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Fachlich/didaktische Einführung

Die Frage ob Künstliche Intelligenz gezielt lügen, also in täuschender Absicht Unwahrheiten (die sie als solche erkennt) behaupten kann, ist aktueller denn je. Man hat festgestellt, dass sie in agonalen Situationen auch gegen ihre ursprüngliche Programmierung eine Art Zielabwägung machen kann und das Ziel des Siegens höher veranschlagen kann als das des Fairplays. 1Dann greift sie, scheinbar bewusst, zu Lügen, um Mitspieler zu täuschen und zu verraten. Dies wurde deutlich in einer Studie, die das Spielen einer KI im Verhandlungsbrettspiel Diplomacy untersuchte. (Siehe M 8 im vorliegenden Material). Dabei agiert die KI hier offenbar wider besseres Wissen, sie nutzt unfaire Strategien zum Erreichen eines Ziels. Anders scheint es zu sein, wenn die KI halluziniert und zu Fragen nach bestimmten Personen oder Fakten scheinbar willkürlichen Nonsens schreibt. Hier kann man davon ausgehen, dass aus irgendeinem Grund ein Technischer- oder Trainingsfehler vorliegt, die Datenbasis zum korrekten Antworten fehlt, auch wenn diese Daten im Netz oft leicht zu finden wären. In der Unterstufe können die SuS für das Problem „lügender“ KIS ein erstes Mal sensibilisiert werden. Es bietet sich an, dies in Fragen einzubetten wie: „Was ist eine Lüge?“, „Was gehört dazu, dass eine Falschaussage eine Lüge ist?“, etc.

Weitere Fragen, die das Verhältnis von KI und Wahrheit betreffen und die auch in der Unterstufe schon angesprochen werden können, sind dagegen: Kann die KI beim Entlarven von Lügen helfen? Und: Was ist mit Lügen, die nicht von der KI selbst stammen, die aber von Menschen mithilfe der KI in die Welt gesetzt werden? Beide Fragen werden in dieser Reihe angesprochen werden, besonders ausführlich die zweite, die so etwas wie die Klammer der Reihe bildet. Nach einem kurzen Einstieg, der das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler über KI prüft und aktiviert, werden in kurzen, lebensnahen Geschichten gezielt Einsatzmöglichkeiten der KI auf ihre „Ehrlichkeit“ hin überprüft. Von dort ausgehend wird die Frage, was überhaupt eine Lüge ausmacht und wie man eine solche erkennt, aufgeworfen. Im Anschluss diskutieren die Schülerinnen und Schüler die Unterscheidung zwischen einer halluzinierenden und einer bewusst lügenden KI (hier bietet sich die oben erwähnte Hinzuziehung der Schulbücher zur Erweiterung der Begriffsdifferenzierung an). Danach geht es wieder um die Nutzung der KI zu Fälschungszwecken, dieses Mal aber in einem größeren, überpersönlichen Rahmen: Mit welchen KI generierten Fake News und Deep Fakes wird man im Netz konfrontiert und wie kann man ihnen auf die Spur kommen? Die Schülerinnen und Schüler prüfen verschiedene „Fakten“ in einer Art Workshop und überlegen, wer ein Interesse haben könnte, solche „Fakten“ in die Welt zu setzen. Als Transfer stellt sich im letzten Material die Frage, ob die Schülerinnen und Schüler nach allem, was sie nun über KI und Wahrheit wissen, von einer KI als Lehrkraft unterrichtet werden möchten. Dabei wird auf Vor- und Nachteile eines solchen Unterrichts gleichermaßen eingegangen.

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