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De­kon­struk­ti­on-Still­le­ben


Bil­den­de Kunst
Bil­dungs­plan 2016

Leh­rer / Leh­re­rin: Al­brecht Wer­wigk, Otto-Hahn-Gym­na­si­um Tutt­lin­gen

Klas­se: 7

Bild (Titel des Werks):

Pie­ter Cla­esz, Va­ni­tass­til­le­ben 1625 (MwdK 48), Nürn­berg GNM

Pro­jekt­ti­tel / The­ma­tik der Un­ter­richts­ein­heit:

Farb­kom­po­si­ti­on und Bild­auf­bau / Ana­ly­se - De­kon­struk­ti­on - Ei­gen­kom­po­si­ti­on

Me­tho­de :

Das Bild wird der gan­zen Klas­se mit­tels Re­pro­duk­ti­ons­druck (oder Bea­mer-Pro­jek­ti­on) ge­zeigt und mit der Be­mer­kung vor­ge­stellt, dass Mys­te­riö­ses darin ge­zeigt sei, das un­ter­sucht wer­den müsse.

Die SuS be­kom­men die Auf­for­de­rung, das Bild zu­nächst für eine Mi­nu­te still zu be­trach­ten und dann mit dem/der Ne­ben­sit­zer/in zu un­ter­su­chen. In einer 5-10-mi­nü­ti­gen Phase der Part­ner­ar­beit sol­len die Ge­gen­stän­de und For­men be­nannt, Grö­ßen und Po­si­tio­nen er­läu­tert und die ge­wähl­ten Far­ben fest­ge­stellt wer­den. Nach Er­stel­len eines kur­zen Be­fund-Pro­to­kolls wer­den die Er­geb­nis­se ins Un­ter­richts­ge­spräch der Klas­se ein­ge­bracht.

Die SuS zäh­len suk­zes­si­ve die Ob­jek­te auf – Der Tisch in sei­ner ein­fa­chen An­ord­nung und die da­hin­ter ab­schlie­ßen­de Wand wer­den als kla­rer, stren­ger Rah­men für die le­ben­di­ge An­ord­nung wahr­ge­nom­men. – Der Raum bleibt für das Flä­chen­ge­fü­ge zu­nächst un­wich­tig, rückt in­des­sen als Spie­gel­bild auf Glas und Kugel ins Be­wusst­sein. Die Licht-Regie ist aus der Po­si­ti­on des Fens­ters ab­zu­lei­ten, Farb­ver­läu­fe im Hell-Dun­kel und die Schat­ten­bil­dung fol­gen. – Somit fällt der Blick auf Farb­qua­li­tä­ten und Farb­kon­zept. Ins­ge­samt lässt sich ein Aus­gleich der Ge­gen­sät­ze fest­stel­len.

Aus­ge­gli­chen­heit, Har­mo­nie, wenn­gleich der dunk­le Un­ter­ton be­stim­mend wirkt. Die Ob­jek­te wer­den in sym­bo­li­scher Wir­kung er­kannt und be­spro­chen.

Zur Er­klä­rung die­ser vor­ge­führ­ten Si­tua­ti­on fin­den die SuS aus der Er­fah­rung von Foto und Film teils aben­teu­er­li­che Ver­mu­tun­gen. Dass es le­dig­lich das Ar­ran­ge­ment im Ate­lier eines Ma­lers zeigt, ist je­doch durch die Spie­ge­lung be­wie­sen. – So wird er­kenn­bar, dass der Maler in­sze­nie­rend ar­bei­tet, d.h. „seine Bühne spre­chen lässt“ durch Aus­wahl und An­ord­nung der Re­qui­si­ten, Licht und Ko­lo­rit.

Ma­te­ri­al / Tech­nik:

Die SuS er­hal­ten nach er­folg­rei­cher Er­ör­te­rung von In­halt und Form Schwarz­weiß-Aus­dru­cke des Bil­des in un­ter­schied­li­chen For­mat­grö­ßen. Sie dür­fen hier­aus Ob­jek­te aus­schnei­den, über­ma­len oder neu ar­ran­gie­ren im Hin­blick auf Grö­ßen, For­men und Far­ben. Dies kann zu Col­la­ge-Skiz­zen füh­ren.

In der zwei­ten DS ent­wi­ckeln alle SuS eine ei­ge­ne klei­ne ma­le­ri­sche Bild­kom­po­si­ti­on (ca. DIN a4 auf a3-Block), die ei­ni­ge der Ob­jek­te auf­greift („zi­tiert“), aber neu und an­ders spre­chen lässt.

Eine ab­schlie­ßen­de Prä­sen­ta­ti­on führt noch ein­mal den Ver­gleich zum Ori­gi­nal vor Augen.

→ Er­fah­rung: Ge­stal­te­ri­sche Ent­schei­dun­gen be­din­gen die in­halt­li­chen Wir­kun­gen.

Hin­wei­se / mög­li­che Wei­ter­füh­rung:

In­ter­es­sant ist das Un­ter­richts­pro­jekt nach einer prak­ti­schen Phase des be­ob­ach­ten­den Zeich­nens und Ma­lens von „Sa­chen“, was durch­aus be­reits Schat­ten­wir­kun­gen be­rück­sich­ti­gen kann.

In die­sem Zu­sam­men­hang kön­nen Be­grif­fe ein­ge­führt und er­läu­tert wer­den: „Le­bens­freu­de-Va­ni­tas, Still­le­ben, Ge­gen­stand, At­tri­but und Sym­bol, Bühne und Re­qui­sit – Hell-Dun­kel, Kon­tras­te.

Das Ba­rock als „Zeit­al­ter der Ge­gen­sät­ze“ kann dabei er­schlos­sen wer­den durch Er­wei­te­rung der Be­trach­tung auf wei­te­re Bil­der und Gat­tun­gen.→ Be­such von ori­gi­na­len Wer­ken mög­lich.

Schwer­punk­te IBK / PBK / ggf. Ver­wei­se F / L:

PBK: alle; IBK: 3.​2.​1.​Bild (1-6 od.7), aber auch Flä­che, Raum; Me­di­en
F: Ge­schich­te 3.2.2; Musik 3.2.2
L: BNE, BTV, MB


Bei­spie­le

De­kon­struk­ti­on-Still­le­ben: Her­un­ter­la­den [docx] [19 KB]

De­kon­struk­ti­on-Still­le­ben: Her­un­ter­la­den [pdf] [149 KB]