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Doppelstunde 2: UFB-Items 1.1, 1.2 und 1.3

Unterrichtsinhalte im Überblick:

Die Schülerinnen und Schüler werden durch den Einstieg (M2.1) sensibilisiert für unterschiedliche Formulierungen von Regeln, die im Alltag benutzt werden. Anhand eines konkreten Beispiels aus ihrer Lebenswelt üben die Schülerinnen und Schüler die Formulierung von Regeln (M2.2) ein. Sie erarbeiten sich den Unterschied zwischen zwei verschiedenen Aussagetypen, indem sie den für die Ethik zentralen Unterschied zwischen deskriptiven und präskriptiven Aussagen erfassen (M2.3). Dabei lernen sie eine Beschreibung des Begriffs „Regeln“. Außerdem sind sie dazu in der Lage, begrifflich präzise formulierte Normen von deskriptiven Aussagen und Pseudoregeln zu unterscheiden.

Berücksichtigung der Basisdimension „Kognitive Aktivierung“:

UFB-Items und Positivindikatoren

Fachspezifische Exemplifizierung

Herausfordernde Aufgaben und Fragen (1.3):

Die Lehrkraft konfrontiert die Schülerinnen und Schüler mit widersprüchlichen Sachverhalten

Die vier Formulierungen erzeugen auf Seiten der Schülerinnen und Schüler eine kognitive Dissonanz. Sie erfordern von ihnen genaues Lesen, um sprachliche Unterschiede, die für den Ethikunterricht zentral sind, zu identifizieren.

Herausfordernde Aufgaben und Fragen (1.3):

Die von der Lehrkraft gestellten Fragen und Aufgaben können nicht nur mit Ja und Nein beantwortet werden.

Unterschiedliche Meinungen, Lösungen oder Fälle werden einander kontrastierend gegengestellt.

Die Schülerinnen und Schüler werden zu Selbsterklärungen angehalten. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen selbst die Rolle der Lehrkraft […].

Ermittlung von Denkweisen und Vorstellungen (1.2.):

Das Unterrichtsmaterial (M2.2) zu den Schulregeln dient dem Einüben von Regelformulierungen und nimmt durch die Formulierung von Regeln für eine gute Schule explizit Bezug auf die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Zudem üben sie durch die Einnahme unterschiedlicher Rollen einen Perspektivenwechsel ein.

Die Lehrkraft befragt die Schülerinnen und Schüler nach ihren Ideen und Vorstellungen zu einem Thema.

Die Lernenden werden aufgefordert, ihre Antworten zu begründen.

Verständnisorientierung (1.1.):

Der Bezug zu zentralen Inhalten wird im Verlauf der Stunde immer wieder hergestellt.

 

Das Unterrichtsmaterial (M2.3) leistet durch die begriffliche Differenzierung von Aussagentypen und die Definition des Begriffs „Regeln“ einen Beitrag zur Begriffsarbeit als einer zentralen fachspezifischen Methode. Wenn in einer anderen Unterrichtseinheit bereits die Unterrichtsmethode der Begriffsdefinition, beispielsweise als Bestimmung von Begriffen mithilfe von Oberbegriffen und spezifischen Merkmalen, eingeführt wurde, kann bei der Definition von Regeln darauf zurückgegriffen werden.

Herausfordernde Aufgaben und Fragen (1.3):

Die Lehrkraft konfrontiert die Schülerinnen und Schüler mit widersprüchlichen Sachverhalten.

Durch die Problematisierung von im Klassenraum oder in Ethiklehrwerken präsentierten Klassenregeln wenden die Schülerinnen und Schüler ihr im Unterricht erworbenes Wissen an. Dadurch werden sie in ihren logisch-sprachlichen Fähigkeiten gefördert.

Materialien

M2.1: Regel-Formulierungen?

Wir gehen respektvoll miteinander um.

Wir sollen respektvoll miteinander umgehen.

Man soll miteinander respektvoll umgehen.

respektvoll miteinander umgehen

Arbeitsanregungen :

  1. Wodurch unterscheiden sich die ersten beiden Sätze voneinander? Gibt es einen inhaltlichen Unterschied? Wenn ja, nenne diesen.
  2. Wodurch unterscheiden sich die Sätze 2 und 3 voneinander?  Gib deine Erkenntnis wieder.
  3. Was bedeuten die drei Worte in der letzten Zeile? Was sollen die Worte bedeuten? Formuliere einen Satz.

M2.2: Schulregeln

Was ist eine gute Schule?

Du bist Schülerin bzw. Schüler deiner Schule

Arbeitsanregungen:

Überlege dir, woran man eine gute Schule erkennen kann. Notiere zwei Merkmale.

  1. Formuliere zwei Regeln, die in einer guten Schule gelten sollen.
  2. Schreibe eine Begründung dafür, warum diese beiden Regeln für dich wichtig sind.
  3. Kannst Du dir vorstellen, dass es jemanden gibt, der deinen Regeln nicht zustimmt? Wenn ja, notiere, wer das sein könnte. Begründe dieses.

Was ist eine gute Schule?

Du bist Schulleiterin bzw. Schulleiter deiner Schule.

Arbeitsanregungen:

  1. Überlege dir, woran man eine gute Schule erkennen kann. Notiere zwei Merkmale.
  2. Formuliere zwei Regeln, die in einer guten Schule gelten sollen.
  3. Schreibe eine Begründung dafür, warum diese beiden Regeln für dich wichtig sind.
  4. Kannst du dir vorstellen, dass es jemanden gibt, der deinen Regeln nicht zustimmt? Wenn ja, notiere, wer das sein könnte. Begründe dieses.

Was ist eine gute Schule?

Du bist Mutter oder Vater.

Dein Kind geht zur Schule.

Arbeitsanregungen:

  1. Überlege dir, woran man eine gute Schule erkennen kann. Notiere zwei Merkmale.
  2. Formuliere zwei Regeln, die in einer guten Schule gelten sollen.
  3. Schreibe eine Begründung dafür, warum diese beiden Regeln für dich wichtig sind.
  4. Kannst du dir vorstellen, dass es jemanden gibt, der deinen Regeln nicht zustimmt? Wenn ja, notiere, wer das sein könnte. Begründe dieses.

Was ist eine gute Schule?

Du bist Lehrerin bzw. Lehrer deiner Schule.

Arbeitsanregungen:

  1. Überlege dir, woran man eine gute Schule erkennen kann. Notiere zwei Merkmale.
  2. Formuliere zwei Regeln, die in einer guten Schule gelten sollen.
  3. Schreibe eine Begründung dafür, warum diese beiden Regeln für dich wichtig sind.
  4. Kannst du dir vorstellen, dass es jemanden gibt, der deinen Regeln nicht zustimmt? Wenn ja, notiere, wer das sein könnte. Begründe dieses.

M2.3: Beschreibende und vorschreibende Aussagen

Welche der Aussagen beschreiben etwas,

welche schreiben vor etwas zu tun?

Nr.

Aussage

beschreibende Aussage (b) oder

vorschreibende Aussage (v)

1.

Stuttgart ist die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg.

2.

Das Wildermuth-Gymnasium hat über 1000 Schülerinnen und Schüler.

3.

Man soll möglichst oft die Wahrheit sagen.

4.

2 + 2 = 4

5.

Die Dinosaurier sind ausgestorben.

6.

Das Geld muss besser auf der Welt verteilt werden.

Arbeitsanregungen:

  1. Welche der Aussagen sind beschreibende, welche sind vorschreibende? Notiere den entsprechenden Buchstaben in die Tabelle.
  2. Fülle die Tabelle aus, indem du die passende Aussagen in die Spalten schreibst

    beschreibende Aussage

    vorschreibende Aussage

    Berlin ist die Hauptstadt der BRD.

    Berlin sollte die Hauptstadt der BRD sein.

    Schülerinnen und Schüler sind im Unterricht leise.

    Menschen dürfen nicht lügen.

    Wir sind nett zueinander.

  3. Prüfe, ob sich immer klar entscheiden lässt, ob eine Aussage eine beschreibende oder vorschreibende ist. Notiere dazu einen Satz, der sowohl beschreibend als auch vorschreibend sein kann.

Ergebnissicherung

Was sind Regeln?

Regeln sind vorschreibende Aussagen, die beanspruchen, für eine Gruppe oder für alle Menschen gültig zu sein. Wir erkennen sie an Modalverben (zum Beispiel „sollen“, „sollen nicht“, „dürfen nicht“, „müssen“). Das Wort „man“ zeigt an, dass sich alle Menschen an die Regel halten sollen, nicht nur eine bestimmte Gruppe.

Beispiel: „Man soll nicht lügen.“

Gegenbeispiel: „Wir sind ruhig im Unterricht.“

Der Satz ist keine Regel, da es sich um eine beschreibende Aussage handelt.

Anmerkung

Die Aussage kann im alltäglichen Sprachgebrauch als Hinweis oder als Befehl dienen, um das Einhalten einer Regel einzufordern.

Gegenbeispiel: „nett sein“

Es handelt sich nicht um eine Regel, da es kein Satz ist. Bei den beiden Wörtern handelt es sich um einen Infinitiv mit Adjektiv.

Anmerkung

Die beiden Wörter können im alltäglichen Sprachgebrauch als Hinweis oder als Befehl dienen, um das Einhalten einer Regel einzufordern.

Arbeitsanregung:

Prüft, ob die Klassenregeln (zum Beispiel im Klassenzimmer oder im Ethikbuch [Jörg Peters/Martina Peters/Bernd Rolf (2021): Abenteuer Ethik neu 1. Baden-Württemberg. Bamberg, S. 80f., M3]) präzise formuliert sind.