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Materialien mit Bezug zu inhaltsbezogenen und prozessbezogenen Kompetenzen

1. Doppelstunde: Können wir eine Maschine lieben?

„Wahrnehmen und sich hineinversetzen“ sowie „Analysieren und interpretieren“ werden zuvorderst als prozessbezogene Kompetenzen in dieser Doppelstunde geschult, da der Fokus zunächst auf der Beschäftigung mit – auf den ersten Blick – ungewöhnlichen Liebeskonstellationen liegt. Das Lied „Computer Liebe“ (1981) der Band Kraftwerk dient als Hinführung zur Thematik des Unterrichtssettings und bereitet die anschließende Analyse eines Textes über den berühmten japanischen Robotiker Hiroshi Ishiguro vor. Die Lernenden versetzen sich in eine ihnen eher fremde Situation und nehmen war, wie es wäre Liebe für einen Computer oder einen Roboter (also eine Maschine) zu empfinden. Sie analysieren, welche Gründe es hierfür geben könnte und interpretieren dieses menschliche Verhalten und Bedürfnis. Im Anschluss an diese Phase findet mithilfe des Trailers die Überleitung zum Film „Her“ statt, in welchem die Liebe zwischen Theodore und Samantha – seinem künstlich intelligenten – Betriebssystem knapp dargestellt wird. Mit diesen Eindrücken und einer anschließenden Diskussion einer solchen Beziehung endet die erste Doppelstunde (vermeintlich in einer kognitiven Dissonanz), mit der die Hinführung zum Film vollzogen werden soll.

2. Doppelstunde: Wie (er)leben ein Mensch und eine KI ihre Beziehung?

In der zweiten Doppelstunde werden vor allem die prozessbezogenen Kompetenzen „Wahrnehmen und sich hineinversetzen“ sowie „Argumentieren und reflektieren“ geschult. Anhand einer sequenziellen kooperativen 4er-Gruppenarbeit anhand derer mehr als die Hälfte des Filmes erarbeitet wird, findet eine schrittweise Analyse der Beziehung zwischen Theodore und Samantha statt. Wie (er)leben diese beiden Protagonisten ihre Beziehung zueinander? Wie entwickelt sich die Beziehung? Welche Herausforderungen müssen sie meistern, welche Hürden überwinden, welche Momente können sie besonders genießen? Zur Beantwortung dieser Fragen versetzen sich die Lernenden in die Rolle Theodores und reflektieren kritisch dessen Gründe für seine immer intensiver werdende Beziehung zu Samantha. Sie gehen dabei auch auf die hochtechnisierte Welt ein, in der Theodore lebt und reflektieren seinen Lebenswandel. Kann und soll ein künstlich intelligentes Wesen ein Ersatz für menschliche Nähe und Zuneigung bieten? Warum wendet sich Theodore Sa-mantha zu, wohingegen seine Versuche menschliche Partnerinnen zu finden scheitern?

3. Doppelstunde: „Das Herz ist keine Box, die irgendwann voll ist…“ – Menschliche und maschinelle Arten des Liebens

Die prozessbezogene Kompetenz „Beurteilen und (sich) entscheiden“ wird in dieser Doppelstunde schwerpunktmäßig geschult, da in den 90 Minuten die zweite Hälfte des Filmes angeschaut und vor dem Hintergrund der Frage, ob KI unser Konzept von Liebe erweitern kann diskutiert wird. Theodore trennt sich letztlich von Samantha, weil sie ihm gesteht, dass sie gleichzeitig noch mit sehr vielen anderen Menschen eine Beziehung unterhält. Zum Abschied sagt sie ihm: „Das Herz ist keine Box, die irgendwann voll ist, sondern immer größer wird, je mehr man reinpackt.“ Ist das ein maschinelles Konzept von Liebe? Kann es dem Menschen dabei helfen, seine eigene Art des Liebens zu hinterfragen und weiterzuentwickeln? Zeigt sich in dieser Konversation, dass Liebe einem endlichen und (körperlich und kognitiv) begrenzten Wesen wie dem Menschen vorbehalten ist? Diese Fragen sollen die Lernenden diskutieren, um so Liebe als Grundbedürfnis des Menschen (1) zu diskutieren, Formen einer Partnerschaft (2) zu analysieren, die Bedeutung von Freiheit, Verantwortung und Autonomie in Liebesbeziehungen (3) zu beurteilen und sich für Möglichkeiten einer Gestaltung von guten und gelingenden Beziehungen (4) zu entscheiden. In dieser letzten Doppelstunde der Unterrichtsreihe findet eine Bündelung der Fragen statt, an denen bereits in den vorherigen beiden Doppelstunden gearbeitet wurde und anhand derer die Beschäftigung mit allen im Bildungsplan genannten Themen innerhalb der inhaltsbezogenen Kompetenz 3.2.1.1 Liebe und Sexualität ermöglicht wird.

Die Unterrichtsreihe kann sich auch auf vier Doppelstunden erstrecken – je nachdem wie ausführlich die Besprechung der Gruppenarbeit jeweils ausfällt.