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Bil­dungs­plan

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.

Leit­ge­dan­ken zum Kom­pe­ten­z­er­werb

Quel­le: Aus­zug aus dem Bil­dungs­plan 2004

Auf­ga­ben wirt­schaft­li­cher Bil­dung

An­ge­sichts der wach­sen­den Be­deu­tung und zu­neh­men­den Kom­ple­xi­tät wirt­schaft­li­cher Struk­tu­ren und Pro­zes­se ist eine fun­dier­te öko­no­mi­sche Bil­dung Grund­vor­aus­set­zung zur Be­wäl­ti­gung pri­va­ter, be­ruf­li­cher und ge­sell­schaft­li­cher Le­bens­si­tua­tio­nen und zum Ver­ständ­nis der In­ter­de­pen­den­zen zwi­schen Ge­sell­schaft, Wirt­schaft und Po­li­tik. Öko­no­mi­sche Bil­dung als All­ge­mein­bil­dung ver­stan­den er­mög­licht Kin­dern und Ju­gend­li­chen, die wirt­schaft­li­chen Be­din­gun­gen ihres Le­bens zu re­flek­tie­ren. Damit leis­tet öko­no­mi­sche Bil­dung einen wich­ti­gen Bei­trag zur Ent­wick­lung des mün­di­gen Bür­gers, der in der Lage ist, die wirt­schaft­li­chen Zu­sam­men­hän­ge sei­nes Le­bens zu ver­ste­hen, sach­ge­rech­te Ent­schei­dun­gen zu fäl­len und ver­ant­wor­tungs­voll als Wirt­schafts­bür­ger in der De­mo­kra­tie zu han­deln.

Di­dak­ti­sche Prin­zi­pi­en

Die wirt­schaft­li­chen Zu­sam­men­hän­ge un­se­res Le­bens las­sen sich in ihren viel­fäl­ti­gen Er­schei­nungs­for­men, pro­zes­sua­len Ab­läu­fen und dif­fu­sen Wir­kun­gen nicht als Gan­zes ver­mit­teln. Zur Struk­tu­rie­rung und Sys­te­ma­ti­sie­rung wirt­schaft­li­cher Bil­dung bie­tet sich die Ein­tei­lung in Sek­to­ren an (Haus­hal­te, Un­ter­neh­men, Staat, Aus­land). Im Sinne der Lern­pro­gres­si­on ist vom Sek­tor Haus­halt in Klas­se 6 aus­zu­ge­hen, in wel­chem der Kon­su­ment im Mit­tel­punkt steht; in Klas­se 8 liegt der Ak­zent auf dem Sek­tor Un­ter­neh­men, und am Ende der Klas­se 10 liegt der Schwer­punkt auf der Be­hand­lung der Sek­to­ren Staat und Aus­land.

Die Ver­mitt­lung öko­no­mi­schen Den­kens und Han­delns der Wirt­schafts­sub­jek­te soll sich dabei nicht nur abs­trakt mo­dell­haft auf die Wirt­schafts­sek­to­ren Haus­halt, Un­ter­neh­men, Staat und Aus­land be­zie­hen, son­dern soll je­weils die kon­kre­ten Be­zü­ge zur so­zia­len Markt­wirt­schaft auf­grei­fen. Im Mit­tel­punkt des Kom­pe­ten­z­er­werbs steht die zu­neh­men­de Fä­hig­keit zu sys­te­mi­scher Be­trach­tung ein­zel­wirt­schaft­li­cher und ge­samt­wirt­schaft­li­cher Zu­sam­men­hän­ge. Damit ver­bun­den ist die Fä­hig­keit und Be­reit­schaft, die öko­no­mi­sche Wirk­lich­keit dy­na­misch, ver­netzt, funk­tio­nal und in­ter­es­se­ge­lei­tet zu ver­ste­hen.

Stu­fen­spe­zi­fi­sche Hin­wei­se Nei­gungs­fach Wirt­schaft

Für den Kom­pe­ten­z­er­werb im Nei­gungs­fach Wirt­schaft bis zum Ab­itur er­ge­ben sich fol­gen­de di­dak­tisch-me­tho­di­sche Grund­sät­ze: Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind in der Lage, kom­ple­xe volks­wirt­schaft­li­che und grund­le­gen­de be­triebs­wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­hän­ge zu er­fas­sen sowie zu ak­tu­el­len und zu­künf­ti­gen wirt­schaft­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen auf einer über die Klas­se 10 hin­aus­ge­hen­den Kennt­nis- und Abs­trak­ti­ons­ebe­ne Stel­lung zu be­zie­hen. Damit wer­den sie be­fä­higt, sich mit den öko­no­mi­schen Exis­tenz­be­din­gun­gen und deren so­zia­len, po­li­ti­schen, recht­li­chen, öko­lo­gi­schen, tech­ni­schen und ethi­schen Di­men­sio­nen auf pri­va­ter, be­trieb­li­cher, volks­wirt­schaft­li­cher und welt­wirt­schaft­li­cher Ebene aus­ein­an­der zu set­zen. Durch die Ver­knüp­fung öko­no­mi­scher, po­li­ti­scher, so­zia­ler und recht­li­cher As­pek­te wer­den hö­he­re An­for­de­run­gen an mul­ti­per­spek­ti­vi­sche Be­trach­tung und ver­netz­tes Den­ken ge­stellt, das heißt Sach­ver­hal­te sind in ihren in­ter­de­pen­den­ten Zu­sam­men­hän­gen zu er­ken­nen und zu be­ur­tei­len. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen öko­no­mi­sche Denk­an­sät­ze ken­nen. Sie er­lan­gen Grund­kennt­nis­se in der öko­no­mi­schen Theo­rie­bil­dung und in wis­sen­schaft­li­chen Ar­beits­tech­ni­ken. Ins­be­son­de­re wer­den Fä­hig­kei­ten der In­ter­pre­ta­ti­on, Be­ur­tei­lung und Er­stel­lung von Mo­del­len ent­wi­ckelt sowie Kom­pe­ten­zen ge­för­dert, kom­ple­xe wirt­schaft­li­che Sach­ver­hal­te in Si­mu­la­tio­nen zu ana­ly­sie­ren und zu be­ur­tei­len (com­pu­ter­ge­stütz­te Mo­del­le, spiel­theo­re­ti­sche Mo­del­le, Plan­spie­le, Sze­na­rio­tech­nik). Hand­lungs­ori­en­tie­rung be­zie­hungs­wei­se Pro­jek­te sowie die sich dar­aus er­ge­ben­de Öff­nung des Un­ter­richts für au­ßer­schu­li­sche Lern­or­te sind feste Be­stand­tei­le des Un­ter­richts im Nei­gungs­fach Wirt­schaft. Damit er­lan­gen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler die Fä­hig­keit, Pro­zes­se ei­gen­ver­ant­wort­lich, ziel­ori­en­tiert und selbst­stän­dig im Sinne des Pro­jekt­ma­nage­ments zu pla­nen und zu ge­stal­ten. Die für wirt­schaft­li­ches Han­deln in einer De­mo­kra­tie un­ab­ding­ba­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Prä­sen­ta­ti­ons­kom­pe­ten­zen (schrift­li­che und münd­li­che Aus­drucks­fä­hig­keit, Be­herr­schung von Vi­sua­li­sie­rungs­tech­ni­ken, Ur­teils­fä­hig­keit, rhe­to­ri­sche Fä­hig­kei­ten) sowie Ver­hand­lungs-, Kon­flikt und Ko­ope­ra­ti­ons­fä­hig­kei­ten wer­den auch im Kon­text der Be­rufs­wahl ent­wi­ckelt. Die in­ten­si­ve Be­schäf­ti­gung mit wirt­schaft­li­chen The­men im Nei­gungs­fach för­dert die Ent­schei­dungs­kom­pe­ten­zen hin­sicht­lich der be­ruf­li­chen und pri­va­ten Le­bens­pla­nung.

 

wei­ter: Kom­pe­ten­zen und In­hal­te

Bil­dungs­plan: Her­un­ter­la­den [pdf] [220 KB]