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Vor­schlag für eine Un­ter­richts­ein­heit in 11 Se­quen­zen


von StD Dr. Peter Mül­ler

vor­ge­stellt auf der Ta­gung „Neu­kon­zep­ti­on des Li­te­ra­tur­un­ter­richts/ Neue Pflicht­lek­tü­re“ in Bad Wild­bad (06.07. – 07.07.09)

Vor­be­mer­kung:

 

Dür­ren­matt gibt so­wohl im Stück als auch in sei­nen Schrif­ten zum Thea­ter Hin­wei­se, wie seine Fi­gu­ren zu sehen bzw. zu be­wer­ten sind. Diese Hin­wei­se in der Er­ar­bei­tung auf­zu­grei­fen und mit Zu­satz­tex­ten so­wohl des Au­tors als auch aus an­de­ren Quel­len die Hin­ter­grün­de dafür be­wusst zu ma­chen, ist ein An­lie­gen die­ser Ein­heit. Damit di­rekt ver­bun­den ist die Ver­mitt­lung von Kennt­nis­sen über an­ti­kes vs. mo­der­nes Drama, über die dra­men­theo­re­ti­schen Über­le­gun­gen Dür­ren­matts sowie über des­sen kri­ti­sche Hal­tung ge­gen­über der zeit­ge­nös­si­schen Ge­sell­schaft.

Die Un­ter­richts­ein­heit schlägt eine suk­zes­si­ve Be­hand­lung des Stü­ckes vor, setzt aber die Kennt­nis des Stü­ckes zu Be­ginn der Be­hand­lung vor­aus. Der Schwer­punkt der Un­ter­richts­ein­heit liegt auf der Be­hand­lung des 1. Aktes. Dort wer­den zahl­rei­che As­pek­te der Ge­stal­tung eher klein­schrit­tig er­ar­bei­tet und dort, wo es hilf­reich für ein bes­se­res Ver­ständ­nis er­scheint, in Bezug zu Dü­ren­matts Thea­ter­kon­zep­ti­on und seine Aus­füh­run­gen zum Stück ge­setzt. Die Be­hand­lung der bei­den fol­gen­den Akte baut dar­auf auf und er­folgt zü­gi­ger. Für die Er­ar­bei­tung des 3. Aktes wer­den Vor­schlä­ge ge­macht, die ein sehr selb­stän­di­ges Ar­bei­ten der Schü­ler in den Mit­tel­punkt des Un­ter­richts stel­len. An ei­ni­gen Stel­len der Un­ter­richts­ein­heit wer­den Vor­schlä­ge un­ter­brei­tet, die als sinn­vol­le Er­gän­zung bzw. Ver­tie­fung der Be­hand­lung ge­dacht sind, aber nicht un­be­dingt be­han­delt wer­den müs­sen ( fa­kul­ta­tiv ).

Für den Leh­rer bie­tet die Dar­stel­lung v.a. Fra­ge­stel­lun­gen, Ar­beits­auf­trä­ge, Hin­wei­se auf Zu­satz­tex­te sowie An­ge­bo­te für die Er­geb­nis­si­che­rung. Die Zu­satz­tex­te kön­nen au­ßer­dem über „Trau­ma­wirk­lich­keit“ aus ur­he­ber­recht­li­chen Grün­den nicht zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den. Sie kön­nen aber an­hand der in der Li­te­ra­tur­lis­te ge­nann­ten Werke auf­ge­fun­den wer­den. Bei der For­mu­lie­rung von Ar­beits­auf­trä­gen wurde auf mög­lichst große Viel­falt ge­ach­tet, aus der der Leh­rer aus­wäh­len kann. Dies gilt eben­so für die Er­geb­nis­si­che­rung.

Die Aus­ar­bei­tung ver­steht sich als An­ge­bot für die un­mit­tel­ba­re Um­set­zung im Un­ter­richt. Auf eine fach­wis­sen­schaft­li­che Auf­ar­bei­tung sowie eine di­dak­ti­sche Ana­ly­se wird zu­guns­ten die­ses An­ge­bots ver­zich­tet. Als An­re­gung für die ver­tie­fen­de Ein­ar­bei­tung in das Stück sei auf die bi­blio­gra­fi­schen An­ga­ben hin­ge­wie­sen. Die dort ge­nann­ten Werke und Un­ter­su­chun­gen haben mit ihren Ana­ly­sen und An­re­gun­gen Ein­gang in die Un­ter­richts­ein­heit und teil­wei­se in die Ma­te­ria­li­en ge­fun­den. Be­son­ders sei dabei die In­ter­pre­ta­ti­on von Wer­ner Fri­zen emp­foh­len.