1.2 Ermittlung von Denkweisen und Vorstellungen
Ermittlung von Denkweisen und Vorstellungen (Item 1.2)
Neben der Orientierung an entwicklungspsychologischen Erkenntnissen geht es im Religionsunterricht um Präkonzepte von Schülerinnen und Schülern: Das sind oft grundlegende Überzeugungen bzw. existentielle Bezüge. Daher sollte die Lehrkraft den Vorstellungen der Schülerinnen und Schülern offen und neugierig im Sinne einer gelebten Fragekultur begegnen. Dies bedeutet, dass die Lehrkraft Raum für Schülerantworten gibt, diese würdigt und in das weitere Unterrichtsgeschehen einbezieht.In der Vorbereitung des Religionsunterrichts spielt das Vorverständnis der Schülerinnen und Schüler eine entscheidende Rolle.1 Für eine Orientierung an den Voraussetzungen religiöser und moralischer Entwicklung stehen der Lehrkraft vielfältige religionspädagogische Erkenntnisse zur Verfügung. 2
Neben den entwicklungspsychologischen Voraussetzungen ist für den Religionsunterricht auch die Frage nach bestimmten Milieus besonders im Hinblick auf die religiöse Sozialisation relevant. Da der Religionsunterricht an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler anknüpfen soll, ist es darüber hinaus wichtig, Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern bei Planung und Durchführung zu berücksichtigen (z. B. Familiensituation, Verlust von Bezugspersonen, Krankheit, Behinderung, ...). Die Auswahl geeigneter Anforderungssituationen und Medien hilft, die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler in den Lernprozess einzubinden.
Da es sich im Religionsunterricht bei den Präkonzepten oft um grundlegende Überzeugungen bzw. existentielle Bezüge handelt, sollte die Lehrkraft den Vorstellungen der Schülerinnen und Schülern offen und neugierig im Sinne einer gelebten Fragekultur begegnen. Dies bedeutet, dass die Lehrkraft Raum für Schülerantworten gibt, diese würdigt und in das weitere Unterrichtsgeschehen einbezieht. „Unterricht ist in dieser Sicht die Ermöglichung von Welterschließungsprozessen durch Kinder und Jugendliche, indem er dafür anregende Impulse, Erfahrungen und Erkenntnisse bereitstellt oder bereits Gelerntes korrigiert, erweitert oder manchmal auch irritierend hinterfragt.“3
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