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1. Doppelstunde

Deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine … und die biblische Forderung nach Gewaltlosigkeit

1 Einstiegphase

Deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine als ethisches Problem

(P , Vortrag durch Lehrperson, EA)

1.1 Inhaltliche Hinführung

L zeigt einen kurzen Clip aus aktuellen Nachrichten über Waffenlieferung an die Ukraine (M1)

L erläutert die politische Situation, S bringen eigene Kenntnisse ein

S äußern spontan ihre Position zu Waffenlieferungen in Kriegsgebiete (schriftlich, evtl. mit digitalem Tool)

S formulieren die zentrale Leitfrage der Stunde, z.B.  Kann man als Christ die Waffenlieferungen an die Ukraine befürworten?

Tiefenstruktur

Item 1.1

Der Unterricht hat einen klaren Fokus auf die zentralen Inhalte, die von den Schülerinnen und Schülern verstanden werden

Durch die im Einstieg erarbeitete Leitfrage, die im Laufe der Sequenz immer wieder in einer zunehmenden Verarbeitungstiefe aufgegriffen wird, wird der Fokus auf den zentralen Stundeninhalt, das Prinzip der Gewaltlosigkeit, immer wieder neu hervorgehoben und seine Bedeutsamkeit betont.

Das Potential dieser Leitfrage zur kognitiven Aktivierung liegt insbesondere in ihrer Ambiguität: Die Schülerinnen und Schüler werden wahrscheinlich spontan Christentum mit Gewaltlosigkeit assoziieren und daher unterkomplexe Antworten geben, deren Fragwürdigkeit im Hinblick auf die komplexe Situation in Kriegsgebieten und das Leiden der Bevölkerung, auf der Hand liegt. Diese Dissonanz ist in hohem Umfang kognitiv aktivierend.

1.2 Erarbeitung der Leitfrage

(Beamer, Tafel)

  • S bringen ihr Vorwissen zu einer Position aus christlicher Perspektive zu Waffenlieferungen (M2) ein .
  • L spielt einzelne prägnante Aussagen von Theologinnen und Theologen zu dem Thema ein .
Tiefenstruktur

Item 1.2

Die Lehrkraft ermittelt das aktuelle Verständnis der Schülerinnen und Schüler

Durch geschickte Impulstechnik kann die Lehrkraft die Schülerinnen und Schüler zur Reflexion der eigenen Position anregen und damit zu einer tiefergehenden Beschäftigung mit der Thematik  motivieren.

1.3 Spontane erste Positionierung der Schülerinnen und Schüler

S formulieren schriftlich ihre eigene Positionierung und begründen sie kurz

S stimmen mit Abstimmungskarten oder einem digitalen Tool (z.B. Menti/ Online-Ted etc.) ab

L gibt Impulse zur Reflexion der Position der S im Plenum

Tiefenstruktur

Item 1.2

Die Lehrkraft ermittelt das aktuelle Verständnis der Schülerinnen und Schüler

Die wiederholten kontroversen Diskussionen, die im Laufe der Sequenz entstehen dürften, erfordern von allen Schülerinnen und Schüler ein hohes Maß an Gesprächskultur, ein aktives Zuhören und Toleranz. In diesen Phasen sind die Schülerinnen und Schüler angehalten, auch von der eigenen Position abweichenden Äußerungen der Mitschülerinnen und Mitschüler wertschätzend zu begegnen und sie in kritisch-konstruktiver Weise zu hinterfragen.

2. Erarbeitungsphase

Was sagt die Bibel zu Gewalt und Krieg: Auseinandersetzung mit exemplarischen Aussagen der Bergpredigt

2.1. Präsentation der Anforderungssituation

L präsentiert die Anforderungssituation: Eine Kommission der DBK/ EKD soll eine Stellungnahme der Kirchen zu den Waffenlieferungen erarbeiten

Oder:

Eine christliche Jugendbewegung (BDKJ, CVJM, ev. Jugendkirche) möchte eine Stellungnahme zu den Waffenlieferungen erarbeiten und diskutiert

Tiefenstruktur

Item 1.3

Im Unterricht wird mit Fragen und Aufgaben gearbeitet, die die Schülerinnen und Schüler zur vertieften Auseinandersetzung mit den Inhalten herausfordern

Die Anforderungssituation erfordert eine Auseinandersetzung mit der Bergpredigt, die über die reine Textarbeit hinausgeht und die Beschäftigung mit möglichen Interpretationen beinhaltet.

2.2 Auseinandersetzung mit exemplarischen biblischen Aussagen zu Gewalt/ Gewaltlosigkeit

(Think-Pair-Share)

  • L fragt nach möglichem Vorwissen zu biblischen Orientierungspunkten zu Gewalt und Gewaltlosigkeit (M3)
  • S setzen sich mit ausgewählten Bibelstellen (M4) auseinander
  • Think: S lesen Auszüge aus der Bergpredigt (Mt 5, 3-12; 38-46) (M5) und setzen sich mit Hintergrundwissen zur Bergpredigt auseinander
  • Pair: S fassen ihr erstes Verständnis von den Aussagen der Bergpredigt zusammen
  • Share: S präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum
  • L gibt Feedback
  • S überarbeiten die eigene Stellungnahme aus U-Phase 1.3 
Tiefenstruktur

Item 2.1

Das Feedback, das die Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern gibt, ist zum Weiterlernen hilfreich

Die Lehrkraft würdigt die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler, gibt aber zugleich – auf der Basis des zur Verfügung gestellten Hintergrundwissens zur Bergpredigt – Impulse zum vertieften Verständnis der ausgewählten Verse. Hiermit wird die Phase der vertieften Auseinandersetzung mit Deutungsansätzen in der zweiten Doppelstunde vorbereitet.

3. Vertiefungsphase

Kreative Gestaltung einer ersten Version einer Stellungnahme zu Waffenlieferungen

S erstellen eine kurze Stellungnahme der Kommission der DBK/ EKD oder der christlichen Jugendbewegung (nur) auf der Basis der heute erarbeiteten biblischen Texte (als Text, als Twitter, als Post in Social media) (M6)

S präsentieren ihre Stellungnahmen und laden sie auf die schulische Lernplattform hoch

Tiefenstruktur

Item 1.1

Der Unterricht hat einen klaren Fokus auf die zentralen Inhalte, die von den Schülerinnen und Schülern verstanden werden

Zum Ende dieser ersten Doppelstunde wird der Fokus erneut auf die Leitfrage der Sequenz gerichtet, indem die Schülerinnen und Schüler ihre erworbenen Kenntnisse zu biblischen Aussagen zur Gewaltlosigkeit in die kreative Gestaltung einfließen lassen.

Hausaufgabe

Verfolgen aktueller Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine

Hinweis: Im Downloadbereich gibt es eine visuell eingänglichere Ansicht des dargestellten Unterrichtsverlaufs

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