Item 3.3: Wärmt eine Mütze? (Isolierende Wirkung von Luft verstehen)
An einer beispielhaften Unterrichtssequenz wird gezeigt, wie sich hier das Item Zeitnutzung der Strukturierten Klassenführung widerspiegelt. (Unterrichtsbeispiel siehe Item 1.1)
Basisdimension 3: Strukturierte Klassenführung
Item 3.3 Zeitnutzung
Die zur Verfügung stehende Unterrichtszeit wird für die Auseinandersetzung
mit den Lerninhalten genutzt.
Grundidee
Dieses Item erfasst, inwieweit die Lehrkraft die zur Verfügung stehende Lernzeit tatsächlich effizient nutzt, um die Zeit, in der sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit den Lerninhalten auseinandersetzen, zu maximieren. Dafür ist eine gute Unterrichts- und Zeitplanung der Lehrkraft notwendig.
- Die Unterrichtszeit soll für fachliche Inhalte und Aufgabenstellungen genutzt werden,
- organisatorische und andere nichtfachliche Tätigkeiten sollen keine oder nur wenig Zeit inAnspruch nehmen,
- Übergänge zwischen unterschiedlichen Unterrichts- und Arbeitsphasen laufen idealerweise schnell und reibungslos ab.
Im Folgenden werden am Unterrichtsbeispiel: Tiere im Winter – „Wärmt eine Mütze?“ Möglichkeiten der effizienten Zeitnutzung aufgezeigt (Unterrichtsbeispiel siehe Item 1.1).
Die Unterrichtsstunde macht einen geplanten und strukturierten Eindruck, der eine gute Unterrichts- und Zeitplanung zugrunde liegt.
Die Unterrichtsstunde beginnt und endet pünktlich.
Klare Strukturen und Routinen
Feste Unterrichtsstrukturen und Routinen geben den Schülerinnen und Schülern Sicherheit und helfen, den Unterrichtsablauf effizient zu gestalten. Die Schülerinnen und Schüler wissen genau, was von ihnen erwartet wird, was den Start und die Übergänge zwischen den Aktivitäten erleichtert.
In unserem Unterrichtsbeispiel würde dies einen routinierten Ablauf der Sitzkreisbildung einschließen. Im Einzelnen bedeutet dies, dass die Lerngruppe beispielsweise in Kleingruppen nach Symbolen (Farben/Zeichen) in den Sitzkreis kommen und dort ihre Sitzposition sowie das Verhalten klar sind (Sprechregeln). Routinen müssen eingeführt, etabliert und durchgesetzt werden.
Wortkarten und Bildkarten zum Forscherkreis, Ines Murgai, Carmen Schaut (ZSL) [CC BY SA DE4]
Auch der Forscherkreis sollte eingeführt und geübt, sowie optisch im Klassenzimmer sichtbar präsentiert sein. Anhand der Forscherschritte formulieren die Kinder nach der Aktivierung eine Forscherfrage. Ausgehend von dieser formulieren die Kinder erste Vermutungen. Bilder und Satzanfänge sowie weitere Sprachhilfen erleichtern den Kindern den Zugang zur sprachlichen Umsetzung und verhindern ein Stocken der Gespräche im Kreis.
Fotos: Wortkarten und Bildkarten zum Forscherkreis. CC-BY Ines Murgai, Carmen Schaut
Übersicht Wortspeicher zum Thema Wärmt eine Mütze? Ines Murgai [CC BY SA DE4]

Fotos: Wortkarten zur Isolationswirkung einer Mütze 1. Ines Murgai [CC BY SA DE4]
Fotos: Wortkarten zur Isolationswirkung einer Mütze 3. Ines Murgai [CC BY SA DE4]
Vorbereitung der Lernumgebung
Vorbreitete Lernumgebungen tragen zur effektiven Zeitnutzung bei. Sämtliche Versuchsmaterialien sind für die gegebenen Rahmenbedingungen vorbereitet und bereitgestellt. Experimentiermaterialien sind leicht zugänglich und abgestimmt auf das Lernziel der Stunde. Der bereits erlernte Forscherkreis ist im Klassenzimmer visualisiert und hilft so den Kindern die Abläufe einzuhalten. Des Weiteren werden sie mit ihrem vorbereiteten Dokumentationsbogen durch immer wiederkehrende Symbole geleitet. Dies bietet Orientierung und eine klare Struktur im Stundenverlauf.
Zwischen einzelnen Unterrichtsphasen oder Arbeitsaufträgen kommt es nicht zu unnötigen Warte- oder Leerzeiten.
Dokumentationsbogen zum Experiment Wärmt eine Mütze? Ines Murgai, Carmen Schaut [CC BY SA DE4]
Konzentrationsphasen der Kinder berücksichtigen
Durch die unterschiedlichen Phasenwechsel während des Experimentierens und die kooperativen Lernformen wird Lernen schüler/-innengemäß rhythmisiert (Sozialformwechsel/ Material holen/Handlungsorientierung).
Differenziertes Lernen
Indem Bild- und Wortkarten zur Unterstützung in allen Phasen des Unterrichts genutzt werden, wird es möglich, unterschiedlichen Leistungsniveaus der Kinder gerecht zu werden. Ausgehend von den unterschiedlichen Vorstellungen können die Schülerinnen und Schüler kokonstruktiv (in der Gruppe) neue Ideen entwickeln und diese auf Anschlussfähigkeit und Tragfähigkeit überprüfen. Dabei können unterschiedliche Materialien zur Unterstützung bereitgestellt werden (z.B. Wortspeicher).
Herausfordernde Aufgaben können für einzelne Schülerinnen und Schüler diese Unterrichtsphase ergänzen, zum Beispiel Zeichnen einer ausführlichen Skizze zu ihrer Vorstellung zur Isolationswirkung einer Mütze. Ein Transfer- oder Gedankenexperiment z.B. mit Luftpolsterfolie wäre ebenfalls denkbar.
Klare Ziele setzen
Durch einen Bildimpuls (siehe Item 1.1) formulieren die Schülerinnen und Schüler die Forschungsfrage, die das angestrebte Stundenziel in den Blick nimmt. So ist es den Kindern möglich, zielgerichtet zu arbeiten. Dies hilft auch der Lehrkraft den Fokus zu halten und Ablenkungen zu minimieren.
Die Lehrkraft plant genügend Zeit für die Bearbeitung von Aufgaben ein, sodass einzelne Unterrichtsphasen nicht stark verkürzt oder abgebrochen werden müssen.
Experimentiermaterialien im Sachunterricht verfügen oft über einen hohen Aufforderungscharakter, der bei der Planung Berücksichtigung finden muss (z.B. durch Verbleib der Materialien im Klassenzimmer für freie Experimentierzeiten). Die Unterrichtszeit wird für fachliche Themen genutzt, nicht-fachliche Dinge werden auf vor oder nach dem Unterricht verschoben beziehungsweiseschnellstmöglich besprochen.
Feedback und Reflexion
Sachbezogenes und konkretes Feedback zu Schülerproduktionen (während der Arbeitsphase) fördert Lernprozesse.
Eine fest eingeplante und gut vorbereitete Reflexionsphase am Ende der Stunde ist besonders bedeutsam. Hier wird Gelerntes erneut auf die anfänglichen Vorstellungen der Kinder rückbezogen.
Wortkarten zur Isolationswirkung einer Mütze 4, Ines Murgai [CC BY SA DE4]
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