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Klausur Gott I


I.a: Kontexte zur Prüfungsaufgabe Thema GOTT (Kurstufe)

Den Einstieg in die LPE bildeten 3 Doppelstunden , die das Phänomen ‚Religion‘ im Leben eines Menschen – konkret aber auch der SuS – lebensgeschichtlich thematisieren sollten. Hierzu bieten viele sich auf dem Markt befindlichen Arbeitsbücher, (RIK, oberstufe Religion, Thema Gott, Neues Forum Religion, Sensus Religion, Kursbuch u.a.) genügend Materialien. Mittels verschiedener Materialien und Methoden, konnten die SuS ihre bereits vorhandenen Kompetenzen – vor allem auch die religiöse Kompetenz – einbringen. Zu thematisieren sind mit M. Ebertz die drei sog. Megatrends:

  1. Allg. Traditionsabbruch,
  2. Wachsende Kluft auch innerhalb den katholischen (religiösen) Milieus und
  3. Kirche stellt eine grundsätzlich fremde soziale Welt dar, die mit der eigenen sozialen Welt der Jugendlichen „kaum mehr unter einen Hut zu bringen“ ist.
    [M. Ebertz: Jugend – Milieus – Kirche und Religion. In: Der Dreieine. themen im Religionsunterricht. Freiburg o.J.: S.56-59.57]

Leitfragen des Unterrichts waren z.B.: Wo stehe ich in/mit meinem Glauben? Welche Elemente prägen mein Gottesbild? Was meine ich überhaupt mit dem Wort ‚GOTT‘?

Dokumentiert wurden die jeweiligen individuellen Schülerantworten auf einem DIN A1 großen Plakat mit einem Elefantenmotiv, angeregt durch die Geschichte von Mowlana: Die Blinden und der Elefant. (vgl. P. Kliemann: Impulse und Methoden. Stgt 1997. S.97-98) Neben dem Abschied vom Schöpfergott in den Weltanschauungen der Jugendlichen oder von besonders christlichen Motiven des Gottesglaubens, wurde auch eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber der Gottesfrage evident. An René Magritte: Le Rossignol.1962 wurde dies exemplarisch erarbeitet (Impulse hierzu finden sich in mehreren der oben genannten Unterrichtsmaterialien).

Die Fortsetzung der Lernsequenz erfolgte in 4 Doppelstunden. In einer Aneinanderreihung von Bibeltexten wurde die Gotteserfahrung in der jüdisch-christlichen Tradition erarbeitet. Zuerst wurde noch einmal die Frage bedacht: Wie lese/verstehe ich biblische Texte? An vier biblischen Texten (Ex 3; Hos 11; Lk 15; 1 Joh 4) wurde die Entstehung bzw. Wandlung des Gottesbildes arbeitsteilig erarbeitet. Der inhaltliche Schwerpunkt lag insbesondere auf der Selbstvorstellung Gottes in Ex 3,14 und der Parabel vom Barmherzigen Vater nach Lk 15,11-32. Zum einen lag den SuS ein Kurzkommentar zu Ex 3,14 von E. Zenger vor; in Lk 15 wurde anhand der Meditation von Papst Benedikt XVI/ Joseph Ratzinger (Jesus von Nazareth. Erster Teil. Frbg 2007. S.245 ff) besonders das in der Liebe sich gründende Vaterbild herausgearbeitet, sowie nach einem Zusammenhang mit Hos 11 gefragt. Eine systematische Behandlung des Themas der Trinität anhand der im Bildungsplan genannten 2 Bibelstellen fand nicht statt. Vielmehr wurde der Fokus auf die Dimension Gottes gelegt, die uns Jesus in seinen Taten und Worten vom Reich Gottes nahegelegt hat: „Gottes Beziehungstreue, die sich in der Geschichte seines Volkes und derer, die ihm glauben, als absolut verlässlich erweist – bis hin zum eigenen Leiden und Mitleiden zwecks Heilung und Vollendung.“ (G. Fuchs: Gesucht Gott – Welcher Gott?.In:CiG 43/05. 352)

Vier weitere Doppelstunden waren der Erarbeitung und Auseinandersetzung mit religionskritischen Positionen bzw. den Möglichkeiten und Grenzen der Gotteserkenntnis bzw. Gottesrede gewidmet. Diese Unterrichtsphase wurde durch stark arbeitsteilige Einzel- bzw. Gruppenarbeit vorbereitet. Insbesondere die Operatoren „erläutern, herausarbeiten, vergleichen, sich auseinandersetzen mit, Stellung nehmen“ verdeutlichten den SuS, dass wir hier den Anforderungsbereich II und III anstreben. Die angewendeten Elemente der einzelnen Kursstunden waren Schülerreferate, Ergänzungen durch den Lehrer, Unterrichtsgespräch, Diskussion, thesenartig zusammenfassende Arbeitsblätter und Tafelanschriebe. Ein inhaltlicher Schwerpunkt bildete die Religionskritik und das Menschenbild von L. Feuerbach, damit verbunden das theologische Problem eines Gottesbildes und das Sprechen von/über/mit Gott. Exemplarisch ging es hierbei auch um die Argumente für Gott nach den theologischen Klassikern (Anselm v. Canterbury, Thomas v. Aquin und Cusanus). Angezielt wurde eine schlüssige Darstellung der jeweiligen Position, ein kritisches Sich-Auseinandersetzen und das Einnehmen eines begründeten Standpunktes. Kaum ein S/eine S‘in sah sich in der Lage, in diesen theologischen Antworten bzw. Fragen die eigenen Fragen wiederzuerkennen, gleichwohl kamen hier in unterschiedlicher Art und Weise auch persönlich existentielle Aspekte zur Sprache. Eine Kapitelüberschrift aus dem Unterrichtswerk von H. Halbfas (Religionsbuch für das 9./10. Schuljahr.1991.S.187) aufgreifend, könnte man formulieren: „Gott: Jenseits des Denkens“.

Die inhaltliche Vernetzung zum Thema Anthropologie und der Kant’schen Frage „Was ist der Mensch?“ war zwingend geboten. Ebenfalls der Rekurs auf die Einstiegssequenz „Religion – was ist das?“. Beispielhaft wurde dies in der letzten Doppelstunde vor der Klausur verdeutlicht am Bild einer Ellipse, ihren zwei Brennpunkten und den zwei Leitfragen: Wer bin ich (?) und wer ist dieser Gott für mich? Die Arbeitsgrundlage hierfür war ein Text von F. Steffensky („Das Haus das die Träume verwaltet“. Stuttgart 1998).

Methodisch-didaktische Überlegungen


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