1.1. Verständnisorientierung
Der Unterricht hat einen klaren Fokus auf die zentralen Inhalte, die von den Schülerinnen und Schülern verstanden werden sollen.
Stunde 1: Lernen vorbereiten und initiieren / an Vorwissen anknüpfen
Kinder formulieren ihre Fragen und Vorstellungen zur Erde und ihrer Entstehung und bringen dabei heterogenes Vorwissen ein (biblisch, wissenschaftlich oder individuell, kindliche Art und Weise) und nehmen die Vorstellungen anderer Kinder wahr
Satzanfänge zum Bild „earth rise“
Das gewählte Stundenthema fokussiert das heterogene Vorwissen (biblisch, wissenschaftlich, individuell und / oder kindlich). Anhand der Betrachtung des Bildes „earth rise“ formulieren die Schülerinnen und Schüler einerseits ihre Vorstellungen und andererseits ihre Fragen. Da didaktisch vom Kleinen zum Großen vorgegangen wird und die Religionslehrkraft begleitend Anknüpfungspunkte und gegenseitige Vernetzung von Gedanken und Beiträgen ermöglicht, werden die Lernenden zum Nachdenken und Hinterfragen von eigenen Vorstellungen und derjenigen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler angeregt sowie zu einer aktiven Unterrichtsbeteiligung herausgefordert.
Fokus der kognitiven Aktivierung (Item 1.1) im evangelischen Religionsunterricht der Primarstufe:
- Auseinandersetzung mit der Tiefendimension des Lebens und der Frage nach Gott
- Impulse zur Korrelation von Lebenswelt und Deutungsangeboten aus dem christlichen Glauben
- Gemeinsame Suche nach Wahrheit und Orientierung
- Didaktische Reduktion
Über das Medium eines Bildes und die Methode von dessen Betrachtung wird einerseits eine Subjektorientierung gewährleistet und andererseits gegenseitiger Austausch ermöglicht. Im Folgenden werden Impulse der Religionslehrkraft für eine kognitiv aktivierende Bildbegegnung in Anlehnung an Günther Lange genannt:
- Was fällt mir besonders ins Auge? („Ich sehe …“)
- Welcher Inhalt ist auf dem Bild dargestellt? („Ich vermute …“)
- Welche Mittel wurden von dem Künstler gewählt, um diesen Inhalt hervorzuheben? (Farben, Symbole)
- Was löst das Bild in mir aus? (Assoziationen, Gefühle)
- Wie kann man den Bildinhalt deuten? (Bezug zu Tradition, Glauben, Lebenserfahrungen)
- Wo und wie finde ich mich in dem Bild wieder? (Identifizierung mit einer Figur, Irritation, Einverständnis)
Indirekt handelt es sich hier um eine Wechselbeziehung von Bild und dem oder der Betrachtenden mit dem intendierten Ziel, sich für das perspektivenreiche Thema Welt, in der wir leben, zu öffnen. Eventuell findet bereits zu diesem Zeitpunkt bei einzelnen Lernenden eine Verknüpfung zum Thema Schöpfung statt.
Die kognitive Aktivierung in dieser Phase bietet somit Raum für Herausforderung und das Engagement von Schülerinnen und Schülern sowie für eine gelingende Verständnisorientierung und die Ermittlung spezifischer Denkweisen.