Item 1.3. Herausfordernde Aufgaben und Fragen
Im Unterricht wird mit Fragen und Aufgaben gearbeitet, die die Schülerinnen und Schüler zur vertieften Auseinandersetzung mit den Inhalten herausfordern.
Stunde 4-6: Über Zeit in der Schöpfung staunen und nachdenken
Zeit selbst wahrnehmen, unterschiedliche Zeitwahrnehmung. Zeitspannen vergleichen und in Relation setzen. Welche Zeitspannen kann man sich eigentlich vorstellen? Über welche kann man nur staunen?
- Dafür sensibilisieren, warum die Erzähler des Schöpfungshymnus durch sieben Tage rhythmisiert ist.
- Den Schöpfungshymnus als Lied mit Rhythmus wahrnehmen.
- Über Zeit vor Gott und vor den Menschen nachdenken.
- Digitales Fenster: Meine Zeit steht in deinen Händen.
- Ein Lob auf die Schöpfung kreativ umsetzen.
- Aktive und selbstständige Auseinandersetzung mit Gottes Schöpfungswerken anhand eines Liedes.
- Wahrnehmen der Schöpfung mit allen Sinnen
- Die Schöpfung zu bewahren, ist Gottes großes Ziel.
- Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung, 1. Mose 2,15
- 1. Mose 1,27
- Psalm 139,14 „Ich danke dir und staune, dass ich so wunderbar geschaffen bin“ und Psalm 31,9 und Grundgesetz Artikel 1 und Tierschutzgesetz Artikel 3
- Lernprozess zur Förderung von Orientierungsfähigkeit
- Religiöse Bildung in Form von Prozessen der Wahrnehmung, Bewusstmachung und Reflexion subjektiver Vorstellung durch Auseinandersetzung mit anderen Vorstellungen
- Dialogische, diskursive und stetig zunehmend digitale Prozesse
- Einbezug der rationalen, emotionalen und symbolisierenden Ebene (Involvement)
- Subjektorientierung und Multiperspektivität
- Haltung: Schülerinnen und Schüler als eigenständig denkende Subjekte ernstnehmen und Spielraum für eigenständiges Denken, Handeln und Gestalten lassen
Unterschiedliche Zeitspannen, Schöpfungshymnus als Lied, Meine Zeit steht in deinen Händen (digital)
Stunde 7: Über die verschiedenen Aspekte in Gottes Schöpfung staunen und nachdenken
Stunde 8: Darüber staunen, was Gott geschaffen hat und darüber nachdenken, wie wir das bewahren können.
Sinneswahrnehmungen, Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung, 1. Mose 2,15
Stunde 9:Über das Menschsein und das Geschenk, ein Gegenüber Gottes zu sein, nachdenken und staunen.
1, Mose 1,27 Psalm 139,14 Psalm 31,9 GG Art. 1 TierSchG Art. 3
Die 4.-6. Unterrichtsstunde setzt eigene Wahrnehmungen und Empfindungen zum Thema Zeit und Zeitspannen in Relation zu biblischen Darstellungen. Hierbei wird digital über das Bibelwort „Meine Zeit steht in deinen Händen“ oder musisch-dimensional über den 7-tägigen Schöpfungshymnus als Lied mit Rhythmus das Thema weiter erarbeitet und vertieft. Die religionsdidaktische kognitive Aktivierung bezieht sich somit auch in dieser Phase der Unterrichtseinheit auf ein fächerverbindendes Vorgehen (musisch-kreative Dimension) und fördert die ganzheitliche Erfahrung und Auseinandersetzung. Seitens der Religionslehrkraft ist hohes Taktgefühl und Empathiebereitschaft von großer Bedeutung für eine zu erzielende Lernwirksamkeit.
In der 7. Stunde wird einerseits der er- und bearbeitete Inhalt eines biblischen 7-tägigen Schöpfungshymnus in Form eines „Lobes auf die Schöpfung“ kreativ umgesetzt. Anhand des bereitgestellten Liedes wird Raum für eine aktive und selbstständige Auseinandersetzung ermöglicht. Achtsamkeit gegenüber der Schöpfung wird durch Staunen und individuelles sowie gemeinsames Nachdenken weiter gefördert.
Die 8. Stunde führt aus diesem Staunen in das Thema Bewahren der Schöpfung. An dieser Stelle wird deutlich, dass eine kognitive Aktivierung im Rahmen einer gesamten Unterrichtseinheit die Beachtung von Scharnierstellen und Übergängen seitens der Religionslehrkraft erfordert. Diese ist zumeist Fachlehrkraft in der von anderen Fächern abweichenden Situation einer speziellen Zusammensetzung der Religionsgruppen. Die kognitive Aktivierung beläuft sich an dieser Stelle nicht rein umweltpädagogisch auf Werte eines zu gewährleistenden Umweltschutzes, sondern aus christlich-theologischer Sicht einer zu fördernden Tiefendimension des Lebens und einer religionssensiblen Lern- und Schulkultur auf den Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung aus 1. Mose 2,15.
Die 9. Stunde mündet vom christlich-theologischen Menschenbild eines einzigartigen Geschöpfes aus in einen Perspektivenwechsel: Die gesamte Schöpfung zeichnet sich durch eine wundervolle Einzigartigkeit aus. Dies verstärkt die kognitive Aktivierung der politischen Dimension der Leitperspektive „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, konkretisiert anhand Psalm 31,90 und TierSchuG Art. 3.
Die Skizzierung der Unterrichtseinheit zeigt auf, dass die religionsunterrichtliche kognitive Aktivierung neben der Auseinandersetzung mit dem religionspädagogischem Proprium Aspekte anderer Unterrichtsfächer konstruktiv aufnimmt. In vorliegendem Beispiel werden existentielle Fragen der Lebensdeutung und Orientierung – wie in dem Text zur Basisdimension der kognitiven Aktivierung erläutert – im Kontext pluralistischer Gegebenheiten beleuchtet. Die emotionale Bedeutsamkeit wird dabei durch die ermöglichende mehrdimensionale kreative Auseinandersetzung in Bezug auf Sprache, Kunst und Musik in besonderem Maße beachtet. Das Beleuchten und Aushalten unterschiedlichen Weltdeutungen zeigt auf, dass sich die Komplexität nicht auf einfache Weise erfassen lässt bzw. Positionierung mit Mehrdeutigkeit einhergeht.
Fokus der kognitiven Aktivierung (Item 1.3) im evangelischen Religionsunterricht der Primarstufe: