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2. DS: Hilft uns KI, die Natur besser zu verstehen?

Erarbeitung I: Zwei Varianten eines Waldspaziergangs

Tom schlendert mit seinem Smartphone in der Hand durch den Wald. Alle paar Schritte bleibt er stehen, richtet die Kamera auf eine Pflanze oder ein Insekt und öffnet eine KI-basierte Bestimmungs-App. Die App zeigt ihm schnell die Namen und Merkmale der Arten an. Er notiert einige Informationen in einer digitalen Liste, die er später teilen will. Zwischendurch bekommt er über Kopfhörer in seinen Ohren Anweisungen zu: „Achtung, du näherst dich einer gefährdeten Pflanzenart.“ Tom lächelt zufrieden – er fühlt sich wie ein Entdecker, ausgerüstet mit modernster Technik.

Lena wandert mit einem Skizzenblock und einer Lupe in der Hand durch den Wald. Als sie eine Blume entdeckt, kniet sie sich nieder und studiert das Muster der Blütenblätter. Sie blättert in einem kleinen Feldführer, den sie aus ihrem Rucksack gezogen hat, und notiert Beobachtungen mit einem Bleistift. Sie nimmt sich Zeit, um eine Detailzeichnung anzufertigen, und lauscht währenddessen den Geräuschen des Waldes – dem Zwitschern der Vögel und dem Rauschen der Blätter.

Aufgaben:

  1. Vergleiche die beiden Varianten des Waldspaziergangs.
  2. Erkläre, worin sich die Verwendung der App zu anderen Formen der Bestimmung unterscheidet (z.B. mit Hilfe von Büchern).
  3. Erläutere, welche Werte und Einstellungen sich in den beiden Varianten widerspiegeln?
  4. Diskutiert: Welche Vor- und Nachteile haben die technisierte und die analoge Annäherung an die Natur?

Erarbeitung II: Antworten auf Problemfragen

  1. Piotr Heller und Moritz Metz vom Podcast „KI Verstehen“ beurteilen Erkennungs-Apps (23:26min bis 27:15min)

    Aufgaben:

    1. Nenne die vom Sprecher genannten Vorteile der Erkennungs-Apps.
    2. Erläutere den Zusammenhang, den der Sprecher zwischen Naturverständnis und Umweltschutz herstellt.
    3. Beurteile die Aussage, dass aus einem besseren Verständnis der Natur die Bereitschaft steigt, diese zu schützen.
  2. Der Philosoph Christian Uhle über die Rolle der Technik bei der Weltwahrnehmung von [Technik ist genau eine solche Art und Weise…] bis [Demut gegenüber dem Wald.]

    Quelle: Christian Uhle: Künstliche Intelligenz und echtes Leben. Philosophische Orientierung für eine gute Zukunft. Frankfurt/Main 2024. S.29f.

    Aufgaben:

    1. Erkläre anhand des Beispiels, was der Autor unter dem Verhältnis „Ich-Technik-Welt“ versteht.
    2. Übertrage das Konzept auf Bestimmungs-Apps: Welche neue „Weltbeziehung“ schaffen sie?
    3. Erläutere, welche möglichen negativen Folgen einer technisch geprägten Naturwahrnehmung (direkt oder indirekt) er beschreibt.

Anwendungsaufgabe:

Schreibt zu zweit einen Dialog zwischen Tom und Lena. Berücksichtigt dabei das Erbeitete. Der Dialog könnte sich um folgende Fragen drehen:

  • Was ist der Unterschied zwischen „Ich erkenne einen Baum mit einer App“ und „Ich verstehe wirklich, wie dieser Baum lebt und wächst“?
  • Führt die Nutzung einer Bestimmungs-App dazu, dass man Dinge nur noch benennt, statt sie wirklich zu erleben?
  • Früher hat man sich Zeit genommen, Pflanzen oder Tiere zu beobachten, vielleicht sogar ein Naturtagebuch geführt. Heute scannt man sie mit einer App und bekommt sofort eine Antwort. Ist das noch euer eigenes Naturerlebnis oder übernimmt die Technik das Denken für euch?
  • Macht Wissen automatisch verantwortungsbewusst oder brauchen wir dafür mehr als nur eine App?
  • Es gibt Menschen, die sagen: Je mehr Technik wir nutzen, desto weiter entfernen wir uns von der Natur. Wenn man beim Wandern oder Spazieren ständig das Handy benutzt, ist man dann wirklich in der Natur – oder eher in der digitalen Welt?
  • KI ist eine hochmoderne Technologie, die auf Algorithmen und riesige Datenmengen angewiesen ist. Natur ist etwas Gewachsenes, Lebendiges, Unberechenbares. Kann Technik wirklich helfen, Natur zu verstehen oder macht sie sie nur zu Daten?