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Wie ist die Welt entstanden ?

Vorbemerkung

Im folgenden Unterrichtsbeispiel wird aufgezeigt, wie die Items aus QUBE-F für das Fach Evangelische Religionslehre in der Sekundarstufe I umgesetzt werden können.

Hierbei wird auch auf die Kompetenzen des Faches Katholische Religionslehre verwiesen.

Die Planung orientiert sich dabei am M-Niveau des Bildungsplans. Da im Unterricht aber zwischen Lern- und Leistungsraum unterschieden werden kann, ist es durchaus möglich, die Durchführung auch entsprechend des G- und E-Niveaus zu machen.

Die Planung entspricht einer Doppelstunde. Die Zeit-Angaben im Stundenverlauf sind hierbei Richtwerte. Je nach Klassensituation müssen diese entsprechend adaptiert werden.

Im Stundenverlauf wird auf mögliche Materialien/Medien verwiesen, die im Anhang aufgeführt sind.

1. Bildungsplanbezug (M-Niveau) und Ziel des Unterrichts

1.1 Evangelische Religionslehre

inhaltsbezogene Kompetenzen

  • 3.1.4 (2) Die Schülerinnen und Schüler können sich mit biblischen Erzählungen von Gott als Schöpfer und Erklärungen von der Entstehung der Welt auseinandersetzen.
  • 3.1.2 (3) Die Schülerinnen und Schüler können die Deutung der Welt als Schöpfung und den Auftrag an den Menschen erläutern.

prozessbezogene Kompetenzen

  • 2.1.2 Die Schülerinnen und Schüler können religiös bedeutsame Phänomene und Fragestellungen in ihrem Lebensumfeld wahrnehmen und sie beschreiben.
  • 2.2.3 Die Schülerinnen und Schüler können Texte, insbesondere biblische, sachgemäß und methodisch reflektiert auslegen.
  • 2.2.4 Die Schülerinnen und Schüler können den Geltungsanspruch biblischer und theologischer Texte erläutern und sie in Beziehung zum eigenen Leben und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit setzen.
  • 2.3.2 Die Schülerinnen und Schüler können Zweifel und Kritik an Religion erörtern.
  • 2.3.5 Die Schülerinnen und Schüler können im Zusammenhang einer pluralen Gesellschaft einen eigenen Standpunkt zu religiösen und ethischen Fragen einnehmen und ihn argumentativ vertreten.
  • 2.4.1 Die Schülerinnen und Schüler können sich auf die Perspektive eines anderen einlassen und sie in Bezug zum eigenen Standpunkt setzen.

1.2 Ziel der Stunde

Aus den oben genannten Kompetenzen ergibt sich folgendes Ziel der Stunde: Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass es verschiedene Theorien zur Entstehung der Welt gibt, sie kennen die beiden Schöpfungserzählungen und können sie zu einer gängigen naturwissenschaftlichen Erklärung in Beziehung setzen.

1.3 Verweis auf die Kompetenzen des Bildungsplanes für Katholische Religionslehre

inhaltsbezogene Kompetenzen

  • 3.1.2 (3) Die Schülerinnen und Schüler können herausarbeiten, dass der biblische Schöpfungstext Gen 1,1-2,4a im Unterschied zu naturwissenschaftlichen Aussagen zur Weltentstehung Lob und Dank für Gottes Schöpfung zum Ausdruck bringt.

prozessbezogene Kompetenzen

  • 2.1.2 Die Schülerinnen und Schüler können Situationen erfassen, in denen Fragen nach Grund, Sinn, Ziel und Verantwortung des Lebens aufbrechen.
  • 2.2.1 Die Schülerinnen und Schüler können Grundformen religiöser Sprache erschließen.
  • 2.2.4 Die Schülerinnen und Schüler können biblische, lehramtliche, theologische und andere Zeugnisse christlichen Glaubens methodisch angemessen erschließen
  • 2.3.4 Die Schülerinnen und Schüler können Zweifel und Kritik an Religion prüfen.
  • 2.3.5 Die Schülerinnen und Schüler können im Kontext der Pluralität einen eigenen Standpunkt zu religiösen und ethischen Fragen einnehmen und argumentativ vertreten.
  • 2.4.2 Die Schülerinnen und Schüler können eigene Vorstellungen zu religiösen und ethischen Fragen begründet vertreten.
  • 2.4.4 Die Schülerinnen und Schüler können die Perspektive eines anderen einnehmen und dadurch die eigene Perspektive erweitern

2. Stundenverlauf

Einstieg, circa 5 Minuten

Die Lehrperson zeigt ansprechende Bilder der Natur, eventuell kann meditative Musik eingespielt werden. Die Lehrperson fragt im Anschluss, was diese Bilder gemeinsam haben und gibt einen Überblick über die Stunde: „Heute wollen wir uns anschauen, wie Menschen versuchen zu erklären, wie die Welt entstanden ist.“

Tiefenstruktur

  • Item 1.1 Verständnisorientierung:
    • Der Unterricht hat einen klaren Fokus auf die zentralen Inhalte, die von den Schülerinnen und Schülern verstanden werden sollen.

Die Lehrkraft zeigt Bilder, die die Schönheit der Welt darstellen. Beispiele hierfür sind in M1 dargestellt, gerne können eigene Bilder verwendet werden.

Bei leistungsstarken Schülern könnte folgendes Zitat vom griechischen Denker Aristoteles ins Gespräch gebracht werden: „Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, daß die Dinge sind, wie sie sind.“

Erarbeitung 1, circa 15 Minuten

  • Die Lehrperson führt dies fort: „Aber zunächst einmal möchte ich von euch wissen, was ihr spontan antworten würdet, wie die Welt entstanden ist.“
  • Die Lehrperson erläutert im Anschluss den Arbeitsauftrag.
  • Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten in Einzelarbeit M2.
  • Die Arbeitsblätter bleiben im Anschluss auf dem Platz liegen.

Tiefenstruktur

  • Item 1.2 Ermittlung von Denkweisen und Vorstellungen
    • Die Lehrkraft ermittelt das aktuelle Verständnis der Schülerinnen und Schüler.
  • Item 1.3 Herausfordernde Aufgaben und Fragen
    • Im Unterricht wird mit Fragen und Aufgaben gearbeitet, die die Schülerinnen und Schüler zur vertieften Auseinandersetzung mit den Inhalten herausfordern.

Wichtig ist zu betonen, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Meinung aufschreiben und nicht das nennen, was sie glauben, was die Reli-Lehrkraft hören will. Nur so kann das aktuelle Verständnis ermittelt werden.

Durch das Aufschreiben und Zeichnen werden verschiedene Lerntypen angesprochen. Bewusst wird beides gefordert, jedoch wird nicht erläutert, wie lange man sich an einem der beiden Aspekte aufhalten muss. Somit können die Schülerinnen und Schüler individuell ihren Schwerpunkt bestimmen. Hinweisen sollte die Lehrkraft zum einen darauf, dass die Ergebnisse später ausgestellt werden. Zum anderen sollte sie die Zeit nennen, die insgesamt für die Erarbeitung angedacht ist, so dass die Schülerinnen und Schüler vor allem bei den Bildern nicht zu sehr ins Detail gehen.

Sicherung 1, circa 10 Minuten

  • Schülerinnen und Schüler gehen im Klassenzimmer umher und lesen/betrachten kommentarlos die Ergebnisse der Mitschülerinnen und Mitschüler.

Tiefenstruktur

  • Item 1.4 Engagement der Schülerinnen und Schüler
    • Die Schülerinnen und Schüler sind engagiert am Unterrichtsgeschehen beteiligt.
  • Item 2.4 Klassenklima
    • Die Schülerinnen und Schüler begegnen einander und der Lehrkraft mit Wertschätzung und Respekt.

Wichtig ist, dass die Lehrkraft darauf achtet, dass die Schülerinnen und Schüler keine Kommentare zu den Ergebnissen auf den Arbeitsblättern abgeben.

Vertiefung, circa 10 Minuten

Die Schüler gehen zu einem Arbeitsblatt einer Mitschülerin/eines Mitschülers und geben in Einzelarbeit schriftlich eine Rückmeldung (M3).

Wenn sie die Rückmeldung fertig gestellt haben, treffen sie sich entsprechend der Methode Lern-Tempo-Duett mit einer Mitschülerin/einem Mitschüler, der etwa das gleiche Arbeitstempo hat, an der „Haltestelle“ im Klassenzimmer. Hier unterhalten sie sich über die Erklärungen (M4).

Tiefenstruktur

  • Item 1.3 Herausfordernde Aufgaben und Fragen
    • Im Unterricht wird mit Fragen und Aufgaben gearbeitet, die die Schülerinnen und Schüler zur vertieften Auseinandersetzung mit den Inhalten herausfordern.
  • Item 2.4 Klassenklima
    • Die Schülerinnen und Schüler begegnen einander und der Lehrkraft mit Wertschätzung und Respekt.
  • Item 2.2 Individuelle Unterstützung im Lernprozess
    • Die Lehrkraft unterstützt die Schülerinnen und Schüler individuell in ihrem Lernprozess.

Die Auswahl des Arbeitsblattes kann verschieden erfolgen. Man kann die Schülerinnen und Schüler bewusst ein Arbeitsblatt wählen lassen, dessen Erklärung sich von der eigenen unterscheidet. Oder man lässt eines wählen, dessen Erklärung die Schülerinnen und Schüler interessant finden, egal, ob es die eigenen Sichtweise unterstreicht oder sich davon unterscheidet.

Ausgehend von der Methode „Lern-Tempo-Duett“ treffen sich die Schülerinnen und Schüler mit denjenigen, die in etwa dasselbe Arbeitstempo haben und tauschen sich mit diesen über die Sachverhalte aus.

Auswertung, circa 15 Minuten

  • Die Lehrperson führt in ein Gespräch ein.
  • Die Schülerinnen und Schüler theologisieren. Je nach Zusammensetzung der Klasse ist ein Theologisieren mit oder von Schülerinnen und Schülern denkbar.
  • Anschließend werden verschiedene Antwort-Kategorien besprochen und an der Tafel visualisiert.
  • Danach leitet die Lehrkraft über zu den Schöpfungserzählungen in der Bibel. Je nach Zusammensetzung der Klasse sollte die Lehrkraft entscheiden, ob es an dieser Stelle schon hilfreich ist, auf den dichterischen Charakter der Texte zu verweisen oder ob das die Kreativität hemmen würde.

Tiefenstruktur

  • 1.3 Herausfordernde Aufgaben und Fragen
    • Im Unterricht wird mit Fragen und Aufgaben gearbeitet, die die Schülerinnen und Schüler zur vertieften Auseinandersetzung mit den Inhalten herausfordern.

mögliche Gesprächsimpulse:

  • Was ist euch aufgefallen an den Antworten?
  • Würde jemand seine Antwort vom Anfang verändern wollen, nachdem er/sie die anderen Ideen aus der Klasse gesehen hat?
  • Würde jemand hier sagen: „Meine Antwort ist die einzig richtige“? Wenn ja: wie könntest du das begründen?

Erarbeitung 2, circa 20 Minuten

  • Die Klasse wird in zwei Gruppen eingeteilt. Jeder Gruppe wird eine Schöpfungserzählung (M5a oder M5b) zugeteilt. Die Schülerinnen und Schüler lesen in Einzelarbeit die ihnen zugeteilte Schöpfungserzählung. Sie suchen dabei zwei Sätze aus, die sie besonders berühren.
  • Innerhalb der beiden Gruppen werden Untergruppen von drei bis vier Personen gebildet. Hier tauschen sich die Schülerinnen und Schüler über die Schöpfungserzählung aus und gestalten ein Plakat dazu.

Tiefenstruktur

  • Item 1.3 Herausfordernde Aufgaben und Fragen
    • Im Unterricht wird mit Fragen und Aufgaben gearbeitet, die die Schülerinnen und Schüler zur vertieften Auseinandersetzung mit den Inhalten herausfordern.

Wie die Schülerinnen und Schüler die Plakate gestalten, bleibt ihnen selbst überlassen. Wichtig ist, dass die Lehrkraft betont, dass hier nicht die künstlerische Gestaltung des Plakates im Vordergrund steht, sondern der Inhalt. Deshalb ist es auch an dieser Stelle erforderlich, dass die die Schülerinnen und Schüler wissen, wieviel Zeit sie für die Gestaltung des Plakates haben.

Bewusst wurde an dieser Stelle noch auf eine naturwissenschaftliche Erklärung verzichtet. Diese wird im nächsten Unterrichtsschritt aufgezeigt.

Auswertung 2 und Sicherung 2, circa 15 Minuten

  • Die Schülerinnen und Schüler gehen im Klassenzimmer umher und betrachten kommentarlos die Plakate der Gruppen.
  • Im Unterrichtsgespräch wird anschließend über die beiden Schöpfungserzählungen gesprochen und sie werden zu den naturwissenschaftlichen Theorien in Bezug gesetzt. Hierbei sollte der dichterische Charakter der Schöpfungserzählungen thematisiert werden.
  • Item 2.4 Klassenklima
    • Die Schülerinnen und Schüler begegnen einander und der Lehrkraft mit Wertschätzung und Respekt.
  • Item 1.4 Engagement der Schülerinnen und Schüler
    • Die Schülerinnen und Schüler sind engagiert am Unterrichtsgeschehen beteiligt.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler die Plakate betrachtet haben, erfolgt ein Unterrichtsgespräch. Hier sollte nun auch eine naturwissenschaftliche Erklärung ins Gespräch gebracht werden, von der die zentralen Aussagen der biblischen Schöpfungserzählungen abgegrenzt werden. Als Einstieg ins Gespräch können die Bilder aus M6 verwendet werden.

Gegebenenfalls kann auf die Bilder vom Beginn der Stunde verwiesen werden, um Lob und Dank für Gottes Schöpfung ins Gespräch zu bringen.

Wenn noch Zeit ist, können hierzu auch Auszüge aus Psalm 104 (M7) betrachtet werden.

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