Zur Hauptnavigation springen [Alt]+[0] Zum Seiteninhalt springen [Alt]+[1]

Materialien zur Vertiefung

Wert-Typologie

Der Begriff der Werte wird in der Regel in den Schulbüchern in Jg. 7/8 eingeführt und zusammen mit dem der Normen eingeübt; er spielt auf der Kursstufe eine eher beiläufige oder nachgeordnete Rolle. Er ist aber zu explizieren, wenn im Zusammenhang mit der Methode der Fallanalyse eine Urteilsbildung stattfinden soll, die das Wahrnehmen, Analysieren, Abwägen und begründete Gewichten bzw. Präferieren von Werten (und Normen) mit beinhaltet.

Das Konzept von Werten kann bewusst gemacht werden, indem daran erinnert wird,

  • dass es der abstraktere Ausdruck ist für das, was Personen und Gesellschaften in Sachen Handlungsorientierung wichtig, wertvoll und erstrebenswert erscheint, was für sie letzte Zwecke bzw. ein hohes Gut darstellt;
  • dass wir beim Bewerten mit Wert-Ausdrücken („gut/schlecht“) auf Werte bzw. letzte Zwecke bzw. Güter Bezug nehmen:
  • dass Normen sich auf Werte bzw. letzte Zwecke bzw. Güter beziehen (N: „Du sollst nicht lügen!“ ⇒ W: Wahrheit);
  • dass in allen moralphilosophischen Begründungsansätzen bestimmte Werte bzw. letzte Zwecke bzw. Güter eine zentrale Rolle spielen, auch wenn diese nicht immer mit diesem Konzept bzw. Terminus belegt sind: z.B. „Lust“, „Eudaimonia“, „Nutzen“, „Freiheit“, „Gerechtigkeit“; „ capabilities “.

Außer der Klärung der Rolle von Werten beim moralisch-ethischen Sprechhandeln gehört zur Erläuterung des Wert-Begriffs eine Einteilung unterschiedlicher Arten [1] von Werten bzw. letzten Zwecken bzw. (höchsten) Gütern, also z.B.

 

  persönliche Werte allgemeine Werte
                                   ( Vorlieben, Ideale )         ( Gesundheit, Sicherheit, Freiheit, Frieden ... )

instrumenteller

Wert z.B. N. als
ökol. u.. ökon. Ressource

moralischer Wert

N. als 
etwas, das an sich Wert, Würde, Rechte und Zwecke hat, die realisiert werden wollen

eudaimonistischer Wert

N. als
etwas, das in nicht-instrumentellem Sinn zum guten/gelingenden/glücklichen Leben beiträgt, in ästhet., psychol., relig. Hinsicht

gut für..   an sich gut   an sich gut

Die verschiedenen Positionen der ökologischen Ethik sind dadurch charakterisiert, dass sie der Natur (oder Teilen der Natur) Wert unterschiedlicher Art zuschreiben [2] .

Man kann die Beziehung von Werten zueinander beschrieben, wobei konkurrierende, konfligierende oder Mittel-Zweck-Beziehungen möglich sind. Man kann darüber hinaus versuchen, bei Wertkonflikten abzuwägen, eine Gewichtung vorzunehmen und eine Bevorzugung, eine Rangordnung oder Hierarchie zu begründen (vgl. Faust- bzw. Vorrangregeln für Wertekonflite/Güterabwägung und daran anschließend durch moralphilosophische Ansätze: siehe Vertiefungsmaterialien).



[1] Die Terminologie ist nicht einheitlich: Je nach Autor oder philosophischem Ansatz wird von Wertkategorie, Werttyp o.Ä. gesprochen.

[2] Vgl. die Übersichten bei Dagmar Fenner (2010), Angelika Krebs (1997), S. 344 ff; und bei Konrad Ott (2010), S. 18, 72 ff

Werttypologie: Herunterladen [doc][28 KB]

Werttypologie: Herunterladen [pdf][41 KB]