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M2 – Was ist Spra­che?13

1. Spra­che als so­zia­les Phä­no­men14

1.1 Ver­schie­de­ne Va­rie­tä­ten

Be­nen­ne die je­weils vor­lie­gen­den sprach­li­chen Va­rie­tä­ten!

„Ges­dan han i Schäl­wäh ghod.“

„Das Etha­nol bzw. der Ethyl­al­ko­hol ist ein ein­wer­ti­ger Al­ko­hol mit der Sum­men­for­mel C2H6O, der eine Hy­droxy­grup­pe (-OH) ent­hält.“

„Po­len­te, mop­sen, mo­geln15

1.2 Ver­schie­de­ne sprach­li­che Re­gis­ter (für be­stimm­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­rei­che cha­rak­te­ris­ti­sche Sprech- oder Schreib­wei­sen)

Nenne das sprach­li­che Re­gis­ter, dem die fol­gen­den Aus­drü­cke zu­zu­ord­nen sind!

„ang­ra­ben, fet­ter Sound, geile Mucke“

2. Spra­che als his­to­ri­sches Phä­no­men16

→ Sprach­wan­del in Lau­tung, Wort­schatz und Gram­ma­tik

2.2.1 For­mu­lie­re die fol­gen­den Sätze so um, dass sie gemäß der ak­tu­ell gül­ti­gen stan­dard­sprach­li­chen Norm kor­rekt sind!

„An­dern hat er ge­hol­fen und kann im (=ihm) sel­ber nicht hel­fen.“
„Sie ir (=ihr) sel­ber hat be­reit kumer, not und are­beit.“

2.2.2 Be­nen­ne den be­rühm­ten Text, um den es sich hier han­delt, sowie die Sprach­stu­fe des Deut­schen, der er zu­zu­ord­nen ist!

Do wohs in Nider­lan­den     eins ri­chen kv­ni­ges kimt

des vater hiez Si­ge­munt     sin muo­ter Si­gel­int

in einer burge riche     witen wol be­kant

niden bi dem Rine     diu was ze San­ten ge­nant

In den Nie­der­lan­den wuchs das Kind eines edlen Kö­nigs heran,
sein Vater hieß Sieg­mund, seine Mut­ter Sie­ge­lind,
in einer mäch­ti­gen Veste, weit­hin wohl­be­kannt,
unten am Rhein, Xan­ten wurde sie ge­nannt.

(____________________________ 2, 20-23),

Sprach­stu­fe: __________________________________

3. Spra­che als bio­lo­gi­sches Phä­no­men17

→ Sprach­funk­tio­nen als Leis­tung des mensch­li­chen Ge­hirns

→ Sitz des Sprach­zen­trums bei Rechts- und Links­hän­dern ver­schie­den ver­teilt

→ in der For­schung keine Ei­nig­keit über die Frage, ob be­stimm­te Ge­hirn­funk­tio­nen in be­stimm­ten Tei­len des Ge­hirns zu lo­ka­li­sie­ren sind

→ Apha­si­en als In­di­zi­en für eine Ar­beits­tei­lung zwi­schen den bei­den Ge­hirn­hälf­ten (He­mi­sphä­ren)

In­for­ma­ti­on

Apha­sie: zen­tra­le Sprach­stö­rung nach weit­ge­hend ab­ge­schlos­se­ner Sprach­ent­wick­lung, z. B. auf­grund von Durch­blu­tungs­stö­run­gen, Ge­hirn­tu­mo­ren, Schä­del-Hirn-Trau­ma­ta.18

→ Bei­spie­le für Sprach­stö­run­gen:

1. Broca-Apha­sie

Be­schrei­be an­hand des fol­gen­den Text­bei­spiels die Sym­pto­me der Broca-Apha­sie!

Frage: Was ma­chen Sie denn, wenn Sie nach Hause kom­men?

Ant­wort: Nur auf­t­ehn, un hier äh Bet­ten un hier immer so hel­fen, ar­bei­ten hier … un immer hier immer mit­tag Ar­beit, ich weiß nich, das is so schlimm zäh­len, das genau … Frau B. … ne, Frau L. gut, is gut, auch Ar­beit immer … un eins, zwei hier so hier so Rek, Brett un das so hier so, un hier so Kar­tof­fel un Rüben un alles, alles is gut […].19

_______________________________________________________________­_­_­_­_­_­_­_­_­_­_­_­_­_­_­_­_­_­__

2. „Fremd­spra­chen­ak­zent­syn­drom“ − eine be­son­ders ku­rio­se Form der Sprach­stö­rung20

4. Spra­che als ko­gni­ti­ves Phä­no­men21

→ Auf­ga­be der ko­gni­ti­ven Lin­gu­is­tik: Un­ter­su­chung und Be­schrei­bung der mensch­li­chen Sprach­fä­hig­keit als we­sent­li­chen Teil der Ko­gni­ti­on

→ Die ko­gni­ti­ve Lin­gu­is­tik be­schäf­tigt sich also mit der „Soft­ware“, die man für Spra­che be­nö­tigt. Für die Er­for­schung der „Hard­ware“ ist die Neu­ro­lin­gu­is­tik zu­stän­dig.

Grund­le­gen­de Fra­ge­stel­lun­gen der ko­gni­ti­ven Lin­gu­is­tik:

  1. Worin be­steht die (spe­zi­fi­sche) Sprach­kennt­nis eines Men­schen?

  2. Wie er­wirbt er diese Sprach­kennt­nis?

  3. Wie wen­det er diese Sprach­kennt­nis an?22

Grund­le­gen­de Theo­ri­en

  1. Spra­che bil­det wie Sehen und Hören ein ei­ge­nes Modul (=ko­gni­ti­ves Sys­tem mit ei­ge­nen Ge­setz­mä­ßig­kei­ten)
    → Teil­mo­du­le sind z. B. _________________________

  2. Ho­lis­ti­sche („ganz­heit­li­che“) Theo­rie: Es gibt all­ge­mei­ne Prin­zi­pi­en, die allen ko­gni­ti­ven Fä­hig­kei­ten zu­grun­de lie­gen. Es gibt also kein ei­gen­stän­di­ges ko­gni­ti­ves Sys­tem für die Spra­che und ihre Mo­du­le.

Psy­cho­lin­gu­is­ti­sche Un­ter­su­chun­gen

Nenne je­weils eine Mög­lich­keit, wie man Auf­schluss in die Sprach­pro­duk­ti­on bzw. Sprach­re­zep­ti­on er­hal­ten kann! Pas­sen­de Bei­spie­le sind dir in der letz­ten Stun­de be­reits be­geg­net!23

  1. Ana­ly­se der Sprach­pro­duk­ti­on

    Bei­spiel: _______________________________________________________________­_­_­_­_­_­_­_­__

  2. Ana­ly­se der Sprach­re­zep­ti­on

    Bei­spiel: _______________________________________________________________­_­_­_­_­_­_­_­__

 

Pfeil

An­wen­dungs­ge­bie­te der Lin­gu­is­tik24

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13 Vgl. Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 1-14.

14 Vgl. Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 3-5.

15 Um diese spe­zi­el­le Va­rie­tät geht es in fol­gen­dem Ar­ti­kel: http://​www.​spie­gel.​de/​spie­gel/​print/​d-​41120614.​html, © DER SPIE­GEL GmbH & Co. KG (27.02.1957, zu­letzt auf­ge­ru­fen am 08.09.2020).

16 Vgl. Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 5-6.

17 Vgl. Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 6-8.

18 Vgl. Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 6.

19 Zu die­sem Bei­spiel vgl. Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 7.

20 Vgl. Chris­tia­ne Ge­litz: „Und plötz­lich spricht sie Schwei­ze­risch“, © ZEIT ON­LINE GmbH; via https://​www.​zeit.​de/​wis­sen/​ge­sund­heit/​2015-​05/​fre​mdsp​rach​enak​zent​synd​rom (08.05.2015, zu­letzt ak­tua­li­siert am 30.03.2016, zu­letzt auf­ge­ru­fen am 08.09.2020).

21 Vgl. Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 8-10.

22 Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 9.

23 Vgl. Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 9-10.

24 Vgl. Mei­bau­er, Ein­füh­rung in die ger­ma­nis­ti­sche Lin­gu­is­tik, S. 11-12. Einen Über­blick über die viel­fäl­ti­gen An­wen­dungs­be­rei­che der Lin­gu­is­tik gibt Knapp et al., An­ge­wand­te Lin­gu­is­tik.

 

Phä­no­men Spra­che: Her­un­ter­la­den [docx][324 KB]

Phä­no­men Spra­che: Her­un­ter­la­den [pdf][650 KB]

 

Wei­ter zu M3