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Un­ter­richts­gang

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen

Per­sön­li­che Daten sind wert­voll. Spä­tes­tens, wenn alle pri­va­ten Fotos auf der Fest­plat­te ge­spei­chert waren, die nur noch kräch­zen­de Ge­räu­sche von sich gibt, oder die ge­sam­te Un­ter­richts­vor­be­rei­tung von einem Ver­schlüs­se­lungs­tro­ja­ner nur noch gegen Lö­se­geld wie­der ent­schlüs­selt wer­den soll, är­gert man sich, dass man kein Back­up an­ge­legt hat. Im All­tag fällt es schwer, an re­gel­mä­ßi­ge Back­ups zu den­ken, weil in der Regel ja alles gut geht.

Mit Back­ups ver­sucht man,

  • sich gegen un­be­ab­sich­tig­tes Lö­schen von Da­tei­en durch den Be­nut­zer selbst zu schüt­zen
  • eine ein­fa­che Ver­sio­nie­rung von Do­ku­men­ten/Quell­tex­ten zu rea­li­sie­ren.
  • sich gegen Hard­ware­de­fekt/Hard­ware­ver­lust ab­zu­si­chern.
  • sich gegen Ver­än­de­run­gen durch An­grei­fer (Viren) zu schüt­zen.

Je nach­dem, wel­ches Ziel man mit dem Back­up er­rei­chen möch­te, bie­ten sich un­ter­schied­li­che Stra­te­gi­en an. Die für die Er­stel­lung der Back­ups be­nö­tig­te Zeit darf dabei nicht außer acht ge­las­sen wer­den.

Die Voll­si­che­rung

Bei der Voll­si­che­rung wer­den die kom­plet­ten zu si­chern­den Daten auf einen an­de­ren Da­ten­trä­ger ko­piert. Dabei kann man ent­we­der die bei­den Lauf­wer­ke le­dig­lich syn­chron hal­ten/spie­geln oder man kann meh­re­re Voll­back­ups vor­hal­ten.

Im ers­ten Fall wer­den alle Än­de­run­gen am Ori­gi­nal auf dem zwei­ten Da­ten­trä­ger nach­voll­zo­gen. Es ist daher nur not­wen­dig, in der ak­tu­el­len Back­up­pe­ri­ode ge­än­der­ten Da­tei­en, auch auf der zwei­ten Plat­te zu spei­chern. Dies führt zu einem über­schau­ba­ren Zeit­auf­wand. Auf dem zwei­ten Da­ten­trä­ger ist ge­nau­so viel Spei­cher­platz not­wen­dig wie auf dem Ori­gi­nal­da­ten­trä­ger. Feh­ler im Ori­gi­nal wir­ken sich aber sehr schnell auch auf das Back­up aus. Daher bie­tet diese Me­tho­de nur einen ge­rin­gen Schutz gegen Feh­ler, die man nicht so­fort be­merkt. Ein Virus bei­spiels­wei­se, der sich erst in das Sys­tem ein­nis­tet und spä­ter erst an­greift, ist dann auch auf dem Back­up zu fin­den.

Im zwei­ten Fall wird am Ende jeder Back­up­pe­ri­ode (z.B. täg­lich) ein neues Voll­back­up an­ge­legt. Es müs­sen dazu die kom­plet­ten Daten ko­piert wer­den, was so­wohl viel Zeit als auch viel Spei­cher­platz be­nö­tigt. Daher kön­nen nur we­ni­ge alte Back­ups auf­be­wahrt wer­den (z.B. 5). Äl­te­re Back­ups wer­den wie­der ge­löscht. Da­durch hat man Zu­griff auf die letz­ten 5 Back­ups und kann zu äl­te­ren Ver­sio­nen der Da­tei­en zu­rück­keh­ren.

Dif­fe­ren­zi­el­le Si­che­rung

Bei der dif­fe­ren­zi­el­len Si­che­rung wird am An­fang ein­mal ein Voll­back­up ge­macht. Da­nach wer­den für jede Back­up­pe­ri­ode (z.B. täg­lich) alle Än­de­run­gen im Ver­gleich zum Voll­back­up ge­spei­chert. Für eine Wie­der­her­stel­lung muss daher die letz­te Si­che­rung und das Voll­back­up an­ge­fasst wer­den.

Da nur die Än­de­run­gen zum Voll­back­up ge­spei­chert wer­den, ist der Zeit- und Platz­be­darf deut­lich klei­ner als beim er­neu­ten Voll­back­up. Al­ler­dings nimmt im Lauf der Zeit der Spei­cher­be­darf zu, da auch die Än­de­run­gen der Vor­ver­sio­nen er­neut ge­spei­chert wer­den müs­sen. Daher wird nach einer ge­wis­sen Zeit er­neut ein Voll­back­up an­ge­legt.

Man kann am An­fang jedes Mo­nats ein Voll­back­up an­le­gen und dann wö­chent­lich eine dif­fe­ren­zi­el­le Si­che­rung durch­füh­ren. Ent­we­der man löscht dann das ge­samt Back­up des Vor­mo­nats am An­fang des neuen Mo­nats oder hält je­weils zwei (oder meh­re­re) Voll­back­ups mit ihren dif­fe­ren­zi­el­len Si­che­run­gen vor, um auch äl­te­re Ver­sio­nen von jeder Datei zu haben.

In­kre­men­tel­le Si­che­rung

Sie funk­tio­niert ähn­lich wie die dif­fe­ren­zi­el­le Si­che­rung. Am An­fang steht ein Voll­back­up. Da­nach wer­den nur noch die Än­de­run­gen zur vor­he­ri­gen Si­che­rungs­pe­ri­ode ge­spei­chert. Der Spei­cher­be­darf wird daher noch­mal klei­ner. Um die Daten wie­der­her­stel­len zu kön­nen, müs­sen dann aber ggf. alle Back­ups bis zum Voll­back­up an­ge­fasst wer­den. Daher wird auch hier nach ei­ni­ger Zeit ein neues Voll­back­up an­ge­legt. Man kann sich wie beim dif­fe­ren­zi­el­len Back­up ent­schei­den, wie viele Si­che­rungs­zy­klen man auf­be­wah­ren möch­te.

Back­up-Ver­fah­ren in der Pra­xis: Das Ge­ne­ra­tio­nen-Prin­zip

In Un­ter­neh­men wer­den Da­ten­si­che­run­gen nor­ma­ler­wei­se nach dem Ge­ne­ra­tio­nen-Prin­zip, auch be­kannt als „Vater-Sohn-Groß­va­ter“-Prin­zip durch­ge­führt. Damit kann eine um­fang­rei­che und lü­cken­lo­se Si­che­run­gen bei ver­hält­nis­mä­ßig ge­rin­gem Spei­cher­be­darf rea­li­siert wer­den und er­stel­len. Auch der Zeit­auf­wand hält sich in ver­nünf­ti­gen Gren­zen.

Das Vater-Sohn-Groß­va­ter-Prin­zip be­steht drei Tei­len. Bei­spiels­wei­se wer­den wö­chent­li­che Voll­back­ups (am Wo­chen­en­de) an­ge­legt => Vater. Im Laufe der Woche wer­den zu die­sem Voll­back­up täg­lich wahl­wei­se dif­fe­ren­zi­el­le oder in­kre­men­tel­le Si­che­run­gen durch­ge­führt => Sohn.

Am Ende der je­wei­li­gen Woche wird ein neues voll­stän­di­ges Back­up an­ge­legt und gleich­zei­tig alle vor­an­ge­gan­ge­nen Tages-Back­ups ge­löscht. Nach ei­ni­gen Wo­chen wer­den die wö­chent­li­chen Back­ups bis auf eines ge­löscht. Die­ses wird als "Groß­va­ter"-Back­up für einen län­ge­ren Zeit­raum (hal­bes Jahr) auf­be­wahrt.

Back­up-Ver­fah­ren für zu Hause

Die Not­wen­dig­keit für Back­ups er­kennt jeder, der schon ein­mal wich­ti­ge Daten ver­lo­ren hat. Zu Da­ten­ver­lust kann es durch einen be­schä­dig­ten Da­ten­trä­ger, un­be­ab­sich­tig­tes Lö­schen oder durch Schad­soft­ware kom­men. Gegen Back­ups spricht le­dig­lich der ent­ste­hen­de Zeit­auf­wand und man­geln­de per­sön­li­che Kon­se­quenz. Im pri­va­ten Um­feld muss also ein aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis ge­fun­den wer­den, zwi­schen dem Zeit­auf­wand für die Si­che­rung, dem be­nö­tig­ten Spei­cher­platz und der ge­won­ne­nen Si­cher­heit.

 

 

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Wei­ter zu Ver­lauf