Zur Hauptnavigation springen [Alt]+[0] Zum Seiteninhalt springen [Alt]+[1]

Christian Kracht: Das Ende des Romans Faserland

Kurze Einführung

Christian Kracht wurde 1966 in Saanen in der Schweiz geboren. Als Schüler besuchte er mehrere Internate, u. a. die Schule Schloss Salem. Sein Studium absolvierte er am Sarah Lawrence College in Yonkers, New York. Er arbeitet als Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor. Faserland, Krachts erster Roman, erschien 1995. Nach vier weiteren Romanen veröffentlichte Kracht im Jahr 2021 den Roman Eurotrash, in welchem er die in Faserland entwickelte Erzählerfigur zurückkehren lässt.

Der Protagonist von Faserland ist der namenlose Erzähler, ein junger Mann, der aus wohlhabenden Verhältnissen stammt. Seine Herkunft und sein Selbstverständnis äußern sich darin, dass er häufig Markennamen und Statussymbole aufruft, wenn er sich und seine Umwelt beschreibt und deutet. Die Handlung ist in der historischen Gegenwart der 1990er Jahre verortet. Der Erzähler begibt sich auf eine Reise, die ihn von Sylt über mehrere Stationen (u. a. Hamburg, Frankfurt und Heidelberg) nach Zürich bringt. Die Reise erscheint ziellos. Der Erzähler besucht Partys und trifft Bekannte, darunter Karin, Nigel und Rollo. Die Figuren konsumieren Alkohol und Drogen. Die Haltung, mit welcher der Erzähler die Ereignisse darstellt, ist mal von schnöder Gleichgültigkeit, mal von Geringschätzung geprägt. Zahlreiche Interpreten lesen Faserland als einen Text, der die Konsumkultur und den Hedonismus einer politisch desinteressierten Jugend vorführt und kritisiert. Auch der Titel des Romans, der Begriffe wie „fatherland“, „faseln“ oder „zerfasern“ anklingen lässt, bietet Anhaltspunkte für die Interpretation.

Ein von Schülerinnen und Schülern erstelltes Video, das den Handlungsverlauf des Romans zusammenfasst, ist hier abrufbar:

www.youtube.com

Das Ende des Romans Faserland

Der Roman ist in acht Kapitel gegliedert. Im letzten Kapitel fährt der Erzähler mit dem Porsche seines Freundes Rollo nach Zürich. Er parkt den Wagen am Flughafen, nimmt ein Taxi in die Stadt und checkt in einem Hotel ein. Als er sich eine Zeitung kauft, erfährt er, dass Rollo, der am Vorabend Gastgeber einer Party in Meersburg war, im Bodensee tot aufgefunden worden sei. Der Erzähler irrt durch Zürich und kehrt ins Hotel zurück. Als er in der Lobby sitzt und einen Scotch trinkt, kommt ihm der Schriftsteller Thomas Mann in den Sinn. Er beschließt in die Nachbargemeinde Kilchberg zu fahren um dort Thomas Manns Grab aufzusuchen.

Die Handlung des Abschnitts, der für den Vergleich zu lesen und zu analysieren ist, setzt in der Lobby des Hotels ein.

Erläuternder Hinweis zur Intertextualität

Wenn Krachts Erzähler Thomas Mann und dessen Grab erwähnt, stellt er explizit einen intertextuellen Bezug zu Thomas Manns Werk her. Insbesondere die Novelle Der Tod in Venedig (1912) und der Roman Der Zauberberg (1924) bieten Anknüpfungspunkte zur griechisch-römischen Mythologie und zur Unterweltsreise.

 

 

Christian Kracht: Das Ende des Romans Faserland: Herunterladen [docx][18 KB]

Christian Kracht: Das Ende des Romans Faserland: Herunterladen [pdf][117 KB]

 

Weiter zu Vergleich Kracht/Vergil: Aufgaben