Item 2.1: Qualität des Feedbacks
Ein guter Physikunterricht zeichnet sich nicht nur durch die Vermittlung von Fachwissen aus, sondern auch durch die Art und Weise, wie Lehrkräfte auf die Antworten der Schülerinnen und Schüler eingehen und wie sie diese Rückmeldungen zur Verbesserung des Lernprozesses nutzen. Rückmeldungen der Lehrkraft wiederum helfen der Lerngruppe, ihre Fehler zu erkennen und ihr weiteres Vorgehen zu verbessern. In einem problemorientierten Physikunterricht treten Fehler zwangsläufig auf und sollten als „ein mit Lernpotential einhergehendes Phänomen“ betrachtet werden (Seifried, Dresel , Rausch , & Wuttke, 2022). Im naturwissenschaftlichen Unterricht werden sowohl richtige als auch falsche Antworten hinterfragt. Dies geschieht, um ein tieferes naturwissenschaftliches Verständnis zu fördern und Missverständnisse auszuräumen. Die Lehrkraft fokussiert hierbei besonders auf den Prozess der Aufgabenlösung beim naturwissenschaftlichen Arbeiten. Durch dieses Vorgehen wird nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Weg dorthin näher betrachtet und gewürdigt. Um eine positive Lernatmosphäre zu unterstützen, werden Rückmeldungen freundlich formuliert, auch wenn auf Fehler aufmerksam gemacht wird. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da Fehler als Teil des Lernprozesses angesehen werden und eine Lernchance für die ganze Klasse bieten. Bei einer positiven Fehlerkultur helfen Fehler zum Lernen, indem sie beispielsweise auf Lücken im Verständnis und bei naturwissenschaftlichen Konzepten hinweisen und die Möglichkeit bieten, diese gezielt ohne Bloßstellung zu schließen. Eine konstruktive Herangehensweise stärkt das Selbstvertrauen der Lernenden und ermutigt sie, aktiv am Physikunterricht teilzunehmen und aus verschiedenen Anlässen zu lernen.