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Fazit

In­fo­box

Diese Seite ist Teil einer Ma­te­ria­li­en­samm­lung zum Bil­dungs­plan 2004: Grund­la­gen der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung. Bitte be­ach­ten Sie, dass der Bil­dungs­plan fort­ge­schrie­ben wurde.


Ei­ni­ge zu­sam­men­fas­sen­de Be­mer­kun­gen

  1. Die Un­ter­richts­pra­xis in der Kurs­stu­fe ist – eben­so wie die gän­gi­gen Prü­fungs­for­ma­te (Klau­su­ren und Ab­itur­auf­ga­ben) – sehr stark von der Fach­lo­gik und von einem fes­ten Kanon von In­hal­ten ge­prägt. Die Teil­kom­pe­ten­zen der EPA wer­den häu­fig von den Lehr­kräf­ten nicht be­rück­sich­tigt und daher auch nicht ge­zielt ge­schult. Le­dig­lich in der Prä­sen­ta­ti­ons­prü­fung wer­den vie­ler­orts The­men be­ar­bei­tet, die auch die Ur­teils- und Ge­stal­tungs­kom­pe­tenz för­dern.

  2. Kom­pe­tenz­ori­en­tier­ter Re­li­gi­ons­un­ter­richt in der Kurs­stu­fe muss eben­so ein Kern­cur­ri­cu­lum be­rück­sich­ti­gen wie die pro­zess­be­zo­ge­nen Kom­pe­ten­zen der EPA för­dern und wei­ter­ent­wi­ckeln. Somit ist im kon­kre­ten Un­ter­richt immer der Bezug zwi­schen den In­hal­ten den Teil­kom­pe­ten­zen der EPA her­zu­stel­len. Die Leit­fra­ge dürf­te also nicht mehr lau­ten: „Was ma­chen wir im Un­ter­richt?“, son­dern: „Wel­che Teil­kom­pe­ten­zen der EPA las­sen sich an die­sem In­halt schu­len und wei­ter­ent­wi­ckeln?“

  3. Der Re­li­gi­ons­un­ter­richt för­dert – so der Grund­la­gen­plan – nicht eine wie auch immer ge­ar­te­te wei­che To­le­ranz, die alle Mei­nun­gen in einer post­mo­der­nen Be­lie­big­keit ne­ben­ein­an­der ste­hen lässt, son­dern die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sol­len ihre re­li­giö­se Kom­pe­tenz ge­ra­de aus der Per­spek­ti­ve des ka­tho­li­schen Glau­bens er­wer­ben und somit auf der Basis einer ge­klär­ten ei­ge­nen Po­si­ti­on re­li­gi­ös kom­pe­tent, also ur­teils-, dia­log- und ge­stal­tungs­fä­hig wer­den. Diese „star­ke To­le­ranz“ ist also auch an die kon­kre­ten in­halt­li­chen Kom­pe­ten­zen ge­bun­den.

  4. Die in der Li­te­ra­tur tlw. ver­brei­te­te Ge­gen­über­stel­lung „Stof­fori­en­tie­rung“ und „Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung“ ist für den Re­li­gi­ons­un­ter­richt in der Kurs­stu­fe nicht zu­tref­fend. Eine Re­duk­ti­on des Stof­fes war – wie im Bil­dungs­plan 2001 ge­sche­hen – si­cher wün­schens­wert. Trotz­dem aber zeich­net sich ein guter Un­ter­richt der Kurs­stu­fe auch durch in­halt­li­che Tiefe und theo­lo­gi­sches Ni­veau aus – denn kom­ple­xe in­halt­li­che Kom­pe­ten­zen er­mög­li­chen erst die Ent­wick­lung der kom­ple­xe­ren pro­zess­be­zo­ge­nen Teil­kom­pe­ten­zen.

  5. Ler­nen ist – wie be­reits in der Zu­sam­men­fas­sung „Was ist kom­pe­tenz­ori­en­tier­ter Re­li­gi­ons­un­ter­richt? dar­ge­stellt – ein ak­ti­ver und in­di­vi­du­el­ler Pro­zess. Ge­ra­de in der Kurs­stu­fe ist dar­auf zu ach­ten, dass – bei aller durch die kon­kre­ten Prü­fungs­for­ma­te vor­ge­ge­be­nen – Stof­fori­en­tie­rung die Selbst­tä­tig­keit der Schü­le­rin­nen und Schü­ler, ihr selb­stän­di­ges und ei­gen­ver­ant­wort­li­ches Ler­nen im Zen­trum der Un­ter­richts­ar­beit steht.

  6. Die He­te­ro­ge­ni­tät im Re­li­gi­ons­un­ter­richt der Kurs­stu­fe zeigt sich nicht nur – wie in an­de­ren Fä­chern pri­mär in der fach­li­chen und me­tho­di­schen Kom­pe­tenz, son­dern ist vor allem auch durch einen un­ter­schied­li­chen re­li­giö­sen Ent­wick­lungs­stand ge­kenn­zeich­net. Die­ser Tat­sa­che muss bei der Er­stel­lung von bin­nen­dif­fe­ren­zier­ten Un­ter­richts­ma­te­ria­li­en Rech­nung ge­tra­gen wer­den.

  7. Die Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung des kon­kre­ten Un­ter­richts in der Kurs­stu­fe zeigt sich pri­mär darin, in­wie­fern ei­gen­ver­ant­wort­li­che und ak­ti­ve Lern­pro­zes­se statt­fin­den kön­nen. Dies muss nicht be­deu­ten, dass der ge­sam­te Un­ter­richt der Zu­kunft in Pro­jek­ten und Grup­pen­ar­bei­ten statt­fin­det, son­dern ak­ti­ves Ler­nen kann auch durch klei­ne me­tho­di­sche Mo­di­fi­ka­tio­nen in einem von den In­hal­ten ge­präg­ten Un­ter­richt er­mög­licht wer­den.

  8. Die Leis­tungs­mes­sung wird im kom­pe­tenz­ori­en­tier­ten Re­li­gi­ons­un­ter­richt der Kurs­stu­fe wei­ter zu ent­wi­ckeln sein. Es soll­ten Prü­fungs­for­ma­te aus­ge­ar­bei­tet wer­den, die nicht nur die An­for­de­rungs­ebe­nen der EPA (Re­pro­duk­ti­on, Re­or­ga­ni­sa­ti­on und Trans­fer, pro­blem­lö­sen­des Den­ken und Ur­teils­bil­dung) [1] , son­dern auch den Auf­bau der ein­zel­nen Teil­kom­pe­ten­zen der re­li­giö­sen Kom­pe­tenz er­fas­sen.

 

zu­rück: Kon­kre­te Ele­men­te der Un­ter­richts­ge­stal­tung

wei­ter: Schluss­wort

 


[1] Vgl. EPA ka­tho­li­sche Re­li­gi­ons­leh­re, S. 11.

 

Kom­pe­tenz­ori­en­tier­ter Re­li­gi­ons­un­ter­richt in der Kurs­stu­fe: Her­un­ter­la­den [pdf] [411 KB]