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Klau­sur: Gün­ter Ku­nert „Dorn­rös­chen“

Text zu fin­den in: Gün­ter Ku­nert: Li­te­ra­tur im Wi­der­spruch. Stutt­gart 1980. S.36-37.

Ar­beits­auf­trag

  1. In­ter­pre­tie­ren Sie Gün­ter Ku­n­erts „Dorn­rös­chen“. Stel­len Sie dabei im Be­son­de­ren her­aus, wel­che Bot­schaft der Text ver­mit­telt und wel­che Art von Men­schen­bild deut­lich wird.
  2. Gün­ter Ku­n­erts „Dorn­rös­chen“ und „Dorn­rös­chen“ der Brü­der Grimm:
    Ver­glei­chen Sie die bei­den Texte (z.B. auf­grund von In­halt, Spra­che und Mo­ti­vik/ Sym­bo­lik).

Mög­li­cher Er­war­tungs­ho­ri­zont

Grimm-Mär­chen (1857) Gün­ter Ku­nert (1980)
  • durch­ge­hend Prä­te­ritum
  • erst Prä­te­ritum, dann Wech­sel ins Prä­sens, am Ende wie­der Prä­te­ritum
  • Um­keh­rung der Mär­chen­for­mel; Sen­tenz be­schließt die Er­zäh­lung; of­fen­sicht­lich kein Mär­chen er­zählt, son­dern eine an­de­re Gat­tung
  • Tri­ko­lon + Kli­max („weg­los, un­durch­dring­lich und la­by­rin­thisch“; „ver­fan­gen, ge­fan­gen, ge­fes­selt“)
  • hy­po­tak­tisch, z.T. an­ein­an­der­rei­hend; nicht so li­ne­ar er­zählt

 

Neu­ge­stal­tung:

  • „Dschun­gel“, „Sie­ger“, „Am­seln und Düf­ten“, „Blü­hen und Wel­ken“, „gif­ti­ges Un­ge­zie­fer“, „be­geh­rens­wer­te Kö­nigs­stoch­ter“, Dorn­rös­chen als ge­al­ter­te „Vet­tel“, „zahn­los“, „fle­ckig, schmut­zig“
  • ge­naue­re Zeit­an­ga­be des Mär­chens („ge­ra­de an dem Tag (…) hun­dert Jahre“) hier un­ge­nau be­stimmt: „eines Tages end­lich“.
  • hin­ter der Hecke die Er­lö­sung und die Be­loh­nung
  • Uto­pie
  • hin­ter der Hecke die Ent­täu­schung
  • alle Mühen waren um­sonst
  • Anti-Uto­pie
  • viele De­tails; Rah­men- und Ne­ben­ge­schich­ten
  • Fokus auf zwei De­tails:
    die Hecke und die ge­al­ter­te Prin­zes­sin
  • sym­bo­lisch stark auf­ge­la­den → wei­te­re Deu­tungs­ebe­ne, Me­ta­ebe­ne
  • nimmt das Mär­chen beim Wort und ent­fernt da­durch das Mär­chen­haf­te; ei­gent­lich keine tie­fe­re Sym­bo­lik → er­zählt das Mär­chen, wie es wirk­lich ist;
  • aber im Ge­gen­satz zum Grimm-Mär­chen pa­ra­bo­li­sche Züge; fast schon al­le­go­risch
  • Ge­dan­ken­ex­pe­ri­ment:
    Wie der Prinz hin­ter dem Dor­nen­la­by­rinth statt einer zeit­lo­sen Uto­pie ein ge­al­ter­tes Dorn­rös­chen trifft.
  • Ent­larvt auch das Grimm-Mär­chen: Kei­ner ist auf­ge­bro­chen, um die Prin­zes­sin zu ret­ten; son­dern jeder nur, um für sich selbst eine wun­der­schö­ne Frau zu fin­den. Für die alte „Vet­tel“ hätte kei­ner die Mühen und Ge­fah­ren auf sich ge­nom­men.
  • Ob­jek­ti­vie­rung des „Dorn­rös­chens“ wird deut­lich ge­macht

 

Klau­sur: Gün­ter Ku­nert „Dorn­rös­chen“: Her­un­ter­la­den [docx][23 KB]

Klau­sur: Gün­ter Ku­nert „Dorn­rös­chen“: Her­un­ter­la­den [pdf][49 KB]

 

Wei­ter zu Klau­sur: Kafka und Grimm