Zu Item 1.3: Legende zu einem Stadtplan erstellen
Unterrichtsphase Erarbeitung:
Beispiel Klassen 5/6 - Legende zu einem Stadtplan erstellen: Aufgabenstellung für die Lernenden: „Partnerarbeit: Entwickelt eine passende Legende zu den auf dem Stadtplan verwendeten Symbolen und Farbsignaturen.“
Mögliche Unterrichtsgespräche während der Erarbeitungsphase
Schülerin: „Es gibt auf dem Stadtplan mehr weiße als gelbe Straßen. Meinst du die gelben sind wichtiger?“
Schüler: „Ja, das könnte sein. Vielleicht sind es Hauptstraßen? Lass uns das doch mal auf dem Stadtplan überprüfen. Meistens verlaufen diese ja durch die Mitte des Ortes.“
Schüler: „Meinst du diese geraden Striche könnten für die Landwirtschaft stehen? Ich habe sie nur außerhalb des Ortes gefunden.“
Schülerin: „Gute Idee! In der Nähe sind auch immer Berge eingezeichnet, der Wartberg zum Beispiel. Meinst du die Symbole könnten für den Weinanbau stehen? Wenn ich nach Heilbronn in die Schule fahre, sehe ich immer viele Weinreben an den Hängen.“
Didaktische Hinweise
Im Rahmen der Erarbeitungsphase erhalten die Lernenden einen (digitalen) Stadtplan des Schulortes, zu dem eine Legende erstellt werden soll. Diese kognitiv herausfordernde Aufgabe zielt darauf, bei den Lernenden aktive Denkprozesse anzuregen und diese im Rahmen einer Partnerarbeit zu verbalisieren (vgl. Unterrichtsgespräch). Durch die fehlende Legende werden mehr herausfordernde Denkprozesse bei den Lernenden initiiert als bei der „einfachen“ Interpretation einer Karte (Mehren & Mehren, 2020). Die Schülerinnen und Schüler stellen Vermutungen/Hypothesen zur Bedeutung einzelner Symbole und Signaturen auf und überprüfen ihre Annahmen anhand der Karte. Dies führt in der Regel zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Karte und argumentativen Aushandlungsprozessen zwischen den Schülerinnen und Schülern, die fruchtbar für das Lernen der Schülerinnen und Schüler sind. Die Wahl des Schulortes begünstigt die Anwendung bekannter Sachverhalte (Beobachtungen auf dem Schulweg) auf neue Situationen (Visualisierung auf einer Karte), wodurch das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler aktiviert sowie Denkprozesse angeregt werden. An die eigenständige Erarbeitung der Legende schließt eine Plenumsphase an, in der im Rahmen eines herausfordernden Unterrichtsgespräches die Begründungen zu den Lösungsvorschlägen der Lernenden aktiv eingefordert werden sollten.
Ergänzende Ideen
Ergänzende Aufgabenstellung für die Lernenden: „Partnerarbeit: Überprüft eure erstellte Legende mithilfe von Satellitenbildern.“
Diese Aufgabe regt die Lernenden dazu an noch einmal anhand einer anderen Repräsentationsform (Satellitenbild) ihre Lösung zu überprüfen und somit zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Karteninhalten.
Als Möglichkeit der konstruktiven Unterstützung (vgl. Item 2.2) kann einzelnen Lernenden eine Vorlage für die Erstellung der Legende mit den entsprechenden Symbolen zur Verfügung gestellt werden, während andere Lernende diese aus dem Stadtplan herausarbeiten .
Weitere Einsatzmöglichkeiten im Rahmen des Bildungsplans 2016
Der Einsatz von Aufgaben zur Erstellung einer Legende als kognitiv aktivierende Aufgabe zur Karteninterpretation ist in allen Klassenstufen möglich. Mögliche Themen:
- Klassen 9/10 – 3.3.1.2 Endogene und exogene Prozesse: Karte zur Plattentektonik; 3.3.3.1 Ressourcenverfügbarkeit und Ressourcenmanagement (Ressource Boden): Karte zur Ausbreitung der Desertifikation
- Klassen 11/12 – 3.5.2.6 Entwicklungen in der Anthroposphäre (LF) Karte zu den Faktoren der weltweiten; 3.5.2.2 Prozesse in der Atmosphäre (LF) Karte zu den Niederschlägen und Winden in Afrika zu unterschiedlichen Jahreszeiten (ITC); 3.5.2.4 Wirkungszusammenhänge in der Biosphäre (LF) bzw. 3.4.3.1 Bevölkerungsentwicklung und ihre räumlichen Auswirkungen (BF): Karte zur Ausbreitung der Desertifikation
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