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Ein E-Book erstellen

Vorab ist der Hinweis sinnvoll, dass es beim Erstellen von und im Umgang mit E-Books zwei grundlegende Probleme gibt:

  1. Die Copyright-Problematik
    Ein E-Book funktioniert am besten, wenn alle Materialien (Texte, Bilder, Videos) Teil des E-Books sind und nicht auf externe Quellen verlinkt werden muss. In der schulischen Praxis, bei der Arbeit mit Klassen, wird es allerdings oft schwierig sein, ausschließlich mit gemeinfreien Materialien oder Materialien mit CC-Lizenzen zu arbeiten. Hinweise zum Auffinden von freien Medien und zum Umgang mit Copyright Problemen finden Sie in in diesem Bereich der Medienwerkstatt: weiter Freie Medien.
  2. Die Handling-Problematik
    Erstellt man aus lizenzrechtlichen Gründen ein E-Book mit vielen Links auf externe Quellen, läuft man in die Handling-Falle. Auf traditionellen E-Book Lesegeräten wie dem Kindle oder den Readern von Sony ist der Umgang mit externen Links recht umständlich und auch eingeschränkt, da die Lesegeräte derzeit Fotos nur in schwarz-weiß und Videos gar nicht darstellen können. Überhaupt ist die Navigation mit dem bei den Readern eingebauten Browsern sehr mühsam und langsam. Etwas besser sieht es aus, wenn das E-Book auf einem Tablet wie dem iPad oder einem Android-Tablet gelesen wird. Hier fallen die meisten Einschränkungen der E-Book Lesegeräte weg und auch das Handling ist deutlich besser. Allerdings ist auch hier zu bedenken, dass nicht alle Leser immer online sind.

Die Erstellung von E-Books muss sich also daran ausrichten, für welche Geräteart produziert wird. Ist das Zielgerät ein E-Book Reader mit E-Ink Technik, tut man gut daran, den Schwerpunkt auf Text zu legen, es bei einer geringen Anzahl an Bilder und Grafiken zu belassen und auf externe Hyperlinks möglichst zu verzichten. Wenn der Inhalt vornehmlich für Tablets produziert wird, sind interaktive und multimediale E-Books durchaus möglich und sinnvoll.

Formatfragen

Darüber hinaus ist zu überlegen, in welchem weiter Format das E-Book erstellt werden soll. Lässt man sehr einfache Formate wie reiner Text oder HTML außen vor, dominieren momentan vier Formate:

  1. EPUB
    Bei EPUB handelt es sich um ein offenes und herstellerunabhängiges Format, das weit verbreitet ist und von den meisten Lesegeräten (Ausnahme: Amazon's Kindle) dargestellt werden kann.
  2. PDF
    PDF ist ein sehr weit verbreitetes Format, das leicht per Export bzw. per Druckfunktion aus praktisch beliebigen Anwendungen heraus erstellt werden kann. Als seitenorientiertes Format eignet es sich im allgemeinen allerdings nicht besonders gut für die Darstellung auf E-Book-Readern, da sich Fließtext nicht automatisch an die Bildschirmgröße des Lesegeräts anpasst. Eher geeignet ist PDF für E-Books mit vielen Grafiken und mathematischen Formeln.
  3. AZW (MOBI)
    Hier handelt es sich um das proprietäre Format der diversen Amazon Kindle Lesegeräte. AZW ist eine Variante des MOBI-Formats. Obwohl proprietär, ist AZW sehr weit verbreitet, da Amazons Kindle-Modelle wohl die meistverkauften E-Book-Lesegeräte sind.
  4. iBook
    Dieses Apple-Format ist eng mit dem offenen EPUP-Format verwandt, jedoch nicht kompatibel damit. E-Books, welche mit Apple's iBooks Author Software erstellt werden, sind im proprietären iBook-Format.

Wer ein E-Book erstellen will, tut gut daran, vorab zu überlegen, welches Format für das Projekt geeignet ist. Wer sich für AZW oder iBook entscheidet, produziert erst einmal für die "geschlossenen Ökosysteme" von zwei großen Firmen. Wer sich für EPUB oder PDF entscheidet, verwendet ein herstellerunabhängiges Format und produziert für eine große Anzahl unterschiedlicher Lesegeräte.