Zur Haupt­na­vi­ga­ti­on sprin­gen [Alt]+[0] Zum Sei­ten­in­halt sprin­gen [Alt]+[1]

Epo­chen zu­ord­nen


M10 Ge­dich­te Epo­chen zu­ord­nen

Die fol­gen­den Ge­dicht­aus­zü­ge las­sen sich ent­we­der dem Sturm und Drang oder der Klas­sik zu­tei­len. Mar­kie­ren Sie die Schlüs­sel­be­grif­fe und ord­nen Sie die Texte zu. Be­grün­den Sie je­weils Ihre Ent­schei­dung. Ach­ten Sie dabei be­son­ders auf die Rolle des ly­ri­schen Ichs in sei­nem Ver­hält­nis zur Natur.

Jo­hann Wolf­gang Goe­the

Will­kom­men und Ab­schied
Es schlug mein Herz. Ge­schwind, zu Pfer­de!
Und fort, wild wie ein Held zur Schlacht.
Der Abend wieg­te schon die Erde,
Und an den Ber­gen hing die Nacht.
Schon stund im Ne­bel­kleid die Eiche
Wie ein ge­türm­ter Riese da,
Wo Fins­ter­nis aus dem Ge­sträu­che
Mit hun­dert schwar­zen Augen sah.

(1775)

Quel­le: http://​de.​wi­ki­pe­dia.​org/​wiki/​Will­kom­men_​und_​Ab­schied

 


________________________
________________________
________________________
________________________
________________________
________________________
________________________
________________________

Goethe

Bild­quel­le: Goe­the (Stie­ler 1828).jpg (ge­mein­frei) http://​com­mons.​wi­ki­me­dia.​org

Jo­hann Wolf­gang Goe­the

An den Mond
   Fül­lest wie­der Busch und Thal
Still mit Ne­bel­glanz,
Lö­sest end­lich auch ein­mal
Meine Seele ganz;

   Brei­test über mein Ge­fild
Lin­dernd dei­nen Blick,
Wie des Freun­des Auge mild
Ueber mein Ge­schick

[...]

(1789)

Quel­le: http://​de.​wi­ki­sour­ce.​org/​wiki/​An_​den_​Mond

 


________________________
________________________
________________________
________________________
________________________
________________________
________________________
________________________

Fried­rich Schil­ler

Der Spa­zier­gang
Sey mir ge­grüßt mein Berg mit dem röth­lich strah­len­den Gip­fel,
     Sey mir Sonne ge­grüßt, die ihn so lieb­lich be­scheint,
Dich auch grüß ich be­leb­te Flur, euch säu­seln­de Lin­den,
     Und den fröh­li­chen Chor, der auf den Aes­ten sich wiegt,
Ru­hi­ge Bläue dich auch, die un­er­meß­lich sich aus­gießt
     Um das brau­ne Ge­birg, über den grü­nen­den Wald,
Auch um mich, der end­lich ent­flohn des Zim­mers Ge­fäng­niß
     Und dem engen Ge­spräch freu­dig sich ret­tet zu dir,

[...]

(1795)

Quel­le: http://​de.​wi­ki­sour­ce.​org/​wiki/​Der_​Spa­zier­gan­g_(Fried­rich_­Schil­ler)

 


________________________
________________________
________________________
________________________
________________________
________________________
________________________
________________________

Schiller

Bild­quel­le: Fried­rich Schil­ler by Lu­do­vi­ke Si­ma­no­wiz.jpg (ge­mein­frei) http://​com­mons.​wi­ki­me­dia.​org

 

Wie Sie den Zu­gang zu Ge­dich­ten aus­bau­en:

Die Ge­dicht­aus­sa­ge lässt sich gut durch eine Schritt-für-Schritt-Ana­ly­se er­ar­bei­ten. Dabei be­stim­men Sie die je­wei­li­ge Aus­gangs­si­tua­ti­on und fra­gen dann von Stro­phe zu Stro­phe,  wel­che neuen in­halt­li­chen As­pek­te hin­zu­ge­kom­men sind. Da­nach müs­sen die for­ma­len As­pek­te funk­tio­nal zu­ge­ord­net wer­den. Lei­ten­de Frage hier ist: Was trägt die­ses Form- oder Sprach­ele­ment zu die­ser Ge­dicht­aus­sa­ge bei? Es kann sein, dass ver­schie­de­ne Ver­sio­nen eines Ge­dichts exis­tie­ren. Aus den Über­ar­bei­tun­gen las­sen sich ver­schie­de­ne Schaf­fens­pe­ri­oden der Au­to­ren er­ken­nen, was eine li­te­ra­tur­ge­schicht­li­che Epo­chen­ein­ord­nung eben­so er­mög­licht wie die ver­glei­chen­de Be­trach­tung von Ge­dich­ten, die zu ver­schie­de­nen Zei­ten ent­stan­den sind. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis trägt wis­sen­schaft­li­che Se­kun­där­li­te­ra­tur bei. Me­tho­disch sind Mind­map und Clus­ter be­son­ders hilf­reich.

 

wei­ter: Die Ro­man­tik