Zur Haupt­na­vi­ga­ti­on sprin­gen [Alt]+[0] Zum Sei­ten­in­halt sprin­gen [Alt]+[1]

Hör­tech­nik

Hör­tech­nik im Klas­sen­zim­mer

Zu­sam­men­fas­sung

Für eine stö­rungs­freie Über­tra­gung der Sprach­bei­trä­ge im Un­ter­richt ist der Ein­satz von Hör­an­la­gen eine un­ab­ding­ba­re Vor­aus­set­zung. Hier­bei über­neh­men neben den Schü­le­rin­nen und Schü­lern mit einer Hör­schä­di­gung die Leh­re­rin­nen und Leh­rer sowie die Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­ler für den Ein­satz eine be­deut­sa­me Mit­ver­ant­wor­tung.

Di­gi­ta­le Hör­ge­rä­te und das Co­ch­lea-Im­plan­tat (CI) rei­chen in schwie­ri­gen Hör­si­tua­tio­nen und über grö­ße­re Dis­tanz für das Sprach­ver­ste­hen nicht aus.

Schwie­ri­ge Hör­si­tua­tio­nen und Sprach­dis­kri­mi­na­ti­on

Es gibt drei Fak­to­ren, wel­che die Dis­kri­mi­na­ti­on von Spra­che stö­ren und häu­fig in Kom­bi­na­ti­on auf­tre­ten:

Dis­tanz

In ge­schlos­se­nen Räu­men nimmt der Di­rekt­schall mit zu­neh­men­der Dis­tanz zwi­schen Spre­cher und Zu­hö­rer kon­ti­nu­ier­lich ab.

Stör­schall

Stra­ßen­lärm, Pau­sen­hof­ge­räu­sche, un­ru­hi­ge Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­ler sind For­men von Stör­lärm, die im Un­ter­richt­s­all­tag immer wie­der auf­tre­ten.

Nach­hall

Die­ser ent­steht durch wie­der­hol­tes Re­flek­tie­ren von Schall und gilt als Maß für den Schall­ener­gie-Abbau in­ner­halb des Rau­mes. Je län­ger die Nach­hall­zeit ist, desto grö­ßer ist der Dif­fus­schall-An­teil, der sich dem Di­rekt­schall-An­teil über­la­gert. Dar­aus folgt eine Ver­rin­ge­rung der Sprach­ver­ständ­lich­keit.

Über­tra­gungs­an­la­gen

bie­ten gute Mög­lich­kei­ten, Schü­le­rin­nen und Schü­lern mit einer Hör­schä­di­gung das Hören und Ler­nen im Ver­lauf eines Schul­all­ta­ges zu er­leich­tern, indem re­le­van­te In­for­ma­tio­nen stö­rungs­frei über­tra­gen wer­den.

Funk­ti­on und Be­stand­tei­le

Eine Lehrerin mit einem Sender einer Höranlage

Eine Leh­re­rin mit einem Sen­der einer Hör­an­la­ge

Eine Über­tra­gungs­an­la­ge (FM oder di­gi­tal) be­steht aus einem Sen­der, den der Spre­cher am Kör­per trägt und einem oder zwei Emp­fän­gern, die über den Au­dio­ein­gang mit dem Hör­ge­rät oder dem Au­dio­pro­zes­sor des CI ver­bun­den wer­den.
Die Stim­me des Leh­rers, der Leh­re­rin wird von einem Mi­kro­fon auf­ge­nom­men und über Funk di­rekt in das Hör­ge­rät oder das CI des Kin­des/Ju­gend­li­chen über­tra­gen.
So wird Spra­che un­ab­hän­gig von Stör­ge­räu­schen, Nach­hall und grö­ße­rer Ent­fer­nung zwi­schen Spre­cher und Emp­fän­ger klar und deut­lich ge­hört.

Zu einer op­ti­ma­len Ver­sor­gung mit Hör­tech­nik im Klas­sen­zim­mer ge­hö­ren wei­te­re Mi­kro­fo­ne für die Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­ler. Ein ef­fek­ti­ver Ein­satz der Mi­kro­fo­ne ist mög­lich, wenn sich zwei bis drei Schü­le­rin­nen und Schü­ler ein Mi­kro­fon tei­len.
Die Er­gän­zung des Über­tra­gungs­sys­tems mit einer Sound­Field-An­la­ge ist eben­so be­deut­sam. Hier­mit kön­nen alle Spre­cher (Lehr­kräf­te, Schü­le­rin­nen und Schü­ler) ihre Stim­me ver­stärkt hören. Sie er­hal­ten somit eine Rück­mel­dung zum kor­rek­ten Ein­satz des Sen­ders/der Mi­kro­fo­ne. Au­ßer­dem sind die Stör­ge­räu­sche, wel­che durch eine feh­ler­haf­te Hand­ha­bung der Sen­der ent­ste­hen, für alle hör­bar und ein Kor­ri­gie­ren der Nut­zung mög­lich.
Die Schü­le­rin/der Schü­ler mit einer Hör­schä­di­gung wird ent­las­tet, da von ihr/ihm nicht per­ma­nent ein kor­rek­ter Ein­satz des Sen­ders/der Mi­kro­fo­ne ein­ge­for­dert wer­den muss.
Alle am Un­ter­richts­ge­sche­hen be­tei­lig­ten Per­so­nen kön­nen selbst Ver­ant­wor­tung für die kor­rek­te Nut­zung über­neh­men!

Zu be­ach­ten

Eine Sound­Field-An­la­ge reicht für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit einer Hör­schä­di­gung für op­ti­ma­les Sprach­ver­ste­hen nicht aus. Sie be­nö­ti­gen immer die un­mit­tel­ba­re Über­tra­gung an die Hör­hil­fen.

Hin­weis zum Ein­satz

Für die Nut­zung des Über­tra­gungs­sys­tems hat sich die Ein­rich­tung eines „Hör­an­la­gen­diens­tes“ (ver­gleich­bar mit dem Ta­fel­dienst) be­währt. Ein Team aus Schü­le­rin­nen und Schü­lern ist für die Ver­tei­lung der Mi­kro­fo­ne auf den Schü­ler­ti­schen und das Laden der Mi­kro­fo­ne am Ende des Un­ter­richts ver­ant­wort­lich.

Eine Schülerin und ein Schüler mit Mikrofonen einer Höranlage beim Präsentieren

[ C ] Eine Schü­le­rin und ein Schü­ler mit Mi­kro­fo­nen einer Hör­an­la­ge beim Prä­sen­tie­ren

Der son­der­päd­ago­gi­sche Dienst stellt mit der Schü­le­rin/dem Schü­ler mit einer Hör­schä­di­gung die Hör­an­la­ge in der Klas­se vor und er­klärt die Funk­ti­ons­wei­se.
Für die Or­ga­ni­sa­ti­on im Schul­all­tag wer­den ge­mein­sam Ab­spra­chen ge­trof­fen.
Bei den Be­ra­tungs­be­su­chen wird der Ein­satz der Hör­an­la­ge re­gel­mä­ßig mit allen Be­tei­lig­ten re­flek­tiert.

Das kann ich tun

Leh­re­rin­nen und Leh­rer Schü­le­rin­nen und Schü­ler
  • Ich hole In­for­ma­tio­nen über die Funk­tio­nen der Hör­an­la­ge und den kor­rek­ten Ein­satz ein.
  • Ich regle das Auf­stel­len der Hör­an­la­ge mit der be­trof­fe­nen Schü­le­rin/dem be­trof­fe­nen Schü­ler.
  • Ich achte auf den re­gel­mä­ßi­gen Ein­satz der Hör­an­la­ge im Un­ter­richt.
  • Ich rich­te mit den Schü­le­rin­nen und Schü­lern einen Hör­an­la­gen­dienst ein.
  • Ich frage den son­der­päd­ago­gi­schen Dienst zur Ein­füh­rung der Hör­an­la­ge an.
  • Ich über­neh­me mit den Leh­re­rin­nen/Leh­rern und Mit­schü­le­rin­nen/Mit­schü­lern die Ver­ant­wor­tung für die Hör­tech­nik im Klas­sen­zim­mer.
  • Ich weiß, wie die Hör­an­la­ge funk­tio­niert und kann klei­ne Stö­run­gen be­he­ben.
  • Ich trage re­gel­mä­ßig meine Emp­fän­ger.
  • Ich for­de­re – wenn nötig – den Ein­satz der Hör­an­la­ge ein.
  • Ich in­for­mie­re die Leh­re­rin/den Leh­rer, wenn Stö­run­gen vor­lie­gen.
  • Ich kenne wich­ti­ge An­lauf­stel­len für die Hör­tech­nik.
  • Ich in­for­mie­re mich re­gel­mä­ßig über neue Hör­tech­nik.

 

Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit einer Hör­schä­di­gung: Her­un­ter­la­den [pdf][7,0 MB]

 

Wei­ter zu Schall­schutz und Raum­akus­tik