items und Positivindikatoren |
Fachspezifische Exemplifizierung |
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Ermittlung von Denkweisen und Vorstellungen (1.2.): Die Lehrkraft sammelt unterschiedliche Schülerbeiträge und hält sich selbst zurück. Die Lehrkraft befragt die Schülerinnen und Schüler nach ihren Ideen und Vorstellungen zu einem Thema. Die Lehrkraft fragt nach, wie Schülerinnen und Schüler zu ihren Vorstellungen oder Antworten gekommen sind. Die Lernenden werden aufgefordert, ihre Antworten zu begründen. |
Das Gedankenexperiment ermöglicht den Schülerinnen und Schülern die Äußerung persönlicher Vorstellungen und moralischer Intuitionen. Zudem lernen sie eine zentrale, auch im Bildungsplan aufgeführte, fachspezifische Unterrichtsmethode kennen, die im Besonderen kognitive Aktivierung ermöglicht. In der folgenden Erarbeitung werden diese Vorverständnisse konstruktiv aufgegriffen. |
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Verständnisorientierung (1.1.): Der Bezug zu zentralen Inhalten wird im Verlauf der Stunde immer wieder hergestellt. Herausfordernde Aufgaben und Fragen (1.3.):Die von der Lehrkraft gestellten Fragen und Aufgaben gehen über die reine Reproduktion von auswendig gelerntem Wissen oder die Anwendung von Prozeduren hinaus. |
Die Erarbeitungsphase ermöglicht den Schülerinnen und Schüler ihr Vorverständnis mit der Position eines Philosophen abzugleichen und zu vertiefen. Dieser dient dabei als „Dialogpartner“ (Martens). |
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Herausfordernde Aufgaben und Fragen (1.3.): Die von der Lehrkraft gestellten Fragen und Antworten können nicht nur mit Ja oder Nein beantwortet werden. |
Die Problematisierung, ob das Einhalten von Regeln per se gut ist, dient dazu, Schülerinnen und Schülern die Grenzen einer reinen Regelorientierung aufzuzeigen. |
Materialien
M1.1: Welt ohne Regeln?
Stell Dir vor, Du lebst in einer Welt ohne Regeln. In dieser Welt gibt es keine Regeln. Es gibt noch nicht einmal Verkehrsregeln. Was macht ihr in den nächsten fünf Minuten, in einer Stunde, an einem Tag?
Arbeitsanregungen:
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Zeichnet zu dieser Welt ohne Regeln ein Bild oder einen Comic.
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Welche Regeln gelten nicht mehr in der Welt? Notiere diese.
Hinweis: Regeln werden in ganzen Sätzen formuliert. Regeln fordern immer etwas ein: Die Personen, an die sie gerichtet sind, sollen sich an sie halten. Mögliche Regeln sind zum Beispiel:
- Man soll keine Dinge klauen.
- Die Schülerinnen und Schüler dürfen nicht zu spät kommen.
- Möchtest du in einer solchen Welt leben? Begründe deine Entscheidung.
M1.2: Notwendigkeit von Regeln
Arbeitsanregungen:
- Schaut euch das Video „Wozu brauchen wir eigentlich Regeln?“ auf dem Youtube-Kanal „Komm, wir fragen mal Opa!“ zweimal an: Quelle: youtube.com [2:45 Min.] (19.10.2024)
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Warum sind nach dem Philosophen Thomas Hobbes Regeln notwendig? Schreibt sein Vorgehen in einzelnen Schritten auf:
- Gedankenexperiment: Thomas Hobbes stellt sich vor, dass
- Folgen: Dann würde
- Beurteilung und Begründung:Ich finde das , weil
- Welche Antwort schlägt Hobbes für das Problem vor? Notiere diese.
- Stimmst du Hobbes` Lösungsidee zu? Kann es zu Problemen kommen? Schreibe einen Satz auf.
M1.3: Grenzen von Regeln
Behauptung: Es ist gut, sich immer an Regeln zu halten.
Arbeitsanregung :
Stimmst du der Aussage zu? Begründe dein Urteil. Finde ein Beispiel oder ein Gegenbeispiel.
Ergebnissicherung
Warum brauchen wir Regeln?
Welt ohne Regeln
In einer Welt ohne Regeln würde Chaos (Unordnung) und Gewalt herrschen. Der militärisch Stärkste würde über andere Menschen herrschen.
Funktion von Regeln
Regeln dienen der Orientierung im Leben. Die Einhaltung von Regeln ist notwendig für ein gutes und friedliches Leben auf der Welt.