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Be­ein­flus­sung des che­mi­schen GG am Bei­spiel von Koh­len­stoff­di­oxid/ Koh­len­säu­re (SV)

Bil­dungs­plan­be­zug

In­halts­be­zo­ge­ne Kom­pe­ten­zen

3.3.2 Che­mi­sche Gleich­ge­wich­te

(7) die Be­ein­flus­sung che­mi­scher Gleich­ge­wich­te ex­pe­ri­men­tell un­ter­su­chen und mit­hil­fe des Prin­zips von Le Chate­lier er­klä­ren

Pro­zess­be­zo­ge­ne Kom­pe­ten­zen

2.1 Er­kennt­nis­ge­win­nung

(5) qua­li­ta­ti­ve und quan­ti­ta­ti­ve Ex­pe­ri­men­te unter Be­ach­tung von Si­cher­heits- und Um­welt­as­pek­ten durch­füh­ren, be­schrei­ben, pro­to­kol­lie­ren und aus­wer­ten

2.2 Kom­mu­ni­ka­ti­on

(5) fach­lich kor­rekt und fol­ge­rich­tig ar­gu­men­tie­ren

Hin­wei­se für die Lehr­kraft

  • Wenn den Schü­le­rin­nen und Schü­lern das Prin­zip von Le Chate­lier be­kannt ist, kann das Prak­ti­kum als SÜ durch­ge­führt wer­den.
  • Ein­stieg: Wie wird Mi­ne­ral­was­ser her­ge­stellt? Wel­che Re­ak­ti­ons­be­din­gun­gen be­ein­flus­sen die Menge an ge­lös­tem Koh­len­stoff­di­oxid?
  • Die Ver­su­che zum Ein­fluss von Tem­pe­ra­tur, Druck und Kon­zen­tra­ti­on eig­nen sich als ar­beits­tei­li­ges Prak­ti­kum. Im An­schluss an die Ver­su­che wer­tet jede Ar­beits­grup­pe ihren Ver­such aus und prä­sen­tiert ihn vor dem Kurs.
  • Dauer: 2-3 Un­ter­richts­stun­den

Für die Lös­lich­keit von Koh­len­stoff­di­oxid in Was­ser gilt ins­ge­samt fol­gen­des Gleich­ge­wicht:

CO 2 ( g ) + 2 H 2 O ( l )  ⇌  HCO 3 ( aq ) + H 3 O + ( aq ) ,  exotherm CO_2( g)+2H_2 O( l ) ⇌ {{HCO_3}^-} ( aq )+{H_3 }O^+ }( aq )

Er­in­ne­rung:

Far­ben des In­di­ka­tors BTB in …

sau­rer Lsg. gelb

neu­tra­ler Lsg. grün

al­ka­li­scher Lsg. blau

Auf­ga­ben

  • Stel­len Sie zu obi­gem Gleich­ge­wicht die Glei­chung für die Gleich­ge­wichts­kon­stan­te Kc auf.
  • No­tie­ren Sie zu jedem Ver­such Ihre Be­ob­ach­tun­gen.
  • For­mu­lie­ren Sie für V1 – V3 je­weils eine „je desto Be­zie­hung“ für die Lös­lich­keit von Koh­len­stoff­di­oxid in Was­ser.
  • Wer­ten Sie den je­wei­li­gen Ver­such hin­sicht­lich der Ver­suchs­über­schrift aus: wel­chen Ein­fluss hat die je­wei­li­ge Re­ak­ti­ons­be­din­gung auf das che­mi­sche Gleich­ge­wicht?

V1: Ein­fluss der Tem­pe­ra­tur auf die Was­ser­lös­lich­keit von Koh­len­stoff­di­oxid

Ma­te­ria­li­en

  • zwei Luer-Lock Sprit­zen 60 mL
  • 3-Wege-Hahn
  • Kom­bis­top­fen
  • 50 mL Be­cher­glas
  • Ther­mo­me­ter

Che­mi­ka­li­en

  • Lei­tungs­was­ser drei­er ver­schie­de­ner Tem­pe­ra­tu­ren: ca. 50 °C, ca. 20 °C, ca. 5 °C
  • Koh­len­stoff­di­oxid im Gas­beu­tel
  • In­di­ka­tor Bromthy­mol­blau (BTB), al­ter­na­tiv: Ta­shiro-In­di­ka­tor

Durch­füh­rung

  1. Schematische Darstellung von Schritt 1 des Versuchsaufbaus

    Crea­ted with Che­mix

    Eine Sprit­ze wird mit 25 mL Was­ser der Tem­pe­ra­tur von ca. 20 °C be­füllt, dem ca. 10 Trop­fen BTB zu­ge­ge­ben wur­den. Die an­de­re Sprit­ze wird mit 30 mL Koh­len­stoff­di­oxid aus dem Gas­beu­tel be­füllt. Über den 3 - Wege - Hahn wird das Gas aus der einen Sprit­ze durch das Was­ser in die an­de­re Sprit­ze ge­drückt.

Schematische Darstellung des Versuchsaufbaus

Crea­ted with Che­mix

  1. Der 3-Wege-Hahn wird ver­schlos­sen und die leere Sprit­ze wird ab­ge­schraubt. Durch vor­sich­ti­ges Schüt­teln wird das Gas nach und nach im Was­ser ge­löst.
  2. Bleibt das Gas­vo­lu­men un­ver­än­dert, wird er­mit­telt, wie viel mL  Koh­len­stoff­di­oxid sich in 25 mL Was­ser ge­löst haben. Zum Ab­le­sen des Rest­gas­vo­lu­mens wird die Sprit­ze auf ihren Stem­pel ge­stellt.
  3. Der Ver­such wird er­neut durch­ge­führt, dies­mal mit Was­ser der Tem­pe­ra­tur von ca. 50 °C An­schlie­ßend wird der Ver­such mit Was­ser der Tem­pe­ra­tur von ca. 5 °C wie­der­holt.

Ent­sor­gung

Über den Ab­guss, Sprit­zen dann mit Was­ser aus­spü­len

Ver­än­dert nach einer Idee vom Team LNCU: Gleich­ge­wich­te und Le Chate­lier [CC BY SA DE4] via lncu.​de

V2: Ein­fluss des Drucks auf die Was­ser­lös­lich­keit von Koh­len­stoff­di­oxid

Ma­te­ria­li­en

  • zwei Luer-Lock Sprit­zen 60 mL (eine davon mit einem Loch im Stem­pel)
  • 3-Wege-Hahn
  • Kom­bis­top­fen
  • 50 mL Be­cher­glas
  • Nagel

Che­mi­ka­li­en

  • Mi­ne­ral­was­ser
  • In­di­ka­tor Bromthy­mol­blau (BTB), al­ter­na­tiv: Ta­shiro-In­di­ka­tor

Durch­füh­rung

Schematische Darstellung des Versuchsaufbaus

Crea­ted with Che­mix

  1. Die zwei Sprit­zen wer­den je­weils mit 20 mL Mi­ne­ral­was­ser, dem ca. 10 Trop­fen BTB zu­ge­ge­ben wur­den, ge­füllt. Eine der Sprit­zen dient zum Farb­ver­gleich. Die an­de­re Sprit­ze mit dem Loch im Stem­pel wird mit dem Kom­bis­top­fen ver­schlos­sen.
  2. Durch kräf­ti­ges Zie­hen am Stem­pel wird ein Un­ter­druck er­zeugt. Der Stem­pel kann durch das Loch mit einem Nagel fi­xiert wer­den.
  3. Län­ge­re Zeit kräf­tig schüt­teln, Far­ben ver­glei­chen!

Ent­sor­gung

Über den Ab­guss, Sprit­zen dann mit Was­ser aus­spü­len

Ver­än­dert nach einer Idee vom Team LNCU: Gleich­ge­wich­te und Le Chate­lier [CC BY SA DE4] via lncu.​de

V3: Ein­fluss des pH-Wer­tes des Lö­se­mit­tels (d.h. Kon­zen­tra­ti­ons­än­de­rung) auf die Lös­lich­keit von Koh­len­stoff­di­oxid

Ma­te­ria­li­en

  • zwei Luer-Lock Sprit­zen 60 mL
  • 3-Wege-Hahn
  • Kom­bis­top­fen
  • 50 mL Be­cher­glas

Che­mi­ka­li­en

  • Salz­säu­re (c = 1mol/L) bzw. Na­tron­lau­ge (c = 1 mol/L)
  • Koh­len­stoff­di­oxid im Gas­beu­tel
  • In­di­ka­tor Bromthy­mol­blau (BTB), al­ter­na­tiv: Ta­shiro-In­di­ka­tor

Durch­füh­rung

Schematische Darstellung des Versuchsaufbaus

Crea­ted with Che­mix

  1. Eine Sprit­ze wird mit 25 mL Salz­säu­re (c = 1mol/L) be­füllt, der ca. 10 Trop­fen BTB zu­ge­ge­ben wur­den. Die an­de­re Sprit­ze wird mit 30 mL Koh­len­stoff­di­oxid aus dem Gas­beu­tel be­füllt. Über den 3-Wege-Hahn wird das Gas aus der einen Sprit­ze durch das Was­ser in die an­de­re Sprit­ze ge­drückt.
  2. Der 3-Wege-Hahn wird ver­schlos­sen und die leere Sprit­ze wird ab­ge­schraubt. Durch vor­sich­ti­ges Schüt­teln wird das Gas nach und nach im Was­ser ge­löst.
  3. Bleibt das Gas­vo­lu­men un­ver­än­dert, wird er­mit­telt, wie viel mL  Koh­len­stoff­di­oxid sich in
    25 mL Salz­säu­re ge­löst haben. Zum Ab­le­sen des Rest­gas­vo­lu­mens wird die Sprit­ze auf ihren Stem­pel ge­stellt.
  4. Der Ver­such wird er­neut durch­ge­führt, dies­mal mit 25 mL Na­tron­lau­ge (c = 1 mol/L).

Ent­sor­gung

Ver­dünnt über den Ab­guss, Sprit­zen dann mit Was­ser aus­spü­len.

Ver­än­dert nach einer Idee vom Team LNCU: Gleich­ge­wich­te und Le Chate­lier [CC BY SA DE4] via lncu.​de

Er­war­tungs­ho­ri­zont

V1: Ein­fluss der Tem­pe­ra­tur auf die Was­ser­lös­lich­keit von Koh­len­stoff­di­oxid

K c = c ( HCO 3 ) c ( H 3 O + ) c ( CO 2 ) c 2 ( H 2 O ) nitalic {K_c = {c(HCO_3^{-{}}) cdot c(H_3 O^{+{}})} over{ c( CO_2 ) cdot c^2 ( H_2 O )}}

Be­ob­ach­tung

Schematische Darstellung von drei Luer-Lock Spritzen, die den Einfluss der Temperatur auf die Löslichkeit der Kohlensäure im Wasser veranschaulicht. Deutlich wird, dass mit abnehmende Temperatur die Löslichkeit der Kohlensäure zunimmt

Crea­ted with Che­mix

„je desto Be­zie­hung“:

Je ge­rin­ger die Tem­pe­ra­tur, desto mehr Koh­len­stoff­di­oxid löst sich im Was­ser.

Aus­wer­tung

Kc ist tem­pe­ra­tur­ab­hän­gig; d.h. durch Ver­än­de­rung der Tem­pe­ra­tur kommt es zu einer Neu­ein­stel­lung des Gleich­ge­wichts­zu­stands mit einem ver­än­der­ten Wert für Kc. Nach Le Chate­lier be­güns­tigt eine Tem­pe­ra­tur­er­nied­ri­gung die wär­me­lie­fern­de (exo­ther­me) Re­ak­ti­on.

Da das Lösen von Koh­len­stoff­di­oxid in Was­ser ein exo­ther­mer Vor­gang ist, löst sich bei nied­ri­ger Tem­pe­ra­tur mehr Koh­len­stoff­di­oxid im Was­ser (Hin­re­ak­ti­on be­vor­zugt).

V2: Ein­fluss des Drucks auf die Was­ser­lös­lich­keit von Koh­len­stoff­di­oxid

K c = c ( HCO 3 ) c ( H 3 O + ) c ( CO 2 ) c 2 ( H 2 O ) nitalic {K_c = {c(HCO_3^{-{}}) cdot c(H_3 O^{+{}})} over{ c( CO_2 ) cdot c^2 ( H_2 O )}}

Be­ob­ach­tung

Schematische Darstellung von zwei Luer-Lock Spritzen. Es wird deutlich ,dass je geringer der Druck, desto weniger Kohlenstoffdioxid löst sich im Wasser .

Crea­ted with Che­mix

„je desto Be­zie­hung“:

Je ge­rin­ger der Druck, desto we­ni­ger Koh­len­stoff­di­oxid löst sich im Was­ser.

Aus­wer­tung

Die Re­ak­ti­on ist druck­ab­hän­gig, da mit Koh­len­stoff­di­oxid ein Gas an der Re­ak­ti­on be­tei­ligt ist. Durch Ver­än­de­rung des Drucks wird der Gleich­ge­wichts­zu­stand ge­stört und muss sich mit un­ver­än­der­tem Wert für Kc wie­der ein­stel­len.

Nach Le Chate­lier be­güns­tigt eine Dru­cker­nied­ri­gung die Re­ak­ti­on, die unter Vo­lu­men­zu­nah­me ver­läuft, somit wird die Bil­dung von gas­för­mi­gem Koh­len­stoff­di­oxid (Rück­re­ak­ti­on) be­vor­zugt. Bei Dru­cker­nied­ri­gung löst sich dem­nach we­ni­ger Koh­len­stoff­di­oxid im Was­ser, was zu einer Ab­nah­me der Oxo­ni­um-Ionen-Kon­zen­tra­ti­on und damit zu einer Zu­nah­me des pH-Werts führt.

V3: Ein­fluss des pH-Wer­tes des Lö­se­mit­tels (d.h. Kon­zen­tra­ti­ons­än­de­rung) auf die Lös­lich­keit von Koh­len­stoff­di­oxid

K c = c ( HCO 3 ) c ( H 3 O + ) c ( CO 2 ) c 2 ( H 2 O ) nitalic {K_c = {c(HCO_3^{-{}}) cdot c(H_3 O^{+{}})} over{ c( CO_2 ) cdot c^2 ( H_2 O )}}

Be­ob­ach­tung

Schematische Darstellung von zwei Luer-Lock Spritzen, in der Luer-Lock Spritze mit Salzsäure ist weniger Kohlenstoffdioxid gelöst, als in der Luer-Lock Spritze mit Natronlauge.

Crea­ted with Che­mix

„je desto Be­zie­hung“:

Je höher der pH-Wert, desto mehr Koh­len­stoff­di­oxid löst sich.

Aus­wer­tung

Die Re­ak­ti­on ist pH-ab­hän­gig (siehe Re­ak­ti­ons­glei­chung). Somit be­wirkt eine Ver­än­de­rung der Kon­zen­tra­ti­on der Oxo­ni­um-Ionen eine Stö­rung des Gleich­ge­wichts­zu­stands. Das Gleich­ge­wicht muss sich mit un­ver­än­der­tem Wert für Kc wie­der ein­stel­len.

Er­nied­rigt man die Kon­zen­tra­ti­on eines Pro­dukts (im Ver­such wird durch den hö­he­ren pH-Wert der Na­tron­lau­ge die Oxo­ni­um-Ionen-Kon­zen­tra­ti­on im Zäh­ler von Kc er­nied­rigt), so muss sich auch die Kon­zen­tra­ti­on der Eduk­te im Nen­ner von Kc er­nied­ri­gen, da Kc kon­stant ist. Somit be­güns­tigt ein hoher pH-Wert die Lös­lich­keit von Koh­len­stoff­di­oxid.

Schü­ler­ver­such: Her­un­ter­la­den [docx][224 KB]

Schü­ler­ver­such: Her­un­ter­la­den [pdf][356 KB]